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Tavor® und Alkohol: Ein lebensgefährlicher Cocktail

Unter den Psychopharmaka, die deutschlandweit am häufigsten verschrieben werden, nehmen die Benzodiazepine – oder auch kurz Benzos – eine wichtige Stellung ein. Zu den bekanntesten Präparaten dieser Wirkstoffgruppe gehört das Arzneimittel Tavor®. Hierbei handelt es sich um ein Medikament mit dem Wirkstoff Lorazepam, das auch als Beruhigungsmittel oder Tranquilizer bekannt ist. Zu den Vorteilen des Mittels zählen der schnell einsetzende und langanhaltende Wirkungseintritt; zu den Schattenseiten das hohe Suchtpotenzial, die vielen Nebenwirkungen und die gefährlichen Wechselwirkungen in Zusammenhang mit Alkohol.

Wie wirkt Tavor®?

Das Benzodiazepin Tavor® bzw. der darin enthaltene Wirkstoff Lorazepam nimmt einen direkten Einfluss auf die Psyche des Patienten und wird daher auch als psychotrope Substanz bezeichnet. Folgende medizinisch relevante Eigenschaften werden dem Wirkstoff zugeschrieben:

  • Anxiolytisch / angstlösend
  • Antikonvulsiv / krampflösend
  • Sedierend / beruhigend
  • Hypnotisch / schlaffördernd
  • Muskelrelaxierend / muskelentspannend

In erster Linie wird Tavor® als beruhigendes und angstlösendes Medikament verschrieben. Wer innere Unruhe verspürt, unter Angststörungen oder Panikattacken leidet oder von Schlafstörungen gequält wird, erhält häufig genau dieses Arzneimittel von seinem Arzt. Hin und wieder wird Tavor® auch in Verbindung mit einem Alkoholentzug verabreicht, um die psychischen Entzugserscheinungen zu verringern.

Der Wirkstoff Lorazepam wirkt dämpfend auf das zentrale Nervensystem des Menschen. Erregungszustände, die zu Angst und Unruhe führen können, treten nicht mehr oder nur noch begrenzt auf. Bereits eine kleine Dosis genügt, damit sich bei den Patienten kurz nach der Einnahme Gefühle von Ruhe und Entspannung einstellen. Diese halten, je nach Dosierung, für mehrere Stunden an.

Riskant ist jedoch das hohe Abhängigkeitspotential der Substanz. So können bereits geringe Mengen Lorazepam innerhalb weniger Wochen oder Tage eine Sucht auslösen. Das gilt insbesondere für Menschen mit Alkohol- oder Drogenproblemen. Wird das Medikament Tavor® abgesetzt, treten Entzugserscheinungen auf, die häufig den ursächlichen Symptomen ähneln, für die das Medikament verordnet wurde. Vor der Einnahme des Arzneimittels sollte dementsprechend ein ausführliches Gespräch mit dem behandelnden Arzt stattfinden, bei dem Betroffene über sämtliche Risiken aufgeklärt werden.

Kann Tavor® die Wirkung von Alkohol vertiefen?

Lorazepam und Alkohol sind psychoaktive Stoffe, welche die Signalübertragung von Nervenzellen im menschlichen Organismus stark beeinträchtigen. Sie dämpfen den Reiztransfer und sorgen dafür, dass Erregungspotenziale blockiert oder zumindest stark abgeschwächt werden. Der Wirkstoff in der Tablette bzw. in alkoholischen Getränken überwindet die Blut-Hirn-Schranke und greift aktiv in den Neurotransmitter-Stoffwechsel des Betroffenen ein. Welche Prozesse sich hierbei genau abspielen, ist medizinisch bislang noch nicht in allen Details untersucht worden, sodass die genauen Auswirkungen von Alkohol und Lorazepam auf das menschliche Gehirn nicht exakt kalkuliert werden können. Fest steht jedoch, dass bei gleichzeitiger Einnahme von Ethanol, also Alkohol, und Lorazepam beide Wirkstoffe miteinander in Wechselwirkung treten. So verstärkt Tavor® die Wirkung von Alkohol. Wer unter Einfluss des Medikaments Bier, Wein oder andere Alkoholika konsumiert, muss damit rechnen, schneller und stärker betrunken zu werden und schlimmstenfalls in einen lebensbedrohlichen Zustand zu geraten. Viele Menschen, die gewohnheitsmäßig ein oder zwei Bier trinken und danach am Straßenverkehr teilnehmen, können unter Einfluss des Medikaments in punkto Reaktionsfähigkeit und Risikobewusstsein stark eingeschränkt sein und dadurch sich oder andere Verkehrsteilnehmer gefährden. Auch eine Alkoholvergiftung kann bei gleichzeitiger Einnahme beider Substanzen deutlich schneller als gewöhnlich auftreten – das gilt unter Umständen bereits bei einer Dosis, die Betroffene normalerweise gut vertragen.

Kann Alkohol die Wirkung von Tavor® verstärken?

Bei einer Behandlung mit Tavor® oder anderen Medikamenten, die Lorazepam enthalten, sollten Patienten grundsätzlich auf die gleichzeitige Einnahme alkoholhaltiger Getränke verzichten. Schließlich können sich nicht nur das Ausmaß der Trunkenheit, sondern auch andere Wirkungen und Nebenwirkungen verstärken. So ist es möglich, dass die dämpfenden Effekte beider Substanzen sich deutlich intensivieren, sodass verschiedene Funktionen des zentralen Nervensystems heruntergefahren werden. Dies kann so weit gehen, dass die Atemtätigkeit nur noch eingeschränkt abläuft. In diesem Fall kommt es zu einer sogenannten Atemdepression, die bis zu Bewusstlosigkeit, Koma oder Tod durch Atemstillstand führen kann.

