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Das Suchtdreieck: Trias der Suchtursachen

Wenn Menschen regelmäßig Drogen konsumieren oder zu viel Alkohol trinken, hat dies in der Regel immer einen Grund bzw. eine Ursache. Besonders häufig werden psychotrope Substanzen zum Beispiel als Problem- oder Stresslöser benutzt. In einem solchen Fall fehlen alternative Handlungsstrategien, mit denen Betroffene sich in belastenden Situationen Erleichterung verschaffen könnten. Doch woran liegt es, dass nicht alle Menschen süchtig werden und welche Ebenen spielen bei der Entwicklung von Suchterkrankungen eine Rolle? Die folgenden Ausführungen erklären die Entstehung von Abhängigkeiten mithilfe des sogenannten Suchtdreiecks.

Was ist ein Suchtdreieck?

Beim Suchtdreieck handelt es sich um ein Modell, mit dessen Hilfe das Zusammenspiel verschiedener Faktoren bei der Entstehung einer Abhängigkeit dargestellt wird. In der medizinischen und psychologischen Forschung gilt es als allgemein anerkannt, dass Suchterkrankungen durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden können. Biologisch-genetische Faktoren können genauso eine Rolle spielen, wie die soziale Situation, in der sich eine Person befindet. Dennoch werden die einzelnen Gründe häufig isoliert betrachtet, obwohl eine wechselseitige Einflussnahme deutlich realistischer scheint. Ein Suchtdreieck hilft, die jeweilige Abhängigkeit ganzheitlich zu betrachten und darzustellen.

Was besagt das Suchtdreieck nach Kielholz und Ladewig?

Das Suchtdreieck nach Kielholz und Ladewig wurde im Jahr 1973 das erste Mal vorgestellt und setzt sich aus den drei Komponenten Mensch, Milieu und Mittel zusammen. Das Suchtdreieck nach Feuerlein stellt eine Erweiterung dieses Modells dar und wurde im Jahr 1989 präsentiert, basiert allerdings auf denselben wissenschaftlichen Annahmen.

Die Voraussetzungen des Individuums

Innerhalb der Trias der Einflussfaktoren für die Entstehung von Alkoholismus und Drogensucht umfasst die Komponente “Mensch” alles, was mit den individuellen Merkmalen einer Person zu tun hat. Dazu zählen u. a.:

  • die konstitutionellen Voraussetzungen wie Gesundheitszustand, Geschlecht, Gewicht oder Metabolismus
  • Strukturen der Persönlichkeit, z. B. abhängige Persönlichkeit
  • biographische Ereignisse,
  • die aktuelle Stimmung, z. B. Trauer nach Verlust oder Ängste
  • die Einstellung zu Suchtmitteln, z. B. Verharmlosung der Folgen
  • das Selbstwertgefühl,
  • Problemlösungsstrategien und
  • der Umgang mit Gefühlen.

So haben Geschlecht, Gewicht und gesundheitliche Verfassung einen großen Einfluss auf die Wirkung von Alkohol oder anderen psychotropen Substanzen. Wer weniger wiegt oder gesundheitlich angeschlagen ist, verspürt bereits nach einer geringen Dosis die Rauschwirkung des konsumierten Suchtmittels. Auch der Alkoholabbau wird durch die körperlichen Voraussetzungen beeinflusst. Wie schnell jemand betrunken wird, wie gut er Alkohol abbauen kann oder wie schlimm die Nebenwirkungen ausfallen, nimmt einen erheblichen Einfluss auf die Entstehung einer Alkoholsucht.

Bei den individuellen Voraussetzungen rücken noch weitere Aspekte in den Fokus. Betroffene, die in Familien aufgewachsen sind, in denen grundsätzlich viel Alkohol getrunken wurde, neigen vermehrt dazu selbst zu trinken. Auch die Beziehung zu den Mitmenschen und der eigenen Person kann die Entstehung eines Suchtverhaltens begünstigen. Wer mit sich selbst zufrieden ist, ein gesundes Konfliktlöseverhalten an den Tag legt und „gesunde“ Beziehungen eingehen kann, bildet deutlich weniger häufig eine physische und/oder psychische Sucht aus. Fällt es jemandem hingegen schwer, seine Gefühle zu zeigen, werden Konflikte unter den Teppich gekehrt, besteht ein schlechtes Bild von sich selbst oder hat er womöglich den Zugang zu den eigenen Gefühlen verloren, ist das Risiko für den Missbrauch von Rauschmitteln deutlich stärker ausgeprägt.

Der Einfluss der konsumierten Substanz

Die Wirkung einer Droge kann erheblichen Einfluss auf die Suchtentstehung haben. Wer beispielsweise Cannabis oder Alkohol konsumiert und sich danach schlecht fühlt, wird vermutlich weniger gefährdet sein, eine Sucht auszubilden, als jemand, der den Rausch in vollen Zügen genießen kann. Auch die Konsumart der Substanz kann die Suchtentstehung beschleunigen oder verhindern. Während Alkohol beispielsweise völlig unkompliziert getrunken wird, muss Heroin aufwändig für den Konsum präpariert und anschließend in eine Vene (Ader) gespritzt werden. Ein einfacher Konsum kann die Suchtentstehung begünstigen. Das trifft auch auf den Preis und die Verfügbarkeit zu. Je leichter zugänglich eine rauscherzeugende Substanz ist und je geringer die Kosten, umso höher ist die Gefahr einer Abhängigkeitsentstehung. Während Heroin oder Kokain nur illegal am Schwarzmarkt zu bekommen sind, werden Alkohol und Nikotin legal in ganz Deutschland verkauft – der Zugang ist demnach wesentlich direkter, was das Suchtpotenzial erhöht.

Die Auswirkungen des Milieus

Die Art und Weise, wie eine Person gesellschaftlich integriert ist und wie Drogen oder andere psychoaktive Stoffe bewertet werden, kann die Ausbildung einer Suchtkrankheit nachhaltig beeinflussen. In manchen kulturellen Kreisen gehören alkoholische Getränke zum Alltag dazu, während ihr Konsum in anderen Kreisen verboten ist. Wer sich viel in der Gesellschaft von Menschen aufhält, die gern und häufig Alkohol trinken, ist einer größeren Gefahr ausgesetzt, sich selbst zunehmend an den Alkoholgenuss zu gewöhnen. Auch religiöse Aspekte können Einfluss nehmen. So ist Alkohol etwa im Islam wenig geschätzt, wodurch der Konsum beispielsweise unter muslimischen Jugendlichen geringer ausfällt, als bei Heranwachsenden ohne Migrationshintergrund. Der Einfluss des Milieus ist aber nicht nur mit Blick auf die allgemeine Gesellschaft relevant, sondern kann bereits im persönlichen Umfeld folgenschwer sein. Betroffene, die sozial gut eingebunden sind, einen erfüllenden Job haben oder sich schulisch gut aufgehoben fühlen, neigen weniger häufig dazu eine Alkoholabhängigkeit oder eine andere Sucht auszubilden. Dasselbe gilt für Menschen, die ein aktives Freizeitleben führen und den Rückhalt ihrer Familie spüren.

Die wechselseitigen Beziehungen beim Suchtdreieck Alkohol

Das grafische Modell des Suchdreiecks nach Wilhelm Feuerlein versucht zu erklären, dass die Entstehung von Alkoholismus und anderen Suchtkrankheiten im Normalfall nicht auf einen Auslöser allein zurückzuführen ist. Die Erkenntnis kann sowohl bei der Vorbeugung und Prävention als auch bei der Therapie von Suchtkrankheiten helfen. Denn genauso wie die Wirkung eines Rauschgiftes Einfluss darauf hat, wie gern und wie häufig ein Konsument auf den Stoff zurückgreift, kann auch das soziale Umfeld des Betroffenen Auswirkungen auf das Konsumverhalten haben. Deshalb ist es wichtig, die verschiedenen Ursachen, die sich wechselseitig beeinflussen, im Rahmen einer Therapie Stück für Stück herauszuarbeiten und im Gesamtzusammenhang zu betrachten. Hierbei kommt meist ein ganzes Geflecht unterschiedlicher Bedingungen zu Tage, die dafür sorgen, dass sich Suchtverhalten und Suchtdruck im Gehirn des Betroffenen verfestigen.

In der My Way Betty Ford Klinik nehmen wir diesen Ansatz als Grundlage für die Behandlung von Alkohol-, Drogen- oder Medikamentensüchtigen. Jeder Patient unserer Suchtklinik besitzt eine gänzlich individuelle Suchtbiografie, in der verschiedene gesellschaftliche, persönliche oder auch situative Aspekte dazu beigetragen haben, dass sich ein bestimmtes Suchtverhalten manifestiert hat. Dieses Verhalten langfristig zu ändern, kann nur durch die Arbeit auf verschiedenen Ebenen geschehen. So werden Patienten bei einem Alkoholentzug, einer Drogentherapie oder einem Medikamentenentzug in unserem Hause zunächst erfolgreich entgiftet und anschließend im Rahmen einer kognitiven Verhaltenstherapie betreut. Hierbei lernen sie die Wurzeln ihrer Sucht zu identifizieren, bestimmte Verhaltensmuster zu erkennen und neue alternative Strategien zu entwickeln. Unser großes Angebot an begleitenden Therapiemöglichkeiten umfasst Sport, Achtsamkeitstrainings und Kreativtechniken, mit deren Hilfe Suchtkranke ihre Abhängigkeit überwinden können, indem sie Alternativen zum Missbrauch von Drogen oder Alkohol erlernen. Im Rahmen der Betreuung in unserer Klinik werden demnach alle drei Komponenten des Suchtdreiecks berücksichtigt. Dadurch wird nicht nur die Abhängigkeit als solche bekämpft, sondern langfristig das Risiko für einen Rückfall deutlich gesenkt.

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