Wirkung von Alkohol

Lesezeit:
Aktualisiert am: 22.12.2022
Kontinuierlich neue Inhalte im Suchtratgeber Alkohol

Fachlich geprüft

alle Inhalte der Webseite wurden von Ärzten geprüft

Auswirkungen von Alkohol: alles Wichtige in 30 sec.

  • Das Rauschmittel Alkohol wirkt sich auf Körper, Psyche und Sozialleben der Konsumenten aus.
  • Je höher der Alkoholkonsum, umso schädlicher die Wirkung.
  • Insbesondere junge und ältere Menschen müssen beim Genuss von Alkohol gravierende Konsequenzen befürchten.
  • Negative Auswirkungen sind zum Beispiel eine Schädigung des Nervensystems, Beeinträchtigungen der Gehirnleistung, Organschäden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychische Störungen.
  • Viele Auswirkungen bleiben dauerhaft bestehen, nur ein kontinuierlicher Konsumstopp im Rahmen einer Therapie bringt Aussicht auf Besserung.
Inhalt

Was ist die Wirkung von Alkohol?

Unter der Wirkung von Alkohol versteht man die verschiedenen körperlichen, psychischen und sozialen Auswirkungen, die der Konsum der rauscherzeugenden Substanz haben kann. Dabei muss zwischen kurz-, mittel- und langfristigen Folgen unterschieden werden. Grundsätzlich gilt: Je intensiver der Konsum, umso gravierender sind die negativen Auswirkungen von Alkohol – bis hin zur Alkoholsucht und lebensbedrohlichen gesundheitlichen Konsequenzen.

Was sind die kurz-, mittel- und langfristigen Wirkungen von Alkohol?

Wenn es um die Betrachtung der möglichen Alkohol-Auswirkungen geht, gilt es zwischen kurz-, mittel- und langfristigen Folgen zu differenzieren: Wer nur einmal oder sehr selten alkoholische Getränke konsumiert und diese auch nur in kleinen Mengen zu sich nimmt, muss verständlicherweise mit anderen Konsequenzen rechnen als jemand, der täglich trinkt.

Was ist die kurzfristige Wirkung von Alkohol auf den Körper?

Der Konsum von alkoholhaltigen Getränken führt kurzfristig zu einem Rauschzustand. Durch die Beeinflussung der chemischen Balance im Gehirn fühlen die Betroffenen sich entspannt, glücklich und sozial enthemmt. Die Kontaktaufnahme fällt leichter, Sorgen und Probleme rücken in den Hintergrund, man ist plötzlich beschwingt. Nach dem Alkoholkonsum entwickelt sich – je nach getrunkener Menge – die bekannte Katerstimmung mit Kopfschmerzen, Übelkeit und Mattigkeit. Diese Nebenwirkungen entstehen im Zusammenhang mit dem Abbauprozess der rauscherzeugenden Substanz.

Was ist die mittelfristige Wirkung von Alkohol auf den Körper?

Bei regelmäßigem Alkoholkonsum in größeren Mengen stellen sich Gehirn und Körper auf die Wirkung von Alkohol ein. So wird unter anderem die Produktion von Neurotransmittern im Gehirn angepasst. Dadurch verlieren alkoholhaltige Getränke zunehmend an Wirkungskraft – Betroffene müssen also mehr trinken, um sich berauscht zu fühlen. Darüber hinaus schadet die toxische Substanz Körper und Psyche zunehmend – die negativen Auswirkungen des erhöhten Alkoholkonsums machen sich dadurch langsam auch im Alltag bemerkbar. Konzentrationsschwierigkeiten, Stimmungsschwankungen, Schlafprobleme ebenso wie Magen-Darm-Beschwerden können die Folge sein.

Was ist die langfristige Wirkung von Alkohol auf den Körper?

Die langfristigen Auswirkungen von Alkohol sind gravierende gesundheitliche und psychische Schäden, die zusätzlich zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen führen können. Beeinträchtigungen des Herz-Kreislauf-Systems, Schäden an den inneren Organen und eine zunehmend psychische Instabilität sind typisch. Bei den Betroffenen dreht sich alles immer mehr um den Alkoholkonsum, sie trinken zunehmend größere Mengen, trotz der teilweise beachtlichen Nebenwirkungen. Treten überdies Entzugserscheinungen beim Verzicht auf den Konsum auf, ist nach der Definition des ICD-10 von einer Alkoholabhängigkeit auszugehen1. Auch bei der Neuauflage des Diagnosemanuals, dem ICD-11, sind die Kriterien ähnlich2.

