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Quartalstrinker: Suchtverhalten ohne Entzugserscheinungen

Eine Alkoholabhängigkeit verläuft nicht immer gleich, da sich das Trinkverhalten unterscheidet. So gibt es zum Beispiel die sogenannten Alpha-Trinker, die Alkohol trinken, um stressige Lebensabschnitte zu überstehen, die Delta-Trinker, die ohne Alkohol nicht mehr funktionieren, und die sogenannten Quartalstrinker oder Quartalssäufer, die oft wochen- oder monatelange Phasen der Abstinenz durchleben, bevor sie plötzlich zur Flasche greifen und sich über mehrere Tage hinweg bis zur Besinnungslosigkeit betrinken. Besonders gefährlich daran ist, dass diese Gruppe der Alkoholabhängigen meist keine Entzugserscheinungen erlebt und deshalb meint, den Alkoholkonsum im Griff zu haben. Doch der Schein trügt, denn auch Betroffene mit diesem Trinkmuster leiden unter einer ernstzunehmenden Alkoholkrankheit.

Alkoholiker-Typen in der Suchtmedizin

In den 1950er Jahren entwickelte der Physiologe Elvin Morton Jellinek ein Konzept mit verschiedenen Alkoholiker-Typen, die sich nach individuellen Verhaltensweisen und Trinkmustern unterscheiden. Mittlerweile geht die Forschung davon aus, dass eine strikte Unterteilung von Menschen mit einer Alkoholsucht in Alpha-, Beta-, Delta-, Gamma– und Epsilon-Trinker den komplexen Verstrickungen und individuellen Ausprägungen einer Alkoholabhängigkeit nicht gerecht werden kann. Vielmehr scheinen die Übergänge zwischen den einzelnen Typen von Alkoholikern fließend zu sein. Für eine erste Diagnose oder Einstufung des Problems können die verschiedenen Typen jedoch hilfreich sein.

Was ist ein Epsilon-Trinker?

Der Quartalstrinker oder auch Epsilon-Trinker nach Jellinek präsentiert sich als Mensch mit einem chronisch auffälligen Alkoholkonsum, der jedoch über viele Jahre hinweg unerkannt bleiben kann. Anders als der Delta-Trinker, der auch als Spiegeltrinker bekannt ist, greift der Quartalssäufer nicht regelmäßig zur Flasche. Er kann stattdessen viele Wochen oder sogar Monate überstehen, ohne auch nur einen Tropfen Alkohol zu trinken bzw. trinken zu wollen. Im Gegensatz zum Beta-Trinker benötigt er zu gesellschaftlichen Anlässen nicht unbedingt eine Menge Alkohol und auch der gelegentliche Rausch am Wochenende, den beispielsweise der Gamma-Trinker sucht, ist ihm gleichgültig. Stattdessen überkommt ihn in unregelmäßigen Abständen ein nicht kontrollierbares, unbändiges Verlangen sich zu betrinken – und zwar so hemmungslos, dass die Trinkerei über einen Zeitraum von mehreren Tagen hinweg exzessiv anhalten kann. Manche Epsilon-Alkoholiker klinken sich während dieser Phasen komplett aus ihrem normalen Alltag aus und begeben sich an einen anderen Ort oder in ungewöhnliche Gesellschaft, um ihrer Sucht zu frönen. Ein kontrolliertes Trinken ist nicht möglich, sie erleiden soft einen kompletten Blackout oder Filmriss, so dass sie sich nicht mehr an die Rauschepisoden erinnern können, und das, obwohl diese durchschnittlich bis zu 10 Tage andauern können. In dieser Zeit trinkt der Süchtige praktisch ununterbrochen – sowohl am Tag als auch in der Nacht.

Ohne ersichtlichen Grund stoppt der Trinker dann urplötzlich seinen Alkoholkonsum wieder, kehrt zu seiner normalen Routine zurück und verspürt dabei nicht einmal körperliche Entzugserscheinungen. Bis zur nächsten Rauschphase verzichtet er dann oftmals wieder komplett auf alkoholische Getränke, ohne dass ihm dieser Verzicht schwerfallen würde. Deshalb glaubt er oft sogar über viele Jahre hinweg, nicht an einer Alkoholkrankheit zu leiden.

Warum sind Quartalstrinker besonders gefährdet?

Epsilon-TrinkerDie Alkoholsucht ist eine Erkrankung, die für Männer und Frauen erhebliche gesundheitliche Probleme auf psychischer und körperlicher Ebene hervorruft. In den meisten Fällen ist der Quartalstrinker nicht körperlich vom Alkohol abhängig, sondern leidet stattdessen an einer psychischen Alkoholsucht. Die Tatsache, dass er problemlos mehrere Wochen oder gar Monate darauf verzichten kann Alkohol zu trinken, wiegt ihn jedoch in trügerischer Sicherheit. Denn der Epsilon-Trinker ist nach ICD-10 genauso als Alkoholiker einzustufen, wie jeder andere Mensch, der seinen Alkoholkonsum nicht mehr kontrollieren kann.

Der Quartalstrinker gefährdet seinen Organismus stark, wenn er in seinen Hochphasen tagelang große Mengen von Alkohol konsumiert. Die Leber, das Herz-Kreislauf-System, der Magen-Darm-Trakt und die Psyche – all das wird durch den starken Alkoholmissbrauch enorm belastet. Die Folgen können fatal sein. Manche Quartalssäufer trinken so viel Alkohol, dass sie bewusstlos werden, eine starke Alkoholvergiftung erleiden oder sogar ins Koma fallen. Weitere gesundheitliche Schäden, wie etwa das Korsakow-Syndrom, eine Wernicke-Enzephalopathie oder das Wernicke-Korsakow-Syndrom sind ebenfalls möglich, allerdings oftmals erst viele Jahre später. Zudem erleiden süchtige Trinker dieses Typs häufig depressive Episoden oder manchmal auch Psychosen, sowie Angst- und Panikstörungen, die nicht selten mit Suizidgedanken einhergehen.

Eine weitere Gefahr besteht für die Betroffenen darin, dass sie sich während des Rauschs in gefährliche Situationen begeben. So kann es zum Beispiel passieren, dass sie im Vollrausch am Straßenverkehr teilnehmen oder sich bei Stürzen, Übernachtungen im Freien oder ähnlichen Eskapaden verletzen und schlimmstenfalls sogar ihr Leben gefährden. Darüber hinaus bleiben sie, während sie trinken, meist unentschuldigt ihrer Arbeit fern, melden sich nicht bei der Familie, dem Partner oder Freunden und gefährden so nicht nur zwischenmenschliche Beziehungen, sondern auch ihre soziale Position. Ebenso ist der Weg von einem Epsilon-Trinker hin zu einem Gamma- oder Delta-Alkoholiker kurz. Wenn die Abstände zwischen den Phasen mit dem hohen Alkoholkonsum kleiner werden, riskieren die Betroffenen zunehmend mehr Alkohol trinken zu müssen, um die psychische Sucht aushalten zu können. Aus der psychischen Sucht wird dann irgendwann auch eine körperliche Sucht mit täglichem Konsum. Spätestens, wenn der Job und Partner weg sind, geraten die Betroffenen oft in den schweren Dauerkonsum.

Symptome und Anzeichen: Wie verhalten sich Quartalstrinker?

