24 Stunden Direktkontakt

0800 / 55 747 55
aus dem Ausland +49 180 / 55 747 55 Zum Kontaktformular
  • Spezialisierung auf Suchterkrankungen und deren Begleiterkrankungen, wie Burnout, Depression, Angststörungen, etc.
  • langjährig bewährtes Therapiekonzept
  • Deutlich überdurchschnittliche Personalbesetzung
  • BAR-zertifiziert durch den Fachverbund Sucht, letztmals 2020
  • Rund um die Uhr ein Arzt im Haus
  • 45 Einzelzimmer, 8 davon klimatisiert
  • zugelassenes Krankenhaus im Bereich der Entgiftung
BAR Zertifikat des Fachverbands Sucht Logo des Fachverbands Sucht LGA InterCert Zertifikat DIN EN ISO 9001:2015
Außenansicht der MyWayBettyFord Klinik

Fentanyl-Entzug: Zurück zu einem aktiven und selbstbestimmten Leben

Dem Opioid Fentanyl wird eine 50-mal stärkere Wirkung als Heroin zugeschrieben, so dass die Substanz in beigemischter Form in den USA gewissermaßen als Super-Heroin gilt. Ursprünglich als Narkose- und Schmerzmittel eingesetzt, hat der Wirkstoff daher mittlerweile ebenfalls Eingang in die Drogenszene gefunden. Aber auch ohne Beimischung ist das starke Schmerzmittel äußerst gefährlich und bringt das Risiko einer tödlichen Überdosis mit sich. Darüber hinaus besitzt die Substanz ein enorm hohes Abhängigkeitspotential und kann binnen kürzester Zeit zu gravierenden gesundheitlichen Schäden führen. Nicht zuletzt, weil der Wirkstoff viel stärker und effektiver als die meisten anderen Analgetika ist. Umso wichtiger ist es, eine Fentanyl-Abhängigkeit oder einen Fentanyl-Missbrauch schnellstmöglich zu beenden.

Weshalb ist ein Fentanylentzug notwendig?

Menschen, die dauerhaft mit Schmerzen leben müssen, konsumieren oft die verschiedensten Medikamente, darunter Opioide wie Morphin, Oxycodon, Tilidin, Tramadol, Hydromorphon, Buprenorphin oder eben Fentanyl. Als Medikament wirkt dieses 120-mal so stark wie Morphin und besitzt somit nicht nur als Droge, sondern auch als Medikament eine äußerst starke Wirkung, die innerhalb kürzester Zeit eintritt. Schon wenige mg Fentanyl sind für den Menschen tödlich. In Kombination mit einer für die Medikamentensucht typischen Toleranzentwicklung mit regelmäßigen Dosissteigerungen ergibt sich bei einer Fentanyl-Abhängigkeit ein tödliches Spiel. So sind in den letzten Jahren in den USA bereits mehrere Tausend Menschen an einer Überdosis Fentanyl gestorben, darunter auch der Popstar Prince. Allein im Jahr 2017 fielen fast 30.000 Menschen dem Wirkstoff zum Opfer. Kaum ein anderes Medikament bzw. Droge ist für derart hohe Todeszahlen verantwortlich.

Wieso sollte man keinen kalten Entzug durchführen?

Wieso kein kalter Fentanylentzug?Wenn Menschen lange eine bestimmte Substanz genommen haben und damit schnellstmöglich aufhören möchten, setzen sie sich häufig selbst unter Druck und verzichten schlicht und einfach ab einem bestimmten Zeitpunkt auf die Einnahme des Medikaments (kalter Entzug). Ein derart abruptes Absetzen des Wirkstoffs kann bei Arzneistoffen wie Fentanyl schnell sehr unangenehm werden. Die Patienten gehen durch die Hölle, tödlich verläuft ein kalter Entzug jedoch in der Regel nicht. Schließlich nimmt das Opioid einen direkten Einfluss auf das zentrale Nervensystem und hat den Neurotransmitter-Stoffwechsel der Suchtkranken dauerhaft aus dem Gleichgewicht gebracht. Wird auf die Zufuhr der täglichen Dosis des Schmerzmittels verzichtet, löst dieser Verzicht eine enorme körperliche und psychische Belastungssituation aus, die mit den verschiedensten Entzugserscheinungen verbunden ist.

Darüber hinaus verleiten die Fentanyl-Entzugserscheinungen viele Suchtkranke dazu, den Fentanyl-Entzug abzubrechen und die belastenden Nebenwirkungen wieder mit dem suchterzeugenden Wirkstoff zu bekämpfen. Tritt dieser Fall ein, werden weitere Entzugsversuche erschwert, weil sich bei den Betroffenen das Gefühl verfestigt, dass es ihnen einzig und allein wegen des Medikaments bzw. des Rauschgiftes gut geht. Ähnliche Effekte sind auch bei Abhängigkeiten von Alkohol, Drogen oder anderen suchterzeugenden Arzneimitteln zu beobachten.

Welche Fentanyl-Entzugserscheinungen sind zu erwarten?

Menschen, die jahrelang mit Schmerzen gelebt haben und die ihr Leid mithilfe von Opioiden endlich in den Griff bekommen haben, können sich nur schwer vorstellen, wieder ohne die Medikamente zu leben. Wenn sie nur einmal vergessen, ein neues Pflaster aufzukleben oder eine Tablette einzunehmen, kehren die Schmerzen mit einer Intensität zurück, die den Betroffenen noch stärker erscheint als vor der Behandlung mit Fentanyl. Diese Schmerzen sind jedoch Teil der Entzugserscheinungen. Zu diesen gehören außerdem Schwindel, Unruhe, Zittern und Schweißausbrüche am ganzen Körper. Viele Betroffene klagen über Durchfall oder Verstopfung, Übelkeit und Schlaflosigkeit. Nicht selten kommen psychotische Zustände hinzu, in denen Betroffene unter Missempfindungen, Halluzinationen oder Wahnvorstellungen leiden. Ebenso machen sich häufig depressive Verstimmungen, schlimme Angstzustände und Panikattacken bemerkbar. Einige dieser Folgen werden vielleicht auch bei einem kontrollierten Medikamentenentzug in einer Klinik auftreten. Dank des langsamen Absetzens der mg-Dosis fällt die Intensität der Nebenwirkungen jedoch deutlich geringer aus. Zudem können innere Unruhe und Kopfschmerzen durch gut verträgliche Medikamente gelindert werden.