Was sind bei Alkohol die Auswirkungen auf den Körper, die Psyche und die soziale Einbindung?

Insbesondere bei Menschen, die über viele Jahre hinweg große Mengen Alkohol trinken, sind die Auswirkungen auf körperlicher, psychischer und sozialer Ebene massiv. An dieser Stelle können nicht alle möglichen Folgen des Alkoholkonsums aufgezählt werden. Eine Auswahl von Teilaspekten soll die Bandbreite der möglichen negativen Konsequenzen verdeutlichen.

Welche Auswirkungen hat Alkohol auf den Körper?

Menschen, die einen hohen Alkoholkonsum pflegen, vergessen oder ignorieren zumeist, dass es sich bei dem „Genussmittel“ um eine für den Körper toxische Substanz handelt. Das Risiko, schwerwiegende physische Beeinträchtigungen zu erleiden, ist umso höher, je mehr getrunken wird. Zu den typischen körperlichen Auswirkungen gehören:

  • Organschäden (zum Beispiel Leber oder Bauchspeicheldrüse)
  • erhöhtes Krebsrisiko
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen (zum Beispiel Bluthochdruck)
  • Übergewicht
  • Mangel- oder Fehlernährung inklusive Vitaminmangel durch Alkohol
  • Beeinträchtigungen im Magen-Darm-Trakt (zum Beispiel Magenschleimhautentzündung)

 

Was sind die Auswirkungen von Alkohol auf das Nervensystem?

Beim Trinken beeinflussen Betroffene aktiv das körpereigene Nervensystem – und das bleibt langfristig nicht folgenlos. Durch die Überwindung der Blut-Hirn-Schranke kann die rauscherzeugende Substanz direkt ins zentrale Nervensystem eindringen und wirkt dort auf eine Reihe von Bindungsstellen, sogenannten Rezeptoren, ein. Zu diesen Rezeptoren gehören beispielsweise die NMDA- sowie die GABAA-Rezeptoren3. Der Effekt: Entspannung setzt ein, Glücksgefühle treten auf, spezifische Neurotransmitter werden ausgeschüttet/verstärkt aufgenommen.

Durch den wiederkehrenden Einfluss von Alkohol verändern sich die Strukturen im zentralen Nervensystem – das Suchtgedächtnis entsteht und damit das Verlangen, immer wieder Alkohol zu trinken. Diese Veränderungen sind teilweise irreparabel und können somit auch durch einen Trinkstopp nicht rückgängig gemacht werden.

Was verursacht die Alkohol-Wirkung im Gehirn?

Neben den Veränderungen im Nervensystem können schon geringe Mengen Alkohol schädliche Folgen für das Gehirn bzw. die Gehirnleistung haben. Zahlreiche Studien haben zu diesem Thema bereits umfassende Erkenntnisse gewonnen. So konnte etwa eine US-amerikanische Studie nachweisen, dass ein kleines Glas Wein oder eine Flasche Bier am Abend zu einem Rückgang des Hirnvolumens und einer vorzeitigen Gehirnalterung führen kann4. Bei stärkerem Alkoholkonsum können die Schäden noch gravierender sein. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass sich die alkoholbedingten Beeinträchtigungen im Gehirn selbst nach einem Alkoholstopp fortsetzen können5.

Welche Auswirkungen hat Alkohol auf die Psyche?

Nicht nur Körper und Gehirn werden durch regelmäßigen Alkoholkonsum in Mitleidenschaft gezogen. Auch die psychischen Folgen sind beachtlich. So wissen die meisten, die zumindest hin und wieder zu alkoholischen Getränken greifen, dass man sich am nächsten Tag oft schlapp, etwas ängstlich und traurig fühlt. Dieses Phänomen wird auch als „Hangxiety“ bezeichnet und kann bei hohem, wiederkehrendem Alkoholkonsum chronisch werden. Psychische Erkrankungen, die häufig bei Menschen auftreten, die zu viel trinken, sind:

  • Depressionen
  • Angststörungen
  • Psychosen
  • Missbrauch von Medikamenten und/oder illegalen Drogen
  • Zwangsstörungen

Welche Auswirkungen hat Alkohol auf das Sozialleben?