Die Symptome eines “normalen” Alkoholismus treffen auf den Quartals-Alkoholiker nicht zu. Trinker aus dieser Kategorie durchleiden keine oder nur eine geringe körperliche Abhängigkeit und erleben deshalb keine körperlichen Entzugserscheinungen. Aber eine psychische Abhängigkeit besteht auf alle Fälle, denn auch wenn es ihnen möglich ist, zwischendurch phasenweise wieder komplett auf das Trinken von Alkohol zu verzichten, kommt immer der Tag, an dem dann das unstillbare Verlangen zu trinken, entsteht. Das weitverbreitete Denken, dass Karenzfähigkeit einer Suchtdiagnose widerspricht, ist also ein Irrglaube. Übrigens gibt es beim Quartalssäufer auch verschiedene Symptome, die eine bevorstehende Trinkphase ankündigen, ähnlich einer Aura vor einer Migräne. Häufig fühlen sich die Alkoholiker kurz bevor sie wieder mit dem Trinken beginnen unruhig und nervös. Nicht selten werden sie aggressiv oder depressiv, scheinen “unter Strom” zu stehen und nicht zur Ruhe kommen zu können. Ähnlich verhält es sich häufig nach dem Totalabsturz. Teilweise versinken die Betroffenen in Reue und Selbstmitleid, ebenso können sich Schuldgefühle gegenüber dem Partner oder dem Arbeitgeber einstellen. In der Folge fassen die Alkoholabhängigen den Entschluss, nun erst einmal die Finger vom Alkohol zu lassen. Dennoch kommt es früher oder später zu einem erneuten Alkoholexzess.

Wie sieht für einen Quartalstrinker die Therapie aus?

Quartalstrinker sind vielfach nicht an einer Behandlung ihrer Alkoholkrankheit interessiert, da sie ihre Sucht durch regelmäßige Abstinenzphasen vermeintlich im Griff haben. Häufig leidet ein Quartalstrinker an Depressionen, die während eines qualifizierten Alkoholentzugs mitbehandelt werden müssen. Da sich ein Epsilon-Trinker in der Regel nur sehr schwer überzeugen lässt, vom Alkohol abzulassen und die psychischen Suchtaspekte überwiegen, liegt der Schwerpunkt der Alkoholtherapie auf der psychischen Entwöhnung. Diese sollte unbedingt stationär erfolgen, da sich der Betroffene hier besser aus seinem Alltag lösen kann und die Psychotherapie deutlich intensiver verläuft als in einer ambulanten Therapie.

In der My Way Betty Ford Klinik erfolgt die zielgerichtete Behandlung bei Trinkern mit einem episodisch vorkommenden exzessiven Alkoholkonsum maßgeschneidert und individuell. Je nachdem, in welchem Zustand sich die Alkoholkranken in den stationären Aufenthalt begeben, wird zunächst eine Entgiftung durchgeführt. In den abstinenten Phasen startet direkt die Entwöhnungstherapie, in der die Ursachen und Wurzeln der Alkoholabhängigkeit aufgedeckt und bearbeitet werden. Angehörige können auf Wunsch in die Psychotherapie miteingebunden werden, damit auch sie lernen, wie sie mit der Krankheit umgehen können. Die Perspektiven für das Leben mit der Alkoholkrankheit sind umso besser, je motivierter der Patient ist, verschiedene Dinge in seinem Leben und in seinem sozialen Umfeld umzukrempeln. Wer Veränderungen zulässt, kann den krankhaften chronischen Alkoholkonsum mithilfe verschiedener Strategien vermeiden. Diese Strategien entwickeln wir gemeinsam mit unseren Patienten im Rahmen der individuellen Behandlung. Darüber hinaus beugen wir Rückfällen mit einer umfassenden Rückfall-Prävention vor und erstellen auch ein ambulantes Nachsorgekonzept. Es ist wichtig zu verstehen, dass auch der Quartalstrinker nie wieder dauerhaft kontrolliert trinken kann, weshalb nur eine völlige Abstinenz das Therapieziel sein darf, was sehr oft nur durch eine intensive stationäre Therapie erreicht werden kann. Für weitere Fragen zu den Themen Abhängigkeit und Therapie steht Ihnen das Team unserer Alkoholentzugsklinik gerne zur Verfügung.

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