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Suchtverlagerung: Suchtmittelwechsel als Risiko für Suchtkranke

Wer Alkohol, Drogen oder Medikamente konsumiert, erhofft sich in der Regel eine konkrete Wirkung. Häufig dienen die Substanzen als Problemlöser und sollen beispielsweise Schlafstörungen, soziale Hemmungen oder Ängste beseitigen. Menschen, die sich für einen Alkoholentzug, eine Drogentherapie oder einen Medikamentenentzug entscheiden, müssen dementsprechend neue Strategien entwickeln, damit sie künftig mit Problemen und schwierigen Situationen angemessen umgehen können. Andernfalls kann sich eine Suchtverlagerung manifestieren, bei der das Suchtmittel nach der Entzugstherapie durch ein anderes Mittel ersetzt wird.

Was ist eine Suchtverlagerung?

Unter der Sucht- oder auch Abhängigkeitsverlagerung wird das Verschieben bzw. Verlagern von Süchten auf eine andere psychotrope Substanz oder ein anderes Suchtverhalten verstanden. Patienten, die vom Alkohol abhängig sind und mit dem Trinken aufhören, nehmen anschließend beispielsweise Drogen wie Cannabis oder Kokain oder werden spielsüchtig. Umgekehrt können Drogenabhängige den Konsum von Speed oder Ecstasy ablegen und anschließend ein süchtiges Verhalten nach alkoholhaltigen Getränken entwickeln. So wird zwar einerseits das ursprüngliche Suchtverhalten beendet; andererseits hat der Entzug für Körper und Psyche jedoch nur geringe positive Auswirkungen, weil eine Abhängigkeit lediglich durch eine andere ausgetauscht wird. Suchtverlagerungen können sowohl bei stoffgebundenen Süchten als auch bei nicht stoffgebundenen Abhängigkeitserkrankungen auftreten. Sie entwickeln sich meist schleichend und werden von den Betroffenen erst nach einer längeren Zeit bemerkt. Auf lange Sicht ist eine Verlagerung auf andere Suchtmittel immer ein Zeichen dafür, dass das Leben des Abhängigen nicht selbstbestimmt verläuft und die Probleme nicht adäquat gelöst werden.

Wie entsteht eine Suchtverlagerung?

Nicht alle Menschen, die regelmäßig Alkohol trinken, werden zu Alkoholikern; nicht jeder, der zu Schmerztabletten greift, wird nach diesen Substanzen süchtig. Mittlerweile gilt es als erwiesen, dass neben sozialen Faktoren auch die Persönlichkeit und bestimmte psychiatrische Erkrankungen wie Schizophrenie oder ADHS bei der Entwicklung einer Suchterkrankung eine Rolle spielt. So entwickeln Menschen mit gefestigten Persönlichkeitsstrukturen und geringen Vorbelastungen seltener eine Alkoholsucht als Personen, die schon als Kind negative Erfahrungen mit dem Selbstwert oder der Selbstwahrnehmung gesammelt haben. Je nach Veranlagung und Vorbildfunktion der Eltern wird in solchen Fällen häufig zu Alkohol oder anderen Drogen gegriffen, um die vermeintliche Unzulänglichkeit zu bekämpfen. Wer trinkt, fühlt sich zunächst kommunikativer, offener, ist motivierter und weniger ängstlich. Nach der Alkoholtherapie kann die betroffene Person aufgrund fehlender alternativer Lösungsstrategien in ein tiefes Loch fallen und sich mit einer beunruhigenden Leere konfrontiert sehen. Oft wird auf einen anderen Problemlöser zurückgegriffen und auf diese Weise ein neues Ventil geschaffen, über welches Ängste, Unsicherheiten und andere Probleme abgebaut können.

Welche Arten der Suchtverlagerung gibt es?

Eine Suchtverlagerung kann zu verschiedenen Ersatzbefriedigungen führen und eine Abhängigkeit von stofflichen und nicht-stofflichen Mitteln bedingen. Obwohl nicht stoffgebundene Abhängigkeiten zunächst für die körperliche Gesundheit des Betroffenen weniger bedenklich scheinen als eine substanzgebundene Sucht, können sie dennoch den Süchtigen, sein soziales Umfeld und ggf. seine finanziellen Ressourcen extrem belasten.

Stofflich gebundene Abhängigkeitsverlagerung

Stoffliche Ersatzbefriedigungen treten häufig bei abstinenten Alkoholikern auf. Zu den hauptsächlichen Verlagerungen zählen:

  • Rauchen
  • Drogen
  • Medikamente
  • Süßigkeiten

Viele Alkoholsüchtige haben bereits während ihrer Alkoholabhängigkeit geraucht und greifen nach dem Alkoholentzug verstärkt zur Zigarette. Dies liegt in erster Linie daran, dass der Konsum von Nikotin und Alkohol miteinander in Wechselwirkung steht und gewissermaßen eng verknüpft ist. Auch für Alkoholkranke, die während des Trinkens nicht geraucht haben, besteht ein hohes Risiko, nach dem Entzug eine Nikotinabhängigkeit zu entwickeln. In beiden Fällen wird der durch die Alkoholsucht ohnehin bereits angegriffene Körper zusätzlich belastet. So schädigt Rauchen nicht nur die Lunge, sondern kann langfristig genau wie Alkohol die Entstehung von Krebserkrankungen begünstigen.

Manche Suchtkranke wiederum greifen während der Abstinenz zu Drogen. Besonders beliebt ist Cannabis, aber auch härtere Drogen werden konsumiert. Ähnliches gilt für verschiedene Arzneimittel, die beispielsweise beim Einschlafen helfen, Schmerzen lindern, die Stimmung heben oder beruhigend wirken. Diese gehören meist zur Gruppe der Opioide, Benzodiazepine oder Z-Substanzen. Ebenso kann Essen – üblicherweise in Form von Süßigkeiten – für die Gesundheit einen nachhaltigen Negativ-Effekt haben, zu Übergewicht führen und Diabetes oder eine Leberverfettung hervorrufen.

Nicht-stofflich gebundene Abhängigkeitsverlagerung

Zu den nicht-stofflichen Mitteln, die häufig als Suchtmittel-Alternative verwendet werden, gehören unter anderem:

  • Sport
  • Arbeit
  • Online Gaming
  • Glücksspiele
  • Sex

Obwohl Sport und Arbeit zunächst positive Ersatzbefriedigungen zu sein scheinen, um psychische Entzugserscheinungen bekämpfen zu können, kann auch hier ein Übermaß schädlich sein. So gehen die Betroffenen beispielsweise mehrmals am Tag Joggen und verausgaben sich dabei aufs Äußerste oder arbeiten das Wochenende durch, gönnen sich keine Pause und riskieren durch ihre Arbeitssucht ihre Partnerschaft.

Gleiches gilt für eine Suchtverlagerung auf Sex, Glücksspiele oder Online Games. Vielfach geht hierbei über kurz oder lang der Bezug zur Realität bzw. die Verhältnismäßigkeit verloren. So kann eine Flucht in virtuelle Welten dazu führen, dass Suchtkranke sich mehr und mehr in Pseudo-Realitäten verlieren. Der Verlust der Kommunikationsfähigkeit im wahren Leben und der Rückzug in die soziale Isolation sind die Folge. Noch schlimmer können die Konsequenzen bei der Fokussierung aufs Glücksspiel sein, bei dem finanzielle Verluste und gesellschaftlicher Abstieg drohen.

Professionelle Hilfe annehmen: Was tun gegen Suchtverlagerung?

Nur wer seine eigenen Verhaltensweisen ändert und sich konsequent von ungesunden Handlungsstrategien abwendet, kann die eigene Suchterkrankung auf lange Sicht tatsächlich hinter sich lassen. Zwar wird das Thema Sucht die Süchtigen ein Leben lang begleiten, jedoch bietet die richtige Therapie die Möglichkeit den Konsum von Alkohol und anderen Substanzen langfristig zu unterlassen, anstatt ihn bloß zu verlagern. Wichtig ist, dass der Entzug immer an eine psychotherapeutische Behandlung gekoppelt ist, da Abhängigkeitserkrankungen in der Regel auf ein komplexes Geflecht an Ursachen zurückzuführen sind. Um wieder Herr des eigenen Lebens zu werden und das starke Verlangen nach dem Suchtmittel zu überwinden, ist die Aufarbeitung der Suchtursachen im Rahmen einer Psychotherapie und eine angemessene Behandlung möglicher Begleiterkrankungen unabdingbar. In der My Way Betty Ford Klinik setzen wir daher den Fokus auf eine kognitive Verhaltenstherapie, in der destruktive Muster und Handlungsstrategien identifiziert und durch gesunde und zielführende neue Verhaltensweisen ersetzt werden. In Gruppentherapien kommen die Suchtkranken zudem mit anderen Betroffenen in Kontakt und können mit Menschen in ähnlicher Situation Erfahrungen und Strategien austauschen. Bei Fragen wenden Sie sich gern vertrauensvoll an das Team unserer Suchtklinik.

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