Benzodiazepine wie Lorazepam werden normalerweise über die Leber abgebaut. Die Halbwertszeit des Wirkstoffs beträgt, je nach Dosis und Stoffwechsel, bis zu 18 Stunden. Die Leber hat also innerhalb von 18 Stunden die Hälfte des Wirkstoffs im Blut abgebaut. Für die Leber ist der Abbau des Medikaments eine große Belastung, die sich unter dem Einfluss von Alkohol verstärken kann. Schließlich vollzieht sich auch der Abbau von Alkohol vornehmlich in der Leber, sodass das Stoffwechselorgan bei gleichzeitiger Einnahme einer Doppelbelastung standhalten muss. Dies birgt die Gefahr, dass sich der Abbau des Medikaments verzögert und die Wirkung deutlich länger anhält als erwünscht.

Wann darf man nach der Einnahme von Tavor® wieder Alkohol trinken?

Für eine erfolgreiche und möglichst risikofreie Behandlung akuter psychischer Erkrankungen mithilfe von Tavor® sollten in Bezug auf Alkohol einige Vorsichtsmaßnahmen berücksichtigt werden. Möchten Patienten nach der Einnahme von Lorazepam ein Glas Wein oder Bier trinken, orientieren sie sich meist daran, wie lange die Wirkung des Medikaments laut Packungsbeilage andauert. Diese Angabe kann jedoch keine verlässliche Einschätzung liefern, wann wieder alkoholische Getränke konsumiert werden dürfen. Hierüber gibt die bereits erwähnte Halbwertszeit des Präparats Auskunft. Zwar hält die Wirkung des Benzodiazepins bis zu neun Stunden an. Trotzdem sind die Inhaltsstoffe des Arzneimittels im Organismus noch nicht vollständig abgebaut, sondern zirkulieren im Blut weiter durch den Körper und können auch jetzt noch in Wechselwirkung mit Alkohol oder anderen Drogen treten. Bei einer Behandlung mit Benzodiazepinen sollten die Betroffenen deshalb konsequent auf den Genuss alkoholischer Getränke verzichten. Nach dem Absetzen des Arzneimittels empfiehlt es sich, eine gewisse Frist einzuhalten und diese mit dem behandelnden Arzt zu besprechen.

Warum ist Tavor® für Menschen mit einer Alkoholsucht besonders gefährlich?

Beim Thema Tavor® und Alkohol sind Patienten mit einer Suchthistorie besonders gefährdet. Sie können durch die Einnahme von Lorazepam nicht nur einen Rückfall provozieren, sondern geraten auch deutlich schneller in eine Tavor®-Abhängigkeit. So berichten Patienten, deren Entzugserscheinungen im Rahmen einer Therapie durch eine geringe Dosis Lorazepam behandelt wurden, davon, dass sie ein gesteigertes Verlangen nach Alkohol verspürten, sobald das Benzodiazepin abgesetzt wurde. Auf der anderen Seite sind Personen, die schon einmal eine Abhängigkeit nach einem Suchtmittel durchlebt haben, generell sehr stark gefährdet, weitere Suchterkrankungen auszubilden. In diesem Zusammenhang sprechen Mediziner häufig von einer Suchtverlagerung. Wer mit Lorazepam oder anderen Benzodiazepinen behandelt werden soll, ist dementsprechend dazu angehalten, seinen Arzt über eine bestehende Suchtproblematik aufzuklären. In diesem Fall wird der Mediziner darüber nachdenken, ob für die Behandlung eventuell ein anderes Arzneimittel zur Anwendung kommen kann.

Weiterhin handelt es sich bei Menschen mit einer Alkoholkrankheit in der Regel um geschwächte Patienten. Je länger die Sucht bereits andauert, umso gravierender sind innere Organe, Immunsystem und Psyche angegriffen. So leiden Alkoholiker häufig unter einer Fettleber, einer alkoholischen Hepatitis oder einer Leberzirrhose. In diesem Fall kann der Abbau von Tavor® und Alkohol unter Umständen nur noch in eingeschränktem Umfang ausgeführt werden.

Wie sieht eine adäquate Behandlung alkoholbedingter Begleiterkrankungen aus?

Wer unter einer Alkoholsucht leidet und parallel dazu mit psychischen Begleiterkrankungen wie Depressionen, Angst oder Panikstörungen zu kämpfen hat, sollte sich von suchtfördernden Arzneimitteln grundsätzlich fernhalten. Anderenfalls besteht die Möglichkeit, dass sich die Sucht verstärkt und Mehrfachabhängigkeiten auftreten. Deutlich besser geeignet sind neuere Antidepressiva wie SSRI oder SSNRI, die bekannterweise kein Abhängigkeitspotenzial besitzen.

Langfristig gesehen, führt für Alkoholkranke, die unter Angst, Panik oder ähnlichen Symptomen leiden, allerdings kein Weg an einem qualifizierten Alkoholentzug vorbei. Gleichzeitig mit der Entgiftung und Entwöhnung werden in einer Alkoholentzugsklinik wie der My Way Betty Ford Klinik auch die Begleiterkrankungen angemessen behandelt und mögliche Ping-Pong-Effekte zwischen Sucht und begleitender psychischer Störung verhindert. Sollte es bereits zu einer Mehrfachabhängigkeit von Tavor® und Alkohol gekommen sein, helfen wir den Betroffenen durch eine Detoxikation und intensive psychische Entwöhnung unter therapeutischer Anleitung dabei, der Suchtspirale zu entkommen und ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Für weitere Informationen zum Tavor®-Entzug oder Alkoholentzug stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

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