Wie der stetige Alkoholkonsum eines Menschen sich auf dessen Sozialleben auswirkt, lässt sich nicht mit Bestimmtheit vorhersagen, weil die Wirkzusammenhänge äußerst komplex sind. In der Regel gehen mit dem riskanten Alkoholkonsum jedoch soziale Störungen im Familienleben, bei der Arbeit und in der Öffentlichkeit einher. Zudem besteht ab einem gewissen Punkt das Risiko, straffällig zu werden6. Nicht selten ziehen Betroffene sich immer mehr zurück, vereinsamen zusehends und haben schlussendlich gar keine Möglichkeit mehr, am sozialen Leben teilzunehmen. Dies kann die Suchtspirale zusätzlich befeuern.

Wie unterscheidet sich die Wirkung von Alkohol auf Jugendliche, Erwachsene und alte Menschen?

Wenn es um den Alkoholkonsum einzelner Altersgruppen geht, steht eines fest: Kinder und Jugendliche sollten nach Möglichkeit gar keine alkoholischen Getränke zu sich nehmen. Die rauscherzeugende Substanz wirkt auf den noch nicht vollständig entwickelten Körper noch schädlicher als bei Erwachsenen. Ähnliches gilt für ältere Menschen: So warnt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung davor, dass gewohnte Trinkmengen im Alter ganz anders wirken können7. Das liegt unter anderem an einem verzögerten Abbau durch die Leber sowie am veränderten Wasseranteil im Körper.

Wichtig: Insbesondere die neuesten Entwicklungen im Konsumverhalten von Kindern und Jugendlichen sind alarmierend. Zwar scheint der Alkoholkonsum insgesamt rückläufig zu sein, jedoch landen immer mehr Betroffene in jüngerem Alter mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus8. Besonders gefährlich sind neue „Trends“ beim Alkoholkonsum, wie etwa das Komasaufen und Binge-Drinking, bei dem eine enorme Menge in kürzester Zeit getrunken wird. Auch die Kombination aus alkoholischen Getränken und Cannabis oder anderen Drogen, die insbesondere bei Jugendlichen im Trend liegt, ist tückisch und kann unvorhersehbare Wirkungen auf die geistige und körperliche Entwicklung der jungen Menschen haben.

Ihr Kontakt zur My Way Betty Ford Klinik

Sie machen sich Sorgen über die schädlichen Auswirkungen Ihres Alkoholkonsums und möchten mit dem Trinken aufhören? In der My Way Betty Ford Klinik arbeiten wir mit einem ganzheitlichen, schonenden und auf Wunsch komplett anonymen Entzugsverfahren. Wir bieten Ihnen:

  • ein langjährig bewährtes und zertifiziertes Therapiekonzept
  • die Entgiftung und Entwöhnung in einem Behandlungsschritt
  • maximale Diskretion und Anonymität durch Aliasnamen
Person steigt eine Treppe herauf und hält eine Fahne in der Hand. Auf einem Schild steht JA zum suchtfreien Leben.






    Alkohol als Nervengift

    Alkohol und Herz

    Alkohol und Immunsystem

    Alkohol und Schlaf

    Alkoholentzug

    Entzugsklinik Alkohol

    Informationen aus der Presse Alkoholentzug

    „Erfolgreiche Suchttherapie durch Behandlung der psychischen Grunderkrankung“ – Gesundheitsbote NRW

    Jetzt informieren

    „Bestmöglich den Weg aus der sucht schaffen“ – issuu, Juni 2019

    Jetzt informieren

    „Bestmöglich den Weg aus der Sucht schaffen“ – Veröffentlichung zum Thema „Frauengesundheit“ als Beilage zur Welt, Juni 2019

    Jetzt informieren

    „Beim Verzicht zählt jeder Tag“ – Focus Online, Januar 2019

    Jetzt informieren

    „Entgiften Sie Ihren Körper: Schluss mit Alkohol, Zigaretten & Co.“ – Gesundes Bayern, November 2018

    Jetzt informieren

    „Wie Stars mit der Betty-Ford-Methode von Drogen loskommen“ – Focus, August 2018

    Jetzt informieren

    „Wo die Promis ihre Süchte bekämpfen: So verläuft die Therapie in der Betty Ford Klinik“ – Stern, August 2018

    Jetzt informieren

    „My Way Betty Ford Klinik setzt auf Diskretion“ – infranken.de, Juli 2013

    Jetzt informieren

    „Suchtklinik für Manager“ – Deutschlandradio, November 2006

    Jetzt informieren

    „Agenda: Trinker in Nadelstreifen“ – Financial Times Deutschland, November 2006

    Jetzt informieren

    Aktuelle Fachbeiträge zum Thema Alkoholentzug

    Suchtverhalten wird häufig durch psychische Erkrankungen ausgelöst

    Jetzt informieren

    Legalisierter Cannabis-Konsum und das Risiko chronischer Psychosen

    Jetzt informieren

    (K)ein Leben mit Drogen: Wenn Wahn und Beziehungslosigkeit das Leben bestimmen

    Jetzt informieren

    Coitus und Sucht – ein Teufelskreis aus Versagensängsten und Erfolgsdruck

    Jetzt informieren

    Dreiphasiges Therapie-Modell für einen erfolgreichen Drogenentzug

    Jetzt informieren

    Betty Ford Klinik fordert situationsgerechten Umgang mit Co-Abhängigkeit

    Jetzt informieren

    Meist verleugnet oder bagatellisiert: Sucht ist ein gefährliches gesellschaftliches Tabu

    Jetzt informieren

    Fachlich geprüft

    alle Inhalte der Webseite wurden von Ärzten geprüft

    Quellenangaben

    Quellenliste

    1 DIMDI ICD-10-GM Version 2013 „Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotropische Substanzen“, https://www.dimdi.de/static/de/klassifikationen/icd/icd-10-gm/kode-suche/htmlgm2013/block-f10-f19.htm (Datum des Zugriffs: 17.08.2022)

    2 Heinz, A., Gül Halil, M., Gutwinski, S. et al. ICD-11: Änderungen der diagnostischen Kriterien der Substanzabhängigkeit. Nervenarzt 93, 51–58 (2022). https://doi.org/10.1007/s00115-021-01071-7 (Datum des Zugriffs: 17.08.2022)

    3 Spanagel, Rainer et al. „Neurobiologie der Alkoholabhängigkeit“, In: Psychopharmakotherapie – Arzneimitteltherapie psychischer und neurologischer Erkrankungen, 20. Jahrgang Heft 05, Sep/Ok 2013, https://www.ppt-online.de/heftarchiv/2013/05/neurobiologie-der-alkoholabhangigkeit.html (Datum des Zugriffs: 17.08.2022)

    4 aerzteblatt.de „Studie: Chronischer Alkoholkonsum verkleinert das Gehirn bereits in geringer Menge“, https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/132348/Studie-Chronischer-Alkoholkonsum-verkleinert-das-Gehirn-bereits-in-geringer-Menge (Datum des Zugriffs: 17.08.2022)

    5 aerzteblatt.de „Alkoholschaden des Gehirns setzt sich unter der Abstinenz fort“, https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/102225/Alkoholschaden-des-Gehirns-setzt-sich-unter-der-Abstinenz-fort (Datum des Zugriffs: 17.08.2022)

    6 Soyka, Michael „Serie – Alkoholismus: Psychische und soziale Folgen chronischen Alkoholismus“, In: Dtsch Arztebl 2001; 98(42): A-2732 / B-2330 / C-2186, https://www.aerzteblatt.de/archiv/29088/Serie-Alkoholismus-Psychische-und-soziale-Folgen-chronischen-Alkoholismus (Datum des Zugriffs: 17.08.2022)

    7 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung „Alkoholkonsum im Alter birgt besondere Risiken“, https://www.bzga.de/aktuelles/2020-09-29-alkoholkonsum-im-alter-birgt-besondere-risiken/ (Datum des Zugriffs: 17.08.2022)

    8 aerzteblatt.de „Mehr Kinder wegen Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt“, https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/117011/Mehr-Kinder-wegen-Alkoholvergiftung-im-Krankenhaus-behandelt (Datum des Zugriffs: 17.08.2022)

    Wissenschaftlicher Beirat

    • Unabhängige Beratung durch namhafte Mediziner der Suchtmedizin und Psychotherapie
    • Kontinuierliche Qualitätsverbesserungen unseres langjährig bewährten Therapiekonzepts
    • Regelmäßige Mitarbeiterschulungen gemäß neuesten suchtmedizinischen Erkenntnissen

    Über den wissenschaftlichen Beirat





      Bitte beachten Sie unsere Angaben zum Datenschutz.