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Craving: Der Suchtdruck, der das Leben bestimmt

Abhängigkeitserkrankungen wie Alkoholsucht, Medikamentenabhängigkeit oder Drogensucht sind durch eine Vielzahl von Symptomen gekennzeichnet. Eines der wichtigsten Merkmale ist das sogenannte Craving, d. h. das extrem starke Verlangen, das jeweilige Suchtmittel zu konsumieren. Häufig wird in diesem Zusammenhang auch von Suchtdruck gesprochen, dessen Überwindung das langfristige Ziel einer jeden Entzugstherapie ist. Der Weg dorthin ist oft mühselig und mit zahlreichen Stolpersteinen verbunden. So sind individuelle Strategien und ein starker, eigener Wille notwendig, um dauerhaft mit dem Trinken von Alkohol oder dem Konsum von Drogen oder Medikamenten aufhören zu können.

Suchtdruck: Was ist das?

Alkohol, Glücksspiele, Sport, Rauschgift oder Arbeit – es gibt viele Dinge, nach denen Menschen süchtig werden können. Unabhängig davon, ob es sich um substanzgebundene oder nicht-stoffliche Abhängigkeiten handelt, erleben Betroffene in der Regel ein nicht oder nur bedingt kontrollierbares Verlangen, welches sie immer wieder dazu treibt, ihrer Abhängigkeit nachzugeben. Tritt das Craving auf, kreisen die Gedanken von Abhängigen ausschließlich darum, dieses zu stillen. Sie können sich nicht mehr oder nur noch schwer auf andere Dinge konzentrieren und überlegen sich Strategien, wie sie sich möglichst schnell Erleichterung verschaffen können. In erster Linie wird das heftige Verlangen auf der psychischen Ebene registriert, kann aber ebenso durch körperliche Entzugserscheinungen nach einer längeren Trink- oder Konsumpause ausgelöst werden.

Wie entsteht Craving?

Die Mechanismen, die zur Ausbildung einer Alkoholabhängigkeit oder anderen Suchterkrankungen führen, sind vielfältig und meist eng miteinander verknüpft. Schließlich sind es zahlreiche Faktoren auf genetischer, sozialer und psychischer Ebene, die Einfluss auf die Krankheitsentwicklung nehmen. Fakt ist jedoch, dass erlerntes Verhalten einen entscheidenden Beitrag bei der Entstehung des starken Verlangens nach Alkohol bzw. einem anderen Suchtmittel leistet. So werden Alkohol, Cannabis oder Beruhigungsmittel als Problemlöser in schwierigen oder stressigen Situationen eingesetzt. Sie sorgen für Erleichterung, weil sie kurzfristig Entspannung verschaffen, beim Einschlafen helfen oder die Stimmung heben. Über das dem Menschen inhärente Belohnungssystem bilden sich im Gehirn verschiedene Reiz-Reaktionsmuster aus, so dass eine Verknüpfung entsteht, die den Substanzkonsum mit etwas Positivem bzw. einer Belohnung assoziiert. Je häufiger Bier, Wein oder andere Drogen als Problemlöser verwendet werden, umso intensiver wird die Verbindung. Dies sorgt sogar dafür, dass sich im Gehirn Strukturen so ausbilden bzw. modifizieren, die sich mit der Zeit sukzessive verfestigen und so dazu beitragen, dass der Substanzkonsum konsequent hoch bleibt oder sich sogar noch weiter verstärkt. Hier spricht man auch von der Entwicklung des sogenannten Suchtgedächtnisses.

Wie lange dauert das Craving?

Personen, die unter Alkoholismus oder einer anderen stoffgebundenen Abhängigkeit leiden, erleben das Craving häufig als permanenten Begleiter. Die Zahl der Situationen, in denen sie den Wunsch verspüren zu konsumieren, scheint nahezu unberechenbar zu sein. Die Betroffenen empfinden das Gefühl als so erdrückend, dass sie häufig nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Sie sind überzeugt, dass der Druck erst dann verschwindet, wenn sie ihm nachgeben. Deshalb schaffen es viele abhängige Menschen nicht, beispielsweise einen Alkoholentzug allein durchzustehen oder erleben einen Rückfall. Unbehandelt kann der Suchtdruck also über Jahre hinweg bestehen und letzlich das gesamte Leben andauern. Dennoch kann man während einer qualifizierten Alkoholtherapie lernen, das Craving umzuwerten und ihm durch konstruktive Lösungsstrategien zu begegnen.

Wie mit Suchtdruck umgehen?

Ob Betroffene an einer Alkoholabhängigkeit leiden oder rauschgift- bzw. medikamentensüchtig sind – die meisten Strategien gegen das Craving sind multifunktional und können bei allen Arten einer Abhängigkeit hilfreich sein. Ganz besonders wichtig ist jedoch, dass jeder Patient seinen eigenen Weg in eine dauerhafte Abstinenz findet. So müssen sämtliche Lösungsmöglichkeiten der Persönlichkeit und der Lebenssituation des Abhängigen entsprechen, um langfristig alte Muster beenden zu können.

Ablenkung gegen das Verlangen

Patienten, die an einer Alkoholabhängigkeit leiden und in einer stationären oder ambulanten Therapie entziehen, entscheiden sich vielfach dazu, Situationen, in denen Craving entstehen kann, zu vermeiden und sich beim Auftreten des starken Suchtdrucks möglichst schnell abzulenken. So sollten vor allem in der Anfangszeit Bars, Kneipen und andere Örtlichkeiten, in denen Anwesende Alkohol trinken, konsequent gemieden werden. In Situationen, in denen das Umfeld trinkt, sollten sich die Betroffenen die Möglichkeit schaffen, sich jederzeit entfernen und den Rückzug antreten zu können.

Darüber hinaus ist es sehr sinnvoll, mithilfe neuer Hobbys für Ablenkung zu sorgen. Vor allem Sport und kreative Tätigkeiten wie Malen und Zeichnen, Töpfern oder das Erlernen eines Instruments können den Fokus von der Substanz ablenken und helfen, im eigenen Leben wieder einen neuen Sinn zu finden – ohne Konsum der abhängigkeitserzeugenden Substanzen. Vorsicht ist in diesem Zusammenhang jedoch hinsichtlich einer Suchtverlagerung geboten. Viele ehemalige Alkohol- oder Drogenabhängige, die nach einem Entzug erfolgreich auf den Substanzkonsum verzichten, wenden sich Sucht-Alternativen wie Nikotin oder zuckerhaltigen Speisen zu. Derartige Folgen ergeben sich häufig, wenn die Sucht nicht ausreichend therapeutisch aufgearbeitet wurde.

Gespräche gegen das Craving

Millionen Menschen sind suchtkrank, doch nur ein Bruchteil von ihnen holt sich im Kampf gegen die Medikamenten- und Drogensucht oder die Alkoholabhängigkeit professionelle Hilfe und Unterstützung. Dabei sind es vor allem therapeutische Gespräche, die dabei helfen können, das starke Substanzverlangen zu lindern und besser zu regulieren. Selbsthilfegruppen wie die Anonymen Alkoholiker bieten den Austausch mit anderen Süchtigen an. Über akute Stresssituationen mit einem erhöhten Rückfallrisiko zu sprechen, kann Ängste lindern und das Craving in seiner Bedeutung schmälern. Ebenfalls förderlich können Gespräche mit guten Freunden, der Familie oder Sozialarbeitern sein.

Den Suchtdruck aushalten

Nicht alle Ansätze, die sich mit der Behandlung des krankhaften Konsums von Medikamenten, Drogen und Alkohol beschäftigen, zielen auf Ablenkung und Gespräche ab. Immer mehr neue Methoden beschäftigen sich stattdessen mit dem Gedanken, dass das Aushalten des Verlangens auf lange Sicht bessere Erfolge verspricht. Ein Beispiel hierfür sind Achtsamkeitstrainings, bei denen es vorrangig darum geht, die körperliche Wahrnehmung zu verbessern. Wer intensiv spürt, was er fühlt, kann innerhalb kürzester Zeit auf Signale angemessen reagieren. Oftmals macht sich der Suchtdruck schließlich nicht nur mit psychischen Symptomen bemerkbar, sondern auch durch körperliche Signale, wie etwa Magenschmerzen, Schwitzen oder Zittern. Wer in der Therapie lernt, diese Signale richtig zu deuten, kann die passenden Maßnahmen ergreifen und so gezielt die Gefahr eines Rückfalls verringern.

Darüber hinaus wird das starke Suchtverlangen im Rahmen des Achtsamkeitstrainings ganz neu betrachtet. Anstatt sich abzulenken und dem Problem aus dem Weg zu gehen, konzentrieren sich die Patienten voll und ganz auf das Verlangen. Sie spüren, wie der Druck in ihrem Inneren ansteigt, sich wie eine hohe Welle auftürmt, dann aber allmählich wieder abebbt. Wenn Menschen mit einer Alkoholabhängigkeit oder einer anderen Sucht im Rahmen von Therapie und Behandlung lernen, dass das Verlangen nach dem Suchtmittel nicht konstant hoch bleibt, sondern mit der Zeit sicher abflaut, können sie die Erfahrung eines neuen Reiz-Reaktionsmusters machen. In Situationen, in denen sie normalerweise den Konsum von Medikamenten, Drogen oder Alkohol zur Problemlösung genutzt haben, können sie nun anders reagieren und ihr Leben entsprechend nicht mehr von den Substanzen steuern lassen.

Wann hört der Suchtdruck endgültig auf?

Wer seinen pathologischen Substanzkonsum in den Griff bekommen möchte, um wieder selbstbestimmt leben zu können oder die eigene Gesundheit zu schützen, sollte im Kampf gegen das körperliche und psychische Verlangen nach der suchtauslösenden Substanz professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. In der My Way Betty Ford Klinik behandeln wir den Alkoholismus und die Sucht nach Medikamenten und Drogen ganzheitlich. Das bedeutet, dass einerseits der körperliche Entzug erfolgt, andererseits das seelische Verlangen therapiert wird. Während bei der physischen Entgiftung diverse Medikamente helfen können, die Entzugserscheinungen zu lindern, erfordert die Lösung von der psychischen Alkoholabhängigkeit eine intensive therapeutische Betreuung. Im Rahmen der Behandlung findet eine umfangreiche Aufarbeitung der möglichen Suchtgenese statt. Das ist entscheidend, um die grundlegenden Verhaltensmuster, die den schädlichen Konsum ausgelöst haben, zu identifizieren. Anschließend werden individuelle Strategien erlernt, um den Konsum zu beenden und nachhaltig abstinent zu leben. Auf diese Weise lernen Suchtkranke nicht nur, nicht zu konsumieren, sondern auch die Gedanken an das Suchtmittel besser zu kontrollieren. Unsere niedrigen Rückfallquoten verdeutlichen, wie vielversprechend und erfolgreich dieser Ansatz ist. Das gilt ebenfalls für Angehörige von Suchtkranken, die auf Wunsch in die Behandlung eingebunden werden und zahlreiche Hilfestellungen rund um das Thema Sucht und Abstinenz erhalten. Für weitere Informationen zu unserer Suchtklinik und unserer Suchttherapie stehen wir gern zur Verfügung.

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