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Suchtgedächtnis: Funktionsweise und Folgen

Alkoholsucht und Drogenabhängigkeit sind Krankheiten, die Betroffene auch nach dem Entzug begleiten, die chronisch und nicht heilbar sind. Schon ein alkoholfreies Bier oder der Anblick eines Joints können in betroffenen Menschen zu einem unstillbaren Verlangen führen, erneut zu konsumieren. Begründet werden muss diese Besonderheit mit dem sogenannten Suchtgedächtnis. Dieses entwickelt sich im Zusammenhang mit einer Abhängigkeitserkrankung und sorgt dafür, dass das Verlangen nach der suchtauslösenden Substanz auch nach dem Entzug dauerhaft bestehen bleibt. Leider gibt es bisher keine Option, das Suchtgedächtnis zu löschen, sondern nur die Chance, es mittels alternativer Verhaltensmuster immer wieder zu überschreiben und somit abzuschwächen – aber eben nicht zu beseitigen.

Wie funktioniert das Suchtgedächtnis?

Suchtgedächtnis: Wie funktioniert das Suchgedächtnis?Von den Erinnerungen an den letzten Wochenendurlaub, über den Geschmack des eigenen Lieblingsessens bis hin zu historischen Fakten: Das menschliche Gehirn speichert viele Informationen. Darüber hinaus verknüpft es Erinnerungen mit Emotionen. Das gilt insbesondere für positive Emotionen, die als Belohnung wahrgenommen werden. Diese Gefühlsverkettung speichert das Gehirn umgehend ab und erinnert sich dauerhaft daran. Auch Alkohol und Drogen lösen durch die Ausschüttung des Glückshormons Dopamin solche Belohnungseffekte aus und helfen dabei, Stress und Ängste zu bewältigen und gleichzeitig für eine gelöste Stimmung und Entspannung zu sorgen. Dieses emotionale Hoch wird als etwas Positives abgespeichert. Wann immer künftig stressige Situationen auftreten oder die eigene Gefühlslage in den Keller rutscht, erinnert sich das Gehirn an die stimmungsaufhellenden Effekte des Alkohols und aktiviert ein entsprechendes Verlangen. Ganz besonders gefährlich daran ist, dass die Informationen aus dem Belohnungssystem in einem Hirnareal gespeichert werden, das für die Sammlung von Reiz-Reaktions-Mustern zuständig ist. Je häufiger Alkohol oder Drogen als Problemlöser verwendet werden, umso stärker verfestigen sich diese Muster, so das mit der Zeit bereits minimale Reize genügen, um den Suchtdruck zu aktivieren. Demnach entsteht das Belohnungsgedächtnis nicht willkürlich bei gelegentlichem Alkoholkonsum, sondern immer dann, wenn durch psychogene Substanzen bewusst die Gemütslage gehoben werden soll.

Wo sitzt das Suchtgedächtnis?

Wenn Suchtmittel wie Drogen und alkoholische Getränke zur Entwicklung eines Suchtgedächtnisses führen, hat dies nicht nur mit dem neutralen Abspeichern von Informationen zu tun. Tatsächlich findet durch die Veränderung des Neurotransmitter-Stoffwechsels ein regelrechter Umbau der Strukturen im Gehirn der Betroffenen statt. Dies geschieht vor allem im Vorderhirn, wo sich viele Rezeptoren, die auf Botenstoffe wie Dopamin ansprechen, befinden und dafür verantwortlich sind, dass die durch das Hormon hervorgerufene positive Stimmung tatsächlich wahrgenommen wird. Nach dem Konsum von Drogen und alkoholischen Getränken ist die Ausschüttung des Hormons besonders hoch, so dass andere Glücksgefühle auslösende Anlässe, wie zum Beispiel ein lustiger Film oder eine Verabredung mit Freunden, nicht an dieses Level heranreichen. Daher werden drogeninduzierte Glücksgefühle als besonders intensiv wahrgenommen. In der Folge bildet das Gehirn neue Rezeptoren für Dopamin aus, wodurch sich das Gleichgewicht der Botenstoffe verschiebt. Was früher ausgereicht hat, um glücklich zu sein, ist nun nicht mehr genug. Das führt zum einen unausweichlich zum wiederholten Drogenkonsum, zum anderen muss die Dosis regelmäßig erhöht werden. Umstrukturierungen des Gehirns finden bei der Entwicklung eines Suchtgedächtnisses jedoch nicht nur im Vorderhirn, sondern auch in der Amygdala sowie in bestimmten Arealen des Cortex statt.

Was bewirkt das Suchtgedächtnis?

Wie bereits erwähnt, verändert der Konsum von Drogen oder Alkohol das Gehirn des Menschen und beeinflusst dessen interne Strukturen. Es stellen sich hinreichend positive Gefühle nur noch dann ein, wenn Alkohol getrunken oder Drogen konsumiert werden. Wird auf den Konsum verzichtet, reagiert das Hirn mit psychischen und physischen Entzugserscheinungen wie Angstzuständen, Tremor, Entzugskrampfanfällen, Halluzinationen oder auch depressiven Episoden.

Lässt sich das Suchtgedächtnis löschen?

Die Umprogrammierung der Hirnstrukturen ist nach neueren Erkenntnissen dauerhaft. Das bedeutet, dass selbst mit eintretender Abstinenz keine Veränderungen im einmal ausgebildeten Suchtgedächtnis entstehen. Der sogenannte Suchtdruck oder das Craving bleiben demnach ein unangenehmer Begleiter der Abhängigen. Auch viele Jahre nach der Entgiftung und Entwöhnung können einzelne Reize noch immer dafür sorgen, dass das Belohnungsgedächtnis wieder aktiviert wird. Um einen Rückfall zu vermeiden, müssen Menschen, die an einer Alkoholabhängigkeit gelitten haben, auch als trockener Alkoholiker auf alkoholhaltige Lebensmittel verzichten. Durch die Dauerhaftigkeit des Suchtgedächtnisses lässt sich außerdem schließen, dass vom Alkohol abhängige Menschen niemals kontrolliert trinken können. Auch nach vielen Wochen, Monaten und Jahren der Rauschmittelfreiheit kann das Belohnungsgedächtnis wieder aktiviert werden und dafür sorgen, dass der Betroffene erneut in die Sucht abrutscht.

Wie kann eine Therapie helfen?

Der erfolgversprechendste Weg aus der Sucht führt über einen qualifizierten Alkoholentzug oder Drogenentzug in einer Suchtklinik. Statistiken zeigen, dass eine professionelle Therapie deutlich weniger Rückfälle nach sich zieht als ein kalter Entzug oder eine ambulante Entgiftungsbehandlung. Das gilt jedoch nur für die kombinierte Methode aus Entgiftung und Entwöhnung, wie sie in der My Way Betty Ford Klinik umgesetzt wird. Ursächlich für die besseren Erfolgschancen ist, dass Patienten unter ärztlicher Aufsicht entziehen und nachfolgend an einer umfangreichen psychotherapeutischen Behandlung teilnehmen. In insgesamt zehn wöchentlichen Einzel- und Gruppentherapien werden sämtliche Ursachen und Begleiterscheinungen der Krankheit aufgearbeitet. Auch das soziale Umfeld, wie zum Beispiel der Partner oder die Kinder, kann einbezogen werden. Die Suchtkranken erlernen, wie sie in ihrem zukünftigen Leben mit dem Suchtgedächtnis umgehen und dank neuer Strategien abstinent bleiben. Darüber hinaus ist es ein wichtiges Ziel der Therapie, neuen Lebensmut zu erlangen. Begleitende Therapieangebote helfen dabei, die durch den Wegfall des Rauschmittels entstandene Lücke zu füllen. So können die Suchtkranken neue Wege finden, dank derer positive Botenstoffe aktiviert werden, beispielsweise durch Sport, Kunst oder auch Entspannungstechniken.

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