24 Stunden Direktkontakt

0800 / 55 747 55
aus dem Ausland +49 180 / 55 747 55 Zum Kontaktformular
  • Spezialisierung auf Suchterkrankungen und deren Begleiterkrankungen, wie Burnout, Depression, Angststörungen, etc.
  • langjährig bewährtes Therapiekonzept
  • Deutlich überdurchschnittliche Personalbesetzung
  • BAR-zertifiziert durch den Fachverbund Sucht, letztmals 2019
  • Rund um die Uhr ein Arzt im Haus
  • 8 klimatisierte Zimmer und Therapieräume
  • zugelassenes Krankenhaus im Bereich der Entgiftung

Alkohol und Herz: Wenn das Herz aus dem Takt gerät

Der Mythos, dass ein Glas Wein täglich der Gesundheit des Herzens zuträglich wäre, gilt angesichts der neuesten medizinischen Erkenntnisse als überholt. Tatsächlich gehört Alkohol zu den größten Risikofaktoren, wenn es um die Entstehung von Herzkrankheiten geht. Das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzstolpern und andere mögliche Folgeerkrankungen steigt exponentiell mit jedem weiteren Glas und ist umso höher, je länger der Konsum andauert. Dennoch halten noch immer viele Menschen an Ratschlägen wie “ein Glas Wein pro Tag ist gut fürs Herz” fest – häufig, um damit einen überhöhten und gefährlichen Alkoholkonsum zu rechtfertigen. Dabei könnten die betroffenen Männer und Frauen ihr Herzinfarktrisiko durch den Verzicht auf Alkohol schon binnen weniger Wochen deutlich senken.

Statistiken rund um Herzkrankheiten: Wie gefährlich sind Herzkrankheiten?

Um die negativen Folgen von Bier, Wein und anderen alkoholischen Getränken zu verdeutlichen, kann ein kurzer Blick auf die Statistiken rund um Herzkrankheiten helfen. Im Jahr 2015 kamen mehr als 900.000 Menschen in Deutschland ums Leben. Knapp 39 Prozent davon starben an den Folgen von Herz- und Kreislauferkrankungen. Mehr als fünf Prozent hiervon schieden durch einen Herzinfarkt aus dem Leben. Erkrankungen im Herz-Kreislauf-System sind demnach mit Abstand die häufigste Todesursache in Deutschland und liegen weit vor Krebserkrankungen, Unfällen und anderen möglichen Todesursachen. Die häufigsten Krankheiten in diesem Bereich sind:

  • Bluthochdruck
  • Koronare Herzerkrankungen
  • Herzversagen
  • Herzinsuffizienz
  • Herzrhythmusstörungen (wie beispielsweise Vorhofflimmern)
  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall

Viele dieser Erkrankungen können direkt oder indirekt durch einen letztlich erhöhten Alkoholkonsum ausgelöst oder begünstigt werden. Dementsprechend ist Alkohol ein großer Risikofaktor für die Entstehung von Herzschäden.

Welche direkten Auswirkungen hat Alkohol auf das Herz?

Alkohol und Herz: Welche direkten Auswirkungen hat Alkohol auf das Herz?Herzstolpern mit Extrasystolen nach einem hohen Alkoholkonsum, Schmerzen in der Brust oder ein erhöhter Blutdruck – es gibt viele Symptome, mit denen das Herz zeigt, dass es durch einen hohen Alkoholkonsum in Mitleidenschaft gezogen wird. Medizinische Forschungen haben herausgefunden, dass auch ein gesundes Herz durch jahrelangen missbräuchlichen Konsum von Alkohol gravierende Schäden davontragen kann. Noch schädlicher ist das regelmäßige Trinken jedoch für Patienten, die bereits kardiale Risikofaktoren aufweisen. Das können bereits diagnostizierte Herzkrankheiten wie Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen sein, aber auch Bluthochdruck oder Übergewicht. Die folgenden Symptome und Erkrankungen treten bei Personen, die regelmäßig Wein, Bier oder andere alkoholische Drinks konsumieren, mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit auf:

Alkohol und Herzrasen

Herzrasen gehört zu den am häufigsten vorkommenden Symptomen, die im Zusammenhang mit einem starken Alkoholkonsum stehen. Besonders aussagekräftig ist in diesem Zusammenhang eine Oktoberfest-Studie aus dem Jahr 2015, bei der durch die EKGs von über 3.000 Oktoberfestbesuchern nachgewiesen wurde, dass ein Viertel aller Bierzeltbesucher unter einem akuten Herzrasen durch Alkoholkonsum litt. Herzrasen kann also nicht nur bei chronisch erhöhten Alkoholkonsum, wie er beispielsweise bei Suchtkranken vorkommt, sondern auch bei Männern und Frauen, die unregelmäßig, aber dafür größere Mengen alkoholhaltiger Getränke konsumieren, auftreten. Ein derart beschleunigter Herzschlag wird als Tachykardie bezeichnet und kann neben dem Alkoholkonsum ebenfalls durch vielfältige Stressoren verursacht werden.

Symptomatisch für Herzrasen nach Alkoholkonsum ist eine Herzschlag-Frequenz von mehr als 100 pro Minute. Dabei treten häufig begleitende Symptome wie Schwindel, Übelkeit oder Ohrensausen auf. Genauso plötzlich und abrupt wie das Herzrasen begonnen hat, ebbt es meist auch wieder ab. Neben verschiedenen anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die als mögliche Ursache in Frage kommen, ist es vor allem die Wirkung des Alkohols auf den sogenannten Sympathikus im zentralen Nervensystem, die ausschlaggebend für das Herzrasen ist. Durch dessen Aktivierung werden Stresshormone freigesetzt, die den Herzschlag beschleunigen. Weil diese Entwicklung erst beim Alkoholabbau eintritt, bemerken Patienten das Herzrasen häufig erst in der Nacht oder am nächsten Morgen danach.

Herzstolpern nach Alkohol

Ähnlich häufig wie das Herzrasen tritt das Herzstolpern durch den Einfluss von Alkohol auf. Hierbei handelt es sich um eine Herzrhythmusstörung, die weitaus bedenklicher als der beschleunigte Herzschlag ist. Schließlich gerät die gesamte Herzschlagfrequenz durcheinander; es kommt zu Extrasystolen, die als überzählige Herzschläge auftreten, oder zu Aussetzern. Tritt diese Herzrhythmusstörung vermehrt oder gemeinsam mit weiteren Erkrankungen, wie etwa einer Angina pectoris oder Symptomen wie Bewusstseinsstörungen oder Atemnot auf, kann sie schnell lebensgefährlich werden.

Alkohol und Herzrhythmusstörungen

Das sogenannte Holiday-Heart-Syndrom ist ein Phänomen, das zumeist junge Erwachsene betrifft. Es beschreibt das sogenannte Vorhofflimmern, welches bei diesen Personengruppen verstärkt in den Ferien oder nach dem Wochenende zu beobachten ist – als Folge eines exzessiven Alkoholkonsums. Der Grund hierfür scheint, wie bei den meisten Herzrhythmusstörungen, in einer übermäßigen Aktivierung des Sympathikus zu liegen, möglicherweise sind jedoch weitere Einflussfaktoren und Mechanismen beteiligt. Bereits ein alkoholisches Getränk am Tag steigert die Gefahr, ein Vorhofflimmern zu entwickeln, um acht Prozent. Jedes weitere Glas erhöht das Risiko wieder um jeweils acht Prozent. Vorhofflimmern kann zu einem Schlaganfall führen, einen Herzinfarkt auslösen oder eine Lungenembolie bedingen.

Alkohol und Herzinsuffizienz

Laut der Universitätsmedizin Mainz ist bei rund einem Fünftel aller herzgeschwächten Patienten ohne vorhergehenden Herzinfarkt die Ursache einer Herzinsuffizienz auf einen erhöhten Alkoholkonsum zurückzuführen. Hier spricht man auch von einer alkoholischen Kardiomyopathie. Auslöser der alkoholbedingten Herzschwäche ist hauptsächlich das Ethanol-Abbauprodukt Acetaldehyd, das eine erhöhte Produktion von Sauerstoffradikalen in den Kardiomyozyten hervorruft und dadurch die Funktion der Mitochondrien einschränkt. Es kommt zu einer verminderten Kontraktion und zum Absterben der Herzmuskelzellen, die durch Narbengewebe ersetzt werden. Als Folge wird das Herz irreparabel geschädigt.

Welche indirekten Folgen hat ein erhöhter Alkoholkonsum?

Alkohol löst bei Männern und Frauen nicht nur direkt Herzrhythmusstörungen aus, sondern kann die Herzgesundheit auch auf Umwegen schädigen – teilweise über viele Jahre hinweg unbemerkt. Dies geschieht hauptsächlich über einen erhöhten Blutdruck. Durch die Ausschüttung aktivierender Hormone führt der Konsum alkoholhaltiger Getränke zu einem schnellen Herzschlag und einem erhöhten Puls und erhöht dadurch den Druck auf die Gefäßwände. Dies ist ganz besonders gefährlich, weil Bluthochdruck typischerweise mit wenigen offensichtlichen Symptomen einhergeht. In vielen Fällen wird er daher zu spät behandelt und die Gesundheit des Herzens ist bereits stark bedroht. Schließlich wird als Folge von chronisch erhöhtem Blutdruck der Herzmuskel geschädigt und es drohen koronare Herzkrankheiten wie zum Beispiel eine Atherosklerose. Hierbei werden Cholesterinester und andere Stoffe in den Herzkranzgefäßen eingelagert, wodurch eine gestörte Durchblutung sowie eine mangelhafte Sauerstoffversorgung des Organs hervorgerufen werden können. Auch die Entstehung von Blutgerinnseln ist möglich, die wiederum Auslöser für einen Herzinfarkt sein können.

Alkohol und Herz: Wie stärkt man die Herzgesundheit?

Um die Alkoholismus-Folgen so gering wie möglich zu halten, sollten Betroffene, die an einer Alkoholsucht erkrankt sind, ganz mit dem Trinken aufhören. Bei jenen Personen, die regelmäßig eine große Menge Alkohol trinken, gilt es zu einem moderaten Alkoholkonsum zurückzufinden. Alkoholabhängigen ist dies aufgrund des sehr starken Verlangens (Craving) allerdings meist nicht allein möglich, so dass nur ein qualifizierter Entzug in einer Entzugsklinik für Alkohol weiterhelfen kann.

In der My Way Betty Ford Klinik erhalten Patienten die Unterstützung, die sie brauchen, um in ein gesundes Leben zurückfinden zu können. So werden die Beschwerden und körperlichen Symptome des Alkoholentzugs mithilfe von Medikamenten auf ein deutlich besser erträgliches Level reduziert. Ebenso werden die Vitalparameter engmaschig kontrolliert, damit die Betroffenen im Notfall adäquat und rechtzeitig behandelt werden können. Bereits bestehende Herzprobleme werden während des Entzugs berücksichtigt. Der körperlichen Entgiftung schließen sich eine psychische Entwöhnung und eine Rückfallprophylaxe an, so dass der Suchtkranke optimal auf die Rückkehr in den Alltag vorbereitet und das Rückfallrisiko so niedrig wie möglich gehalten wird. Dabei ist es dank unseres individuellen und ganzheitlichen Behandlungsansatzes möglich, gezielt auf die Bedürfnisse unserer Patienten einzugehen.

Sie haben Interesse an unserem Angebot?
Jetzt unverbindliches Beratungsgespräch anfordern





Bitte beachten Sie unsere Angaben zum Datenschutz.