Trinktagebuch

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Aktualisiert am: 23.02.2021
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Trinktagebuch: alles Wichtige in 30 sec.

  • Ein Trinktagebuch kann Aufschluss über das persönliche Trinkverhalten und einen möglichen Alkoholmissbrauch geben.
  • Es kann das kontrollierte Trinken erleichtern und bei der Vorbereitung auf eine MPU den Veränderungswillen des Betroffenen dokumentieren.
  • Absolute Ehrlichkeit, zeitnahe Eintragungen und eine Auflistung der konsumfördernden Gefühle und Situationen sind wichtig.
  • Durch die aufgelisteten Erfolge wirkt das Trinktagebuch zudem motivierend auf den Betroffenen.
  • Die Auswertung gibt Aufschluss, ob das Trinkverhalten unbedenklich oder ob eine Behandlung erforderlich ist.
  • Bei Alkoholmissbrauch reicht meist eine Entwöhnung als Behandlung aus, bei einer Sucht ist ein Alkoholentzug erforderlich.
Inhalt

Auseinandersetzung mit dem persönlichen Trinkverhalten

Ab wann ist man Alkoholiker? Wie viel Alkohol darf man unbedenklich trinken? Diese Fragen beschäftigen zahlreiche Menschen mit regelmäßigem Alkoholkonsum. Dennoch möchte nicht jeder Betroffene sofort einen Arzt aufsuchen oder einen Termin in einer Suchtberatungsstelle vereinbaren. Das Führen eines Trinktagebuchs kann einen ersten Anhaltspunkt über mögliche Trinkmuster liefern und Auskunft über den Konsum auslösende Situationen geben. Deutet die Auswertung auf eine Alkoholsucht oder auf einen problematischen Alkoholkonsum hin, sollte allerdings professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden.

Mögliche Einsatzmöglichkeiten eines Trinktagebuchs

Wie bereits erwähnt, kann ein Trinktagebuch dazu verwendet werden, um sich umfassend mit dem eigenen Alkoholkonsum auseinanderzusetzen. Auch für das kontrollierte Trinken wird das Tagebuch gerne als Hilfestellung genutzt. Schließlich wissen die Betroffenen durch die Dokumentation genau, welche Menge an Alkohol sie täglich bzw. pro Woche trinken dürfen. Dabei sollten der Gesundheit zuliebe immer auch Tage mit einem kompletten Verzicht auf Alkohol eingeplant werden. Ein derartiger Einsatz kann allerdings nur dann funktionieren, wenn sich noch keine Alkoholsucht entwickelt hat, da es bei einer Abhängigkeitserkrankung durch die Entwicklung des Suchtgedächtnisses, den Kontrollverlust und das starke Substanz-Verlangen (Craving oder auch Suchtdruck genannt) nicht mehr möglich ist, kontrolliert zu trinken.

Auch bei der Vorbereitung auf eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) kann das Trinktagebuch wertvolle Dienste leisten, da es den festen Willen des Betroffenen dokumentiert, sein Konsumverhalten nachhaltig zu verändern. Darüber hinaus dient es als Nachweis dafür, dass das kontrollierte Trinken ernst genommen und der Alkoholkonsum detailliert geplant wird. Stehen kommende Ereignisse fest, bei denen mit großer Wahrscheinlichkeit getrunken wird, sollten diese bereits vorab in die App oder den Ausdruck des Tagebuchs eingetragen werden.

Nicht nur für den Konsumenten selbst, sondern auch für die dazugehörige Familie kann eine Dokumentation der Trinkgewohnheiten sinnvoll sein: Sei es für Frauen, die sich fragen, ob der Partner zu viel trinkt, oder für die Eltern Jugendlicher, die sich Gedanken über den Alkoholkonsum ihres Kindes machen. Eine solche Nutzung funktioniert allerdings nur mit dem Einverständnis und der Bereitschaft der konsumierenden Person.

Tipps zur Nutzung eines Trinktagebuchs

Trinktagebücher sind sowohl online als auch offline erhältlich. Welche Art des Protokollierens gewählt wird, bleibt den persönlichen Vorlieben der Betroffenen vorbehalten. Um das Trinktagebuch bestmöglich analysieren zu können, sollten allerdings nachfolgende Regeln beachtet werden:

  • Beim Ausfüllen ist absolute Ehrlichkeit wichtig, andernfalls kann das Buch keine realistische Einschätzung, geschweige denn eine Hilfestellung vermitteln.
  • Um kein Getränk zu vergessen und den Konsum von Alkohol wahrheitsgemäß einschätzen zu können, sollte jedes Glas Bier, Wein oder Schnaps sofort notiert werden. Konsumenten, welche die Druckversion des Trinktagebuchs nutzen, sollten diese daher immer mit sich führen.
  • Die den Alkoholkonsum auslösenden Gefühle und Situationen sollten ebenfalls eingetragen werden, um mögliche Konsum-Trigger zu ermitteln.
  • Auch die Uhrzeit des Konsums spielt eine große Rolle und sollte festgehalten werden. So kann später ausgewertet werden, ob die betreffende Person den Alkohol beispielsweise als Eye Opener benötigt, um morgens überhaupt „in die Gänge“ zu kommen.
  • Nennen Sie bitte ebenfalls Ihre Mittrinker. So können Sie später besser beurteilen, ob Sie in Gesellschaft bestimmter Personen mehr trinken als allein.

Vorteile eines Trinktagebuchs

TrinktagebuchZusätzlich zur reinen Dokumentation wirkt ein Trinktagebuch äußerst motivierend und erinnert bei jeder Nutzung an die guten Vorsätze in Sachen Alkohol. Auch die bereits erreichten Erfolge sind für den Nutzer stets präsent. Der wichtigste Vorteil jedoch ist eine signifikante Verbesserung von Gesundheit und Fitness, wenn ein riskanter Alkoholkonsum durch das Trinktagebuch in einen risikoarmen Konsum verwandelt wird.

Auswertung des Trinktagebuchs

Wenn der Konsum alkoholischer Getränke über mehrere Wochen hinweg dokumentiert wurde, geht es an die Auswertung des Trinkverhaltens. Anhand der im Trinktagebuch angegebenen Grenzwerte lässt es sich leicht überprüfen, ob der Alkoholkonsum noch normal und unbedenklich ist oder behandelt werden sollte. Liegen die täglichen Trinkmengen deutlich über dem risikoarmen Bereich, gilt es schnell zu handeln, um die Entwicklung einer Sucht zu verhindern oder die Folgen einer bereits entstandenen Abhängigkeit zu minimieren. Kompetente Ansprechpartner rund um Suchtfragen und in Frage kommende Behandlungsmöglichkeiten sind der behandelnde Arzt, die Mitarbeiter einer Suchtberatungsstelle oder die Spezialisten einer Suchtklinik.

Alkoholmissbrauch und Alkoholsucht behandeln

Bei der Behandlung des Alkoholproblems kommt es darauf an, ob es sich um einen Alkoholmissbrauch oder eine Alkoholsucht handelt. Da bei einem Alkoholmissbrauch in der Regel weder Craving noch Kontrollverlust entstanden sind, besteht die Therapie des Missbrauchs meist lediglich aus einer Alkoholentwöhnung. Das Hauptziel der Behandlung liegt darin, sich therapeutisch mit den psychischen Ursachen des Konsums auseinanderzusetzen und alternative Lösungsstrategien für den Alltag zu entwickeln.

Ist der Betroffene bereits alkoholkrank, kann ihm im Grunde nur noch ein qualifizierter Alkoholentzug helfen, der nach Möglichkeit stationär in einer Suchtklinik stattfinden sollte. Hier geht der psychischen Entwöhnung eine körperliche Entgiftung voraus, in der die Entzugssymptome medikamentös gelindert und die Vitalfunktionen laufend kontrolliert werden. In der anschließenden Entwöhnung bzw. Suchtrehabilitation erfolgt wie auch beim Missbrauch eine intensive Psychotherapie.

Aufgrund des Suchtgedächtnisses ist eine ambulante Nachsorge nach dem Entzug unerlässlich, um die erreichte Abstinenz zu stabilisieren. Diese erfolgt in der Regel durch den Besuch eines Nachsorgetherapeuten (Einzel- oder Gruppentherapie) und die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe, in der sich aktiv mit dem Thema Alkohol und Sucht auseinandergesetzt wird.

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