Wie lange dauert ein Fentanyl-Entzug?

Wer Fentanyl absetzen und dabei unter möglichst geringen Nebenwirkungen leiden möchte, muss für den Entzugsprozess ausreichend Zeit einplanen. Wie lange genau ein Klinikaufenthalt dauern sollte, kann im Vorfeld meist nur unpräzise bestimmt werden. Erst nach einem ausführlichen Gespräch mit einem erfahrenen Arzt kann eine Prognose gestellt werden. Diese inkludiert die individuellen Voraussetzungen, die beim Entzug gegeben sind:

  • Wie lange werden bereits Fentanyl-Pflaster oder -Tabletten konsumiert?
  • Welche Dosis nimmt der Patient täglich bzw. regelmäßig ein?
  • Werden weitere Rauschgifte oder psychoaktive Substanzen konsumiert?
  • Sind bereits Komorbiditäten aufgetreten?

Ausgehend von der individuellen Verfassung sowie der persönlichen Suchtbiografie kann ein Zeitfenster für den stationären Aufenthalt festgelegt werden. Die Behandlung umfasst dabei in der Regel einen mehrwöchigen Zeitraum.

Welchen Stellenwert hat die Angehörigenarbeit in der Entzugstherapie?

Eine Suchterkrankung ist nicht nur für die Betroffenen selbst eine schwere Belastung, sondern auch für deren Familienangehörige. Wenn Eltern, Kinder oder Partner in eine Sucht abrutschen, versuchen Angehörige mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu helfen und zu unterstützen. Leider sind die Bemühungen nicht immer von Erfolg gekrönt, was dazu führt, dass sie in einem enormen Belastungszustand leben. Viele Familienangehörige reiben sich früher oder später an der Suchterkrankung eines geliebten Menschen gänzlich auf und können dem psychischen Druck dann häufig selbst nicht mehr standhalten. Diese Entwicklung aufzuhalten und umzukehren ist die Aufgabe einer den Fentanyl-Entzug begleitenden Angehörigenarbeit. Mithilfe von Angehörigengesprächen und -seminaren werden Betroffenen in vielen Suchtkliniken grundlegende Informationen über die Erkrankung an die Hand gegeben. Es findet zudem ein intensiver Austausch mit anderen Angehörigen statt. Hierdurch können neue Wege und Mittel für den Umgang mit einem Suchtkranken und für den Selbstschutz aufgezeigt werden. Das ist letztendlich nicht nur für die Angehörigen, sondern ebenfalls für den Erkrankten selbst wichtig. Schließlich muss er nach der Rückkehr aus der Klinik auf ein stabiles und unterstützendes Umfeld bauen können, um seine Abstinenz weiter festigen zu können.

Wie läuft eine professionelle Entzugstherapie ab?

Eine erfolgreiche Suchttherapie besteht grundsätzlich aus einer Entgiftung, einer Entwöhnung und einer ambulanten Nachsorge. Dies gilt im Übrigen nicht nur für Fentanyl, sondern ebenso für alle anderen psychotropen Substanzen. Je nach durchführender Einrichtung erfolgen Entgiftungs- und Entwöhnungsbehandlung entweder in einem Behandlungsschritt (private Suchtkliniken) oder in zwei, zeitlich voneinander getrennten Therapieabschnitten (öffentliche Einrichtungen). Dies liegt daran, dass die von der Krankenkasse übernommene Entgiftung und die Suchtrehabilitation der Deutschen Rentenversicherung in unterschiedlichen Einrichtungen stattfinden. Zudem muss die Reha in einer Rehaklinik zunächst beantragt werden.

Entgiftung

Bevor Suchtkranke lernen, ohne Fentanyl auszukommen, müssen sie zunächst den rein physischen Entzug hinter sich bringen. Dabei wird die Dosis nicht wie bei einem kalten Entzug von jetzt auf gleich komplett reduziert, sondern es erfolgt ein langsames Ausschleichen. Das bedeutet, dass die Medikamente langsam abgesetzt werden. Wie kleinschrittig die Dosierung im Detail aussieht, entscheidet der behandelnde Arzt von Fall zu Fall individuell. Die Dauer der Abhängigkeit und auch die Höhe der täglichen Dosis spielen hierbei eine wichtige Rolle. Manchmal kann es sinnvoll sein, auf ein anderes Opioid umzustellen, um das Ausschleichen besser zu ermöglichen. Dadurch wird der Fenta-Entzug so langsam wie nötig, gleichzeitig aber so schnell wie möglich durchgeführt. Für den Patienten äußert sich dies darin, dass er einerseits über einen festgelegten Zeitraum hinweg komplett runterdosiert wird, und dass er andererseits aber so geringe Entzugserscheinungen wie möglich erleidet. Insbesondere die psychischen, aber auch die physischen Belastungen durch den Fentanyl-Entzug werden auf Wunsch durch die Gabe individuell abgestimmter Medikamente, etwa gegen Verstopfung, Übelkeit und Durchfall, Angst oder Panik, gelindert.

Entwöhnung

Während der Entwöhnung geht es darum, das innere Verlangen (Craