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  • Spezialisierung auf Suchterkrankungen und deren Begleiterkrankungen, wie Burnout, Depression, Angststörungen, etc.
  • langjährig bewährtes Therapiekonzept
  • Deutlich überdurchschnittliche Personalbesetzung
  • BAR-zertifiziert durch den Fachverbund Sucht, letztmals 2019
  • Rund um die Uhr ein Arzt im Haus
  • 45 Einzelzimmer, 8 davon klimatisiert
  • zugelassenes Krankenhaus im Bereich der Entgiftung

Alkoholtherapie: Der konkrete Ablauf eines Alkoholentzugs

Wenn sich das gelegentliche Gläschen Alkohol auf Partys oder zum Feierabend in eine ritualisierte Notwendigkeit verwandelt, ist es in vielen Fällen nur noch ein kleiner Schritt bis hin zu einer Suchterkrankung. Körperliche und psychische Schäden, der Kontrollverlust über das Trinkverhalten und der soziale Abstieg können die Folge sein. In diesem Fall bleibt meist nur noch ein Ausweg: Ein professioneller Entzug in Form einer Entgiftung mit anschließender entwöhnender Therapie in einer qualifizierten Fachklinik.

Statistisch gesehen bietet ein stationärer Alkoholentzug die größten Erfolgsaussichten, dauerhaft in ein Leben ohne Alkohol zurückzufinden. Trotzdem schrecken viele Betroffene vor diesem Thema zurück, weil sie nicht wissen, was genau auf sie zukommt. Eine umfassende Aufklärung und die Bereitstellung aller wichtigen Informationen sind deshalb entscheidend, um Patienten mit einer Alkoholsucht zu einer professionellen Therapie zu bewegen.

Selbsttest Alkoholabhängigkeit

AUDIT (Alcohol Use Disorders Identification Test Babor et al., 2001)

1. Wie oft nehmen Sie ein alkoholisches Getränk zu sich?

2. Wenn Sie alkoholische Getränke zu sich nehmen, wieviel trinken Sie dann typischerweise an einem Tag?

(Hinweis: 1 Glas Alkohol entspricht 0,33 Liter Bier, 0,25 Liter Wein oder Sekt, 0,02 Liter Spirituosen)

3. Wie oft trinken Sie 6 oder mehr Gläser Alkohol bei einer Gelegenheit?

4. Wie oft haben Sie in den letzten 12 Monaten erlebt, dass Sie nicht mehr mit dem Trinken aufhören konnten, nachdem Sie einmal begonnen hatten?

5. Wie oft passierte es in den letzten 12 Monaten, dass Sie wegen des Trinkens Erwartungen, die man normalerweise an Sie hat, nicht mehr erfüllen konnten?

6. Wie oft brauchten Sie während der letzten 12 Monate am Morgen ein alkoholisches Getränk, um sich nach einem Abend mit viel Alkoholgenuss wieder fit zu fühlen?

7. Wie oft hatten Sie während der letzten 12 Monate wegen Ihrer Trink- gewohnheiten Schuldgefühle oder Gewissensbisse?

8. Wie oft haben Sie sich während der letzten 12 Monate nicht mehr an den vorangegangenen Abend erinnern können, weil Sie getrunken hatten?

9. Haben Sie sich oder eine andere Person unter Alkoholeinfluss schon einmal verletzt?

10. Hat ein Verwandter, Freund oder auch ein Arzt schon einmal Bedenken wegen Ihres Trinkverhaltens geäußert oder vorgeschlagen, dass Sie Ihren Alkoholkonsum einschränken?

Ihre Gesamtpunktzahl hat einen Summenwert von

Dieser Selbsttest dient einer ersten groben Einschätzung der eigenen Trinkgewohnheiten. Ein Summenwert von 8 oder mehr Punkten gilt als Hinweis für ein problematischen Alkoholkonsum. Wir empfehlen Ihnen, sich mit ihrem Hausarzt oder mit einer Alkoholberatung in Verbindung zu setzen.

Vorüberlegungen: Welche Alkoholtherapien gibt es?

Eine Alkohol-Therapie kann auf drei unterschiedliche Arten durchgeführt werden. Obwohl alle drei Entzugsvarianten darauf abzielen, den Suchtkranken zur Abstinenz zu führen, unterscheiden sie sich grundlegend in ihrer Durchführung und ihren Erfolgsaussichten.

Kalter Entzug

Ein kalter Entzug wird ohne medizinische Begleitung in Eigenregie zu Hause durchgeführt. Aufgrund der starken körperlichen Symptome stellt er für den Betroffenen die härteste und gefährlichste Entzugsvariante dar und ist durch die seelischen Tiefs und die Unberechenbarkeit des Alkoholkranken auch für die Angehörigen äußerst belastend. Daher wird der Entzug häufig nach kurzer Zeit abgebrochen und bietet die geringsten Aussichten auf Erfolg.

Ambulante Alkoholtherapie

Eine ambulante Therapie wird unter ärztlicher Kontrolle zuhause oder in einer Tagesklinik durchgeführt. Der Patient entgiftet über mehrere Tage, ehe er im Anschluss diverse therapeutische Angebote in Anspruch nimmt. Er bleibt während der gesamten Alkoholtherapie in seinem gewohnten Umfeld und führt seine sozialen Kontakte unverändert weiter. Dadurch steigt zugleich das Rückfallrisiko, denn häufig triggert eine bestimmte soziale Konstellation den vermehrten Konsum von Alkohol. Schließlich ist bei belastenden familiären Situationen oder einem gefährdeten Arbeitsplatz die Gefahr besonders groß, erneut zur Flasche zu greifen.

Private oder öffentliche stationäre Therapie

Die besten Aussichten haben Menschen, die mit dem Trinken aufhören wollen, bei einem stationären Alkoholentzug, der Entgiftung und Entwöhnung in einem einzigen Behandlungsblock durchführt. Dies ist vorwiegend bei privaten Kliniken der Fall. Zwar wird die Entgiftung auch in öffentlichen Einrichtungen wie psychiatrischen Kliniken angeboten, die Entwöhnung erfolgt jedoch in einem separaten, zeitlich verzögerten Behandlungsschritt. In der Zwischenzeit wird der Betroffene nach wie vor mit seinem Alkoholproblem konfrontiert, da die psychische Abhängigkeit noch nicht überwunden ist. Darüber hinaus werden in einer privaten Suchtklinik vielfach auch individuelle Angebote zur Behandlung einer Alkoholabhängigkeit angeboten. So gibt es Suchttherapien speziell für Männer oder Frauen, für Schwangere und Mütter sowie für ältere Menschen.

Alkoholtherapie: Wer zahlt?

Die Behandlung einer Alkoholsucht müssen Betroffene nicht auf eigene Kosten durchführen; schließlich wird die Alkoholabhängigkeit seit 1968 in Deutschland offiziell als Krankheit anerkannt. Bei einem Entzug in einem öffentlichen Krankenhaus springen normalerweise die Krankenkasse oder die Deutsche Rentenversicherung ein und übernehmen die Kosten. Wer stationär in einer staatlichen Einrichtung entziehen möchte, sollte sich allerdings frühzeitig mit dem zuständigen Kostenträger in Verbindung setzen und sich um einen Therapieplatz bemühen. Vielfach ist mit langen Wartezeiten zu rechnen.

Bei einer privaten Klinik werden die Kosten selbst getragen, dafür sind aber bei freien Kapazitäten auch Sofortaufnahmen möglich. Je nach Krankenkasse übernehmen private Versicherungen häufig einen Teil der Leistungen. Über das genaue Prozedere, die Höhe der Kosten und die abgedeckten Leistungen informiert die jeweilige Entzugsklinik. Auch Drogenberatungsstellen und Mediziner können hinsichtlich weiterer Informationen zu den Alkoholtherapie-Kosten weiterhelfen.

Wie lange dauert eine Alkoholtherapie?

Eine stationäre Alkoholtherapie dauert in der Regel vier Wochen und verläuft in der My Way Betty Ford Klinik in vier aufeinander aufbauenden Phasen:

  • Situationsanalyse,
  • Stabilisierung,
  • Problembehandlung und
  • Rückfallprävention.

Dem Klinikaufenthalt schließt sich eine fünfte Phase in Form einer langfristigen Nachsorge an, deren Plan bereits in der behandelnden Klinik erarbeitet wird. Dieser umfasst üblicherweise eine ambulante Psychotherapie und den Besuch einer Selbsthilfegruppe, beispielsweise der Anonymen Alkoholiker. Darüber hinaus können individuelle Empfehlungen ausgesprochen werden.

Wie lange der Alkoholentzug letztendlich aber konkret dauert, ist immer davon abhängig, wie lange die Suchterkrankung bereits besteht, wie es um die Motivation des Betroffenen bestellt ist und welche Mengen Alkohol regelmäßig konsumiert werden. Auch mögliche Begleiterkrankungen spielen eine große Rolle für die Länge der Alkoholismus-Therapie. Um diese zielgerichtet behandeln zu können, ist gegebenenfalls eine Verlängerung notwendig. Die genauen Konditionen sollten in der Fachklinik mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Wie funktioniert eine Alkoholtherapie in einer privaten Suchtklinik?

In einer spezialisierten Fachklinik, bei der körperlicher und psychischer Entzug miteinander gekoppelt sind, greifen beide Phasen der Entzugstherapie ineinander und bieten den Patienten über die gesamte Entzugstherapie hinweg einen geschützten Rahmen, um ihr Leben ohne Alkohol neu anzupacken.

Aufnahme in einer Fachklinik: Vorgespräch, Anamnese und Zielsetzung

Alkoholtherapie: Gespräch in einer FachklinikWer sich für eine stationäre Behandlung entscheidet, um den Alkohol für immer hinter sich zu lassen, der kann in einer professionellen Fachklinik zunächst ein ausführliches Vorgespräch erwarten. In diesem können auch mögliche Ängste hinsichtlich der Behandlung und weitere Fragen angesprochen werden. Darüber hinaus werden sämtliche Aufnahmeformalitäten abgewickelt.

In der Anamnese mit dem behandelnden Arzt werden der aktuelle Gesundheitszustand des Patienten und die jeweilige Suchtbiografie festgehalten. Diverse Testverfahren und eine umfangreiche Labordiagnostik helfen dabei den gesundheitlichen Check abzurunden. So werden normalerweise die Zustandsmarker und Verlaufsmarker bestimmt. Auf diese Weise erhält der Suchtmediziner ein umfassendes Gesamtbild, kann die Ausprägung der Abhängigkeit abschätzen und die weitergehende Behandlung exakt auf den jeweiligen Patienten abstimmen. Parallel dazu werden erste therapeutische Ziele festgelegt.

Körperlicher Entzug bzw. körperliche Entgiftung

Eine Alkoholsucht besteht aus einer psychischen und einer physischen Komponente. Die körperliche Abhängigkeit überwinden alkoholkranke Menschen mit einer medikamentös unterstützten Alkoholentgiftung. Während der kompletten Detoxikation erfolgt eine engmaschige Überwachung der Vitalfunktionen, so dass lebensgefährliche Entzugserscheinungen wie das gefürchtete Delirium tremens weitgehend ausgeschlossen werden können. Als medikamentöse Unterstützung kommen häufig Benzodiazepine sowie Clomethiazol zum Einsatz. Diese Arzneimittel wirken prophylaktisch vor einem Entzugskrampfanfall, beruhigend und helfen gegebenenfalls gegen Schlafstörungen. Um die Entzugserscheinungen zu lindern und die Rehabilitation zu unterstützen, werden in den Reha-Kliniken meist begleitende Therapien wie Achtsamkeitstraining, Entspannungstechniken, Akupunktur und Neuro-elektrische Stimulation (NES) angeboten.

Psychotherapie zur psychischen Entwöhnung

In einer Klinik, die nicht nur auf die stationäre Entgiftung, sondern auch auf die anschließende Entwöhnung spezialisiert ist, werden Alkoholsüchtige schon während, spätestens aber direkt nach dem Abklingen der Entzugserscheinungen psychotherapeutisch begleitet. Hierbei geht es um zwei wichtige Aspekte:

  • Die Aufarbeitung von Ursachen, die zur Alkoholabhängigkeit geführt haben, und
  • das Erlernen neuer Verhaltensstrategien und -muster.

Schließlich hat das neue Leben ohne Alkohol auf lange Sicht nur dann eine Chance, wenn die Süchtigen lernen, die körperlichen und geistigen Signale richtig zu deuten und die entsprechenden Maßnahmen ergreifen, um einem erneuten Alkoholkonsum gegenzusteuern. Deshalb spielen sowohl tiefenpsychologische wie auch verhaltenstherapeutische Aspekte eine große Rolle. Die verschiedenen Sitzungen im Rahmen der Therapie werden in der Regel in Einzel- und Gruppensitzungen durchgeführt. Auch das soziale Umfeld in Form von Familienangehörigen wie Kindern, Eltern oder Partnern kann auf Wunsch in diese Phase des Entzugs einbezogen werden.

Behandlung psychischer Begleiterkrankungen (Komorbiditäten)

Häufig treten in Verbindung mit einer Alkoholsucht psychiatrische Erkrankungen auf, die im Wechselspiel mit der Suchterkrankung agieren. So wird einerseits bei einer Depression Alkohol konsumiert, um das Gefühl der Sinnlosigkeit zu bekämpfen und das Leben erträglicher zu gestalten; andererseits gehören Depressionen zu den häufigsten Folgeerkrankungen der Alkoholkrankheit. Weitere, weit verbreitete Komorbiditäten sind Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen, Zwangsstörungen oder auch Psychosen. Für den langfristigen Erfolg der Suchttherapie ist es also immens wichtig, auch die Begleiterkrankung adäquat zu behandeln. Andernfalls wird es immer wieder zu einem Ping-Pong-Effekt zwischen Sucht und Begleiterkrankung kommen.

Unterstützung gegen den Rückfall

Im Gegensatz zu vielen anderen Krankheiten lässt sich eine substanzbezogene Abhängigkeit nie vollständig heilen. Ist das Suchtgedächtnis einmal angelegt, kann es immer wieder zu Rückfällen kommen. Ausgelöst werden diese häufig durch belastende Alltagssituationen oder durch gesellschaftliche Anlässe, die zum Trinken animieren. Dabei ist die Definition eines Rückfalls in Forschung und Praxis nicht eindeutig festgelegt. Während einige Studien nur bei einem hohen Alkoholkonsum von einem Rückfall sprechen, gehen andere Untersuchungen bereits bei einem geringen einmaligen Konsum von einem Rezidiv aus. Unabhängig von der Höhe der konsumierten Alkoholmenge steigt das Risiko für die Betroffenen, beim erneuten Trinken immer wieder in die Spirale der Sucht zu rutschen.

Daher enthält eine qualifizierte Alkoholtherapie immer auch eine umfangreiche Rückfallprävention, die meist zum Ende der Entzugstherapie stattfindet. Diese ist vielfach kognitiv-verhaltenstherapeutisch ausgelegt und fördert die Eigeninitiative und das Selbstmanagement der Betroffenen. Im Vordergrund steht die Hilfe zur Selbsthilfe; auch Belastungserprobungen sind möglich. Je nach Klinik können unterschiedliche Rückfallmodelle angewandt werden. Das aktuell bekannteste ist die Rückfalltheorie des amerikanischen Suchtpsychologen Alan G. Marlatt. Darüber hinaus werden Sport- und Kreativtherapien angeboten und ermöglichen einem abstinenten Alkoholkranken den Zugang zu neuen Hobbies, die im Alltag vom Suchtdruck ablenken und neuen Lebensmut und Motivation vermitteln können.

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