24 Stunden Direktkontakt

0800 / 55 747 55
aus dem Ausland +49 180 / 55 747 55 Zum Kontaktformular
  • Spezialisierung auf Suchterkrankungen und deren Begleiterkrankungen, wie Burnout, Depression, Angststörungen, etc.
  • langjährig bewährtes Therapiekonzept
  • Deutlich überdurchschnittliche Personalbesetzung
  • BAR-zertifiziert durch den Fachverbund Sucht, letztmals 2019
  • Rund um die Uhr ein Arzt im Haus
  • 8 klimatisierte Zimmer und Therapieräume
  • zugelassenes Krankenhaus im Bereich der Entgiftung

Alkohol und Schlaf: Wie beeinflusst Alkohol den Schlaf?

Um das Thema Alkohol ranken sich viele Mythen. So soll beispielsweise das tägliche Glas Wein die Herz-Kreislauf-Gesundheit stärken oder ein moderater Alkoholkonsum das Risiko für Demenzerkrankungen verringern. Mindestens ebenso bekannt ist die Theorie, dass Alkohol bei Einschlafstörungen hilft. Viele Menschen greifen deshalb regelmäßig zu Bier, Wein oder hochprozentigen Alkoholika, um abends bzw. nachts besser schlafen zu können. Tatsächlich ist Alkohol als Schlafmittel jedoch gänzlich ungeeignet und minimiert die Chancen auf einen erholsamen Schlaf.

Warum kann man besser schlafen, wenn man Alkohol getrunken hat?

Insbesondere nach einem hektischen Arbeitstag oder in stressigen Lebensabschnitten greifen Menschen abends gern zu alkoholhaltigen Getränken, um besser einschlafen zu können. Der Alkohol hat einen beruhigenden Effekt und sorgt dafür, dass Körper und Psyche sich entspannen. Dadurch wird das Einschlafen deutlich erleichtert, denn das Gedankenkarussell hört endlich auf sich zu drehen, die Herzfrequenz wird heruntergefahren und Betroffene kommen allmählich zur Ruhe. Tatsächlich haben Forscher herausgefunden, dass eine kleine Menge Alkohol beim Einschlafen helfen kann. Spätestens in der Nacht verkehrt sich die Wirkung jedoch ins Gegenteil. Nun treten vermehrt Schlafstörungen auf, die körperlich und psychisch belastend sind.

Warum verursacht Alkohol Schlafstörungen?

Alkohol und Schlaf: Warum verursacht Alkohol Schlafstörungen?Wer nach einem Glas Bier oder Wein zu Bett geht, muss meist nicht lange warten, bis der Schlaf ihn überkommt. Der Schein ist jedoch trügerisch: Bei Probanden haben Forscher nach dem Konsum von Alkohol im Schlaf EEG-Messungen durchgeführt. Diese haben zwar einerseits in den Hirnströmen Aktivitäten nachmessen können, die für den sogenannten Slow Wave Sleep (Tiefschlaf) charakteristisch sind, gleichzeitig wurden aber auch erhöhte Aktivitäten in den vorderen Hirnbereichen registriert – und die zeigen eindeutig, dass der alkoholinduzierte Tiefschlaf nicht umfassend ist bzw. nicht alle Hirnareale umspannt.

Alkohol verändert also den Tiefschlaf. Das kann gravierende Konsequenzen haben, denn gerade diese Phase ist für einen erholsamen und gesunden Schlaf entscheidend. Nur wenn die Tiefschlafphase vollständig durchlebt wird, können Körper und Geist sich angemessen regenerieren. Doch der gestörte Tiefschlaf ist nicht das einzige Problem, das der abendliche Alkoholkonsum auslöst: Beim Alkoholabbau entstehen toxische Abbauprodukte, die aktivierend wirken und dafür sorgen, dass Betroffene in der zweiten Nachthälfte vermehrt wach werden. Spätestens jetzt ist an einen erholsamen Schlaf gar nicht mehr zu denken, denn das Durchschlafen funktioniert nicht. Hinzu kommen der alkoholbedingte vermehrte Harndrang, starkes Schwitzen und Durst, die bewirken, dass Betroffene nachts immer wieder aufwachen.

Wissenschaftler haben außerdem herausgefunden, dass gesunder Schlaf mit Alkohol aus einem weiteren Grund nicht funktioniert. Genauso wie die Tiefschlafphase wird nach vermehrtem Alkoholkonsum auch die sogenannte REM-Phase unterdrückt bzw. stark beeinflusst. Die REM-Schlafphasen sind für den Menschen besonders wichtig, denn in dieser Schlafperiode träumt er intensiv und ausgiebig. Studien zufolge leiden Personen mit einem gestörten REM-Schlaf an Konzentrationsschwierigkeiten und fühlen sich tagsüber müde und abgekämpft. Zusammengenommen führen die alkoholinduzierten Veränderungen der Schlafstrukturen und -muster auf lange Sicht zu gravierenden Schlafstörungen, die wiederum Depressionen, aggressives Verhalten oder andere schwerwiegende Symptome auslösen können. Darüber hinaus geraten Betroffene häufig in einen Teufelskreis, in dem sie versuchen alkoholbedingte Schlafstörungen zu behandeln, indem sie noch mehr Alkohol trinken.

Warum wird Schlafwandeln durch Alkohol ausgelöst?

Ein Glas Bier oder Wein vor dem Zubettgehen zu trinken, beeinflusst nicht nur die Zusammensetzung der Schlafphasen, sondern kann weitere Schlafstörungen begünstigen. So leiden viele Menschen, die kleine und große Mengen alkoholhaltiger Getränke zu sich nehmen, an Phänomenen wie Schlafwandeln, Schnarchen oder Schlafapnoe. Die Gründe hierfür sind vielseitig: Hinter dem Schlafwandeln, das auch als Somnambulismus bekannt ist, steht eine Schlafstörung, die zu den Parasomnien gehört. Schlafwandeln beschreibt das Phänomen, bei dem Betroffene ihr Bett verlassen und teilweise einfache oder sogar komplexe Handlungen ausführen, ohne dabei vollständig aufzuwachen. Schlafwandeln kommt in der Regel nur dann zustande, wenn die betroffene Person sich gerade in der Tiefschlafphase befindet. Da genau diese Schlafphase durch größere Mengen Alkohol intensiv beeinflusst wird, treten Schlafwandeln oder auch Sprechen im Schlaf häufiger auf. Ähnliches gilt für Schnarchen oder die sogenannte Schlafapnoe. Bei Letzterem handelt es sich um Atemaussetzer, die nicht nur gefährlich werden können, sondern auch schlechten Schlaf auslösen.

Warum dürfen Schlaftabletten und Alkohol nicht kombiniert werden?

Wer nachts nicht schlafen kann und unter Schlafstörungen oder Schlaflosigkeit leidet, kann mithilfe von ärztlich verordneten Medikamenten für Abhilfe sorgen. Je nachdem welche Art von Schlafstörung vorliegt, können Tabletten gegen Symptome wie Einschlaf- oder Durchschlafprobleme helfen. Sedierende oder beruhigende Medikamente dürfen jedoch in der Regel nicht zusammen mit alkoholhaltigen Getränken eingenommen werden. Hierbei treten teils lebensgefährliche Wechselwirkungen auf, die im schlimmsten Fall zum Tode führen können. Darüber hinaus kann die gleichzeitige Einnahme unterschiedlicher psychoaktiver Stoffe, die auf das zentrale Nervensystem wirken, dazu führen, dass die jeweilige Wirkung sich verändert. Anstatt besser einschlafen zu können, müssen Patienten befürchten, dass im Bett Symptome wie Herzrasen oder Angst- und Panikattacken auftreten. Diese können die Schlafstörungen langfristig verschlimmern.

Therapie und Entzug: Wie lange dauern Schlafstörungen nach dem Alkoholentzug an?

Schlafstörungen eigenmächtig mit Alkohol zu therapieren ist keine gute Idee. Zum einen sorgt der Alkoholkonsum erwiesenermaßen dafür, dass die Schlafqualität rapide sinkt, zum anderen steigt das Risiko für eine körperliche und psychische Abhängigkeit. Darüber hinaus begünstigt Alkohol als Schlafmittel psychiatrische Erkrankungen wie Depressionen oder Angst- und Panikstörungen. Wer schließlich eine Alkoholabhängigkeit entwickelt, muss in der in der Regel weitere negative Effekte auf den individuellen Schlaf-Wach-Rhythmus befürchten.

Nicht wenige Patienten mit einer Alkoholsucht leiden unter chronischem Schlafmangel, der auf lange Sicht zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Immunschwäche, Einbußen bei der Leistungsfähigkeit und vielen weiteren Folgen führen kann. Ein kalter Alkoholentzug ist in diesem Fall trotzdem nicht ratsam, denn ein solcher Alkoholentzug kann Schlafprobleme weiter verstärken.

Die Rede ist hierbei vom protrahierten Alkoholentzugssyndrom. Dieses äußert sich nicht nur im mangelnden Schlaf, sondern löst häufig auch Depressionen und Angst, leichte Reizbarkeit sowie Störungen bei Konzentration, Aufmerksamkeit und Merkfähigkeit aus. Diese Form der Entzugserscheinung kann sehr lange anhalten. Insbesondere die Probleme mit dem Schlaf basieren aller Wahrscheinlichkeit nach auf einer Störung im Serotonin-Haushalt, der durch die regelmäßige Zufuhr alkoholischer Getränke ausgelöst wird. Wer einen kalten Entzug durchführt und anschließend Nacht für Nacht keinen oder nur zu wenig Schlaf erfährt, bekommt nicht nur die gefährlichen Auswirkungen für den Körper zu spüren, sondern lebt auch in der ständigen Gefahr einen Rückfall zu erleiden. In der My Way Betty Ford Klinik laufen Therapie und Entzug deshalb nicht auf die reine Entgiftung hinaus, sondern es findet auch eine Behandlung der Begleiterscheinungen der Alkoholabhängigkeit und des Entzugs statt. So können Patienten beispielsweise im Rahmen der Therapie wieder lernen gesund zu schlafen. Zahlreiche zusätzliche Angebote unserer Klinik für Alkoholentzug, bieten zusätzliche Hilfestellungen für einen guten Schlaf. Auch Achtsamkeitstraining, autogenes Training oder verschiedene Sportmöglichkeiten unterstützen wieder besser und gesünder schlafen zu können.

Sie haben Interesse an unserem Angebot?
Jetzt unverbindliches Beratungsgespräch anfordern





Bitte beachten Sie unsere Angaben zum Datenschutz.