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Alkoholsucht: Wenn es ohne Alkohol nicht mehr geht

Obwohl die Alkoholsucht seit 1968 als Krankheit gilt, werden die gesundheitlichen und gesellschaftlichen Folgen im Gegensatz zur Nikotin- oder Drogensucht häufig verharmlost. Die gesundheitliche Aufklärung über die Gefahren des Alkohols fehlt in weiten Kreisen der Bevölkerung, Millionen Menschen trinken täglich Alkohol; die Grenzen zum Genusstrinken verlaufen fließend. So befindet sich nur ein geringer Teil aller Alkoholkranken in ärztlicher Behandlung, macht einen Alkoholentzug oder besucht Selbsthilfegruppen wie die Anonymen Alkoholiker oder das Blaue Kreuz. Was aber macht den Alkoholismus so gefährlich?

Allgemeine Informationen zur Alkoholabhängigkeit

Alkoholsucht: Was ist das?

Die Alkoholsucht ist weltweit die am weitesten verbreitete, aber auch am meisten verkannte Abhängigkeit. Laut Jahrbuch Sucht 2017 beläuft sich die Zahl der Alkoholabhängigen in Deutschland auf rund 3,3 Millionen; die Dunkelziffer wird allerdings deutlich höher geschätzt. Sie verläuft schleichend, wird anfänglich oft verleugnet und ist gekennzeichnet durch eine körperliche und psychische Abhängigkeit von Alkohol.

Warum ist Alkoholsucht eine Krankheit?

Es gilt als erwiesen, dass etwa die Hälfte aller Alkoholabhängigkeiten gemeinsam mit anderen psychischen Störungen auftreten wie Persönlichkeits- oder Angststörungen oder affektiven Beeinträchtigungen. Die Entstehung der Alkoholsucht ist also keine Willensschwäche, sondern wird in den meisten Fällen durch multifaktorielle Prozesse und eine genetische Disposition hervorgerufen, auf die der Betroffene ohne eine Entzugstherapie keinen oder nur einen geringen Einfluss hat.

Alkoholsucht: Wie kommt es dazu?

Alkoholsucht: Wie kommt es dazu?Eine Alkoholabhängigkeit entwickelt sich über einen längeren Zeitraum hinweg und ist gekennzeichnet durch unterschiedliche Phasen und Ausprägungen. So wird das Trinken in der voralkoholischen Phase immer mehr als Problemlösungsstrategie genutzt und wird nach und nach zur Gewohnheit. In der nächsten Phase verschwimmen die Grenzen zum Missbrauch und die Gedanken des Betroffenen kreisen mehr und mehr um den Alkoholkonsum, bis es in der kritischen Phase zum Kontrollverlust und zu Veränderungen der Persönlichkeit kommt. Diese Phase leitet in die chronische Phase über, in der die organischen Störungen und eine deutliche körperliche Abhängigkeit zunehmen. So kann eine Ausprägung das tägliche Trinken sein, aber auch das phasenweise exzessive Trinken kann eine solche chronische Ausprägung sein und ist zu behandeln. Häufig kommt es zum sozialen Abstieg.

Alkoholsucht: Wer ist gefährdet?

Die Gründe, weshalb Menschen alkoholabhängig werden, sind noch immer nicht vollständig geklärt. Die Ursachen unterscheiden sich von Mensch zu Mensch und werden von den unterschiedlichsten Faktoren begünstigt. So haben Alkoholiker-Kinder meist ein deutlich höheres Risiko, selbst abhängig zu werden, da eine gesundheitliche Aufklärung über die schädliche Wirkung von Alkohol fehlt. Auch der Umgang mit den eigenen Gefühlen ist ein zentraler Punkt für die Entstehung von Alkoholismus. Mit Alkohol ertragen Patienten Probleme scheinbar besser und fühlen sich insgesamt stärker. Langeweile, Einsamkeit, Schmerzen, Depressionen, Ängste, Unsicherheit oder traumatische Erfahrungen werden durch das Suchtmittel nur noch halb so schwer empfunden. Auch soziale Faktoren wie Familienzwistigkeiten oder Schwierigkeiten am Arbeitsplatz werden häufig im Alkohol ertränkt.

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Diagnose der Alkoholsucht

Wie Alkoholsucht nachweisen?

Die medizinische Diagnose richtet sich grundsätzlich nach den Kriterien, die in der von der Weltgesundheitsorganisation herausgegebenen internationalen Klassifikation von Krankheiten (ICD 10) festgeschrieben sind. Demzufolge liegt eine Abhängigkeit immer dann vor, wenn irgendwann während des letzten Jahres drei oder mehr der folgenden Kriterien vorhanden waren:

  • Starkes oder zwanghaftes Verlangen, Alkohol zu konsumieren (Fachterminus: Craving)
  • Verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich der Menge, des Beginns oder Endes des Konsums
  • Körperliche Entzugserscheinungen bei Konsumstopp oder Konsumreduktion
  • Nachweis einer Toleranz (um die gewünschte Wirkung hervorzurufen, sind zunehmend größere Mengen an Alkohol erforderlich)
  • Einengung des Denkens auf Alkohol (d. h. Vernachlässigung anderer Interessen zugunsten des Alkoholkonsums)
  • Anhaltender Substanzkonsum trotz gesundheitlicher und sozialer Folgeschäden für den Konsumenten, obwohl der Betroffene sich über die Art und das Ausmaß des Schadens bewusst ist.

Alkoholsucht: Wie Alkoholsucht nachweisen?

Welche klinisch-psychologischen Screening-Verfahren gibt es konkret?

Befindet sich der Alkoholkranke bereits in ärztlicher Behandlung, werden die Laborwerte unter Beachtung alkoholassoziierter Marker ausgewertet. So ist das CDT (Carbohydrat-defizientes Transferrin) ein hochsensitiver Marker, der nur in Verbindung mit erhöhtem Alkoholkonsum ausgeschüttet wird.

Häufig kommen auch Tests in Interview-Form zum Einsatz, um mittels spezifischer Fragen die Gefahr einer Abhängigkeitsentwicklung eingrenzen zu können. Die wohl bekanntesten sind der AUDIT-Test und der CAGE-Test.

Selbsttest Alkoholabhängigkeit

AUDIT (Alcohol Use Disorders Identification Test Babor et al., 2001)

1. Wie oft nehmen Sie ein alkoholisches Getränk zu sich?

2. Wenn Sie alkoholische Getränke zu sich nehmen, wieviel trinken Sie dann typischerweise an einem Tag?

(Hinweis: 1 Glas Alkohol entspricht 0,33 Liter Bier, 0,25 Liter Wein oder Sekt, 0,02 Liter Spirituosen)

3. Wie oft trinken Sie 6 oder mehr Gläser Alkohol bei einer Gelegenheit?

4. Wie oft haben Sie in den letzten 12 Monaten erlebt, dass Sie nicht mehr mit dem Trinken aufhören konnten, nachdem Sie einmal begonnen hatten?

5. Wie oft passierte es in den letzten 12 Monaten, dass Sie wegen des Trinkens Erwartungen, die man normalerweise an Sie hat, nicht mehr erfüllen konnten?

6. Wie oft brauchten Sie während der letzten 12 Monate am Morgen ein alkoholisches Getränk, um sich nach einem Abend mit viel Alkoholgenuss wieder fit zu fühlen?

7. Wie oft hatten Sie während der letzten 12 Monate wegen Ihrer Trink- gewohnheiten Schuldgefühle oder Gewissensbisse?

8. Wie oft haben Sie sich während der letzten 12 Monate nicht mehr an den vorangegangenen Abend erinnern können, weil Sie getrunken hatten?

9. Haben Sie sich oder eine andere Person unter Alkoholeinfluss schon einmal verletzt?

10. Hat ein Verwandter, Freund oder auch ein Arzt schon einmal Bedenken wegen Ihres Trinkverhaltens geäußert oder vorgeschlagen, dass Sie Ihren Alkoholkonsum einschränken?

Ihre Gesamtpunktzahl hat einen Summenwert von

Dieser Selbsttest dient einer ersten groben Einschätzung der eigenen Trinkgewohnheiten. Ein Summenwert von 8 oder mehr Punkten gilt als Hinweis für ein problematischen Alkoholkonsum. Wir empfehlen Ihnen, sich mit ihrem Hausarzt oder mit einer Alkoholberatung in Verbindung zu setzen.


CAGE-Interview
Das CAGE-Interview besteht aus vier Fragen. Wird mindestens eine davon bejaht, sollte die Diagnostik vertieft werden.
C – Cut down: Ist der Patient häufig niedergeschlagen, auch nach dem Alkoholkonsum?
A – Annoyed: Reagiert er genervt oder leicht reizbar auf Fragen zu seinem Trinkverhalten?
G – Guilty: Hat er Schuldgefühle wegen des Alkoholkonsums?
E – Eye Opener: Benötigt er die Substanz, um morgens „in die Gänge“ zu kommen?

Folgen der Alkoholsucht

Was passiert im Körper und im Gehirn nach Alkoholkonsum?

Nach dem Alkoholkonsum wird das Suchtmittel über die Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes absorbiert und erreicht nach rund 30 bis 60 Minuten die höchste Konzentration im Blut. Das Blut verteilt den Alkohol im gesamten Körper und im Gehirn, wo er den Informationstransfer der Nervenzellen verändert. Während er in geringen Mengen stimulierend wirkt, verkehrt sich seine Wirkweise bei höherer Dosierung ins Gegenteil und hemmt die Informationsübertragung. In Abhängigkeit von der Dosierung wird der Neurotransmitter Dopamin freigesetzt und wirkt stimmungshebend auf die Psyche. Bei längerfristigem Alkoholkonsum verändern sich Anzahl und Wirkung bestimmter Rezeptoren, so dass bei einem plötzlichen Absetzen der Substanz gravierende Fehlregulationen auftreten und zu den gefürchteten Entzugserscheinungen führen können. Abgebaut wird der Alkohol hauptsächlich über die Leber, lediglich rund 2 bis 5 % des reinen Alkohols werden über den Atem, Schweiß und Urin ausgeschieden. Die durchschnittliche Abbauzeit liegt stündlich bei rund 0,1 bis 0,2 Promille.

Welche Auswirkungen hat der Alkoholkonsum auf die Nährstoffversorgung des Körpers?

Regelmäßiger Alkoholkonsum verursacht Reizungen und Entzündungen der Magen- und Darmschleimhäute und hemmt dadurch die Aufnahme von Nährstoffen. Ebenso werden vermehrt wasserlösliche Vitamine und Mineralien über den Urin ausgeschieden. Es ist bekannt, dass Alkohol den Verlust vieler Mineralien begünstigt, beispielsweise von Zink, Calcium und Magnesium. Daher sollten alkoholkranke Menschen verstärkt auf eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkorn achten und ggf. in Absprache mit dem behandelnden Arzt Mikro-Nährstoffe einnehmen.

Welche akuten Risiken bestehen nach deinem Alkoholexzess?

Kurzfristig macht sich exzessiver Alkoholgenuss durch Konzentrations- und Reaktionsstörungen bemerkbar, die eine erhöhte Unfallgefahr verursachen können. Bei Menschen, die nur eine geringe Alkoholtoleranz besitzen, können aber auch bereits kleine Mengen einen Rausch hervorrufen. Bei vielen Konsumenten führt ein erhöhter Alkoholspiegel außerdem zu Aggressionen und Gewalttätigkeit.

Welche Folgen hat die Alkoholsucht langfristig?

Grundsätzlich kann ein massiver und regelmäßiger Alkoholkonsum über eine längere Zeit sowohl körperliche als auch seelische Probleme hervorrufen. Bedingt durch die Verteilung im gesamten Körper, kann es bei nahezu allen Organen zu krankhaften Zellveränderungen kommen. Allgemeine Komplikationen im Zusammenhang mit der Alkoholabhängigkeit sind meistens Intoxikationen und Entzugssyndrome.

Organschäden betreffen in erster Linie die Leber und können sich in einer Fettleber, Leberentzündung oder auch Leberzirrhose äußern. Aber auch Erkrankungen des oberen Verdauungstraktes, z. B. der Speiseröhre, des Magens und der Bauchspeicheldrüse und Schädigungen des Herz-Kreislaufsystems entstehen häufig aus einer Alkoholabhängigkeit. Hirnatrophien wie das Wernicke-Korsakow-Syndrom und Muskelatrophien sind in vielen Fällen ebenfalls auf einen längeren Alkoholmissbrauch zurückzuführen. Studien zufolge besteht ebenfalls eine erhöhte Gefahr für Mund-, Rachen- und Speiseröhrenkrebs; bei Alkoholikerinnen erhöht sich das Brustkrebsrisiko.

Welche Begleiterkrankungen sind möglich?

Alkoholsucht: Welche Begleiterkrankungen sind möglich?

Auch die Psyche verändert sich durch die Alkoholsucht, so dass psychische Begleiterkrankungen auftreten können. Hier spricht man auch von Komorbiditäten. So kann es zu

  • Kognitiven Abbauprozessen
  • Wahrnehmungsstörungen
  • Depressionen
  • Angstzuständen und einer
  • erhöhter Suizidgefahr

kommen. Eine unterstützende Psychotherapie schafft Vertrauen in die eigene Stärke und mindert die Angst, ohne das Suchtmittel nicht auszukommen. Die Wahrnehmung der eigenen Gefühle wird verbessert und adäquate Problemlösungen gefunden.

Wie schnell regeneriert sich der Körper nach beendeter Alkoholabhängigkeit?

Eine Alkoholtherapie lohnt sich immer, auch bei fortgeschrittener Alkoholsucht. Schließlich können sich die meisten Organe nach einem Alkoholentzug wieder regenerieren oder zumindest deutlich stabiler werden. Obwohl die Regenerationsfähigkeit vom Einzelfall abhängt, gibt es einige grobe Richtwerte für die Dauer der Regeneration. So erstarkt das Immunsystem in der Regel wieder nach zwei bis vier Wochen, ebenso steigt die Schlafqualität. Nach vier Wochen verbessert sich das Hautbild und der Blutdruck sinkt. Der Magen erholt sich meist nach ein bis zwei Monaten Abstinenz, ebenso das Gehirn. Hier übernehmen nach und nach gesunde Gehirnteile die Funktionen geschädigter Gehirnzellen. Die Leber und die Blutwerte stabilisieren sich nach sechs Wochen.

Behandlung der Alkoholabhängigkeit

Alkoholsucht: Wer hilft?

Erste Anlaufstelle bei Alkoholproblemen ist in vielen Fällen der Hausarzt, der je nach Schwere der Symptome eine Kurzintervention oder die Einweisung in eine Alkoholentzugsklinik empfehlen kann. Ebenso können eine Suchtberatungsstelle oder Selbsthilfegruppen wie die Anonymen Alkoholiker oder das Blaue Kreuz Hilfe und Orientierung bieten. Aufgrund der gravierenden und gefährlichen Entzugssymptome sollten Patienten auf keinen Fall den Alkohol eigenmächtig absetzen und einen kalten Entzug machen.

Welche Klinik bei Alkoholsucht?

Eine reine Alkoholentgiftung in einem Akut-Krankenhaus reicht in der Regel nicht aus, um auch langfristig trocken zu bleiben. Zu empfehlen ist ein qualifizierter Alkoholentzug in einer qualifizierten Suchtklinik wie der My Way Betty Ford Klinik, in der die Alkoholsucht ganzheitlich behandelt wird. Dazu gehören eine mit Medikamenten unterstütze Alkoholentgiftung, eine Alkoholentwöhnung und eine ambulante Therapie nach dem Entzug. Ebenso werden die nachhaltige Abstinenz durch umfassende Präventionsmaßnahmen gefestigt, die Ursachen des Alkoholkonsums psychologisch aufgearbeitet und alternative Problemlöse-Strategien erlernt. Sollten Patienten mit Alkoholkrankheit zusätzlich an begleitenden psychischen Erkrankungen (Komorbiditäten) leiden, werden diese gemeinsam mit der Sucht behandelt.

Alkoholsucht: Wann sollten sich die Betroffenen qualifizierte Hilfe suchen?

Je früher Patienten mit Alkoholproblemen eine Therapie beginnen, desto besser. Selbst, wenn gemäß ICD 10 noch keine Alkoholsucht vorliegt, ist es bereits bei ein oder zwei erfüllten ICD-Kriterien sinnvoll, sich professionelle Unterstützung zu suchen. So kann in vielen Fällen die Entwicklung einer Alkoholkrankheit oder zumindest das Fortschreiten der Erkrankung verhindert werden. Wurde die Krankheit bereits diagnostiziert, sollten die Betroffenen ihr Suchtproblem schnellstmöglich behandeln lassen.

Sie benötigen unsere Hilfe oder möchten mehr über die Alkoholsucht erfahren?

Eine Alkoholsucht ist kein unentrinnbares Schicksal, sondern kann durch eine qualifizierte Alkoholtherapie gut unter Kontrolle gebracht werden. Dabei unterstützen wir Sie gerne. Auch wenn Sie weitere Fragen haben oder unsere Klinik kennenlernen möchten, stehen wir Ihnen zur Verfügung. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

Was ehemalige Patienten über uns sagen

"[...] Der gesamte Aufenthalt hat mich sehr zufriedengestellt. Dem Alkoholproblem wurde offen entgegen gewirkt. Die sehr erfahrenen Therapeuten und Ärzte haben mir sehr geholfen. Der Aufenthalt in der Klinik war sehr positiv. [...]"
"[...] Die Betty Ford Klinik hat mir entscheidend geholfen meine Alkoholsucht hinter mir zu lassen. Vom Hausmeister bis hin zur Pflege und Verwaltung hat jeder dazu beigetragen, dass ich sehr positiv gestimmt die Klinik verlassen habe. [...]"

Die Therapieformen unserer Entzugsklinik
haben sich weltweit bewährt

Wir wenden in unserer Sucht- und Entzugsklinik eine Therapieform an, die sich bereits unzählige Male auf der ganzen Welt bewähren konnte. Dabei handelt es sich um ein Therapiekonzept, das durch eine sehr hohe Anzahl an Einzeltherapien in erster Linie ganzheitlich und individuell orientiert ist und durch viele interessante Zusatzangebote ergänzt wird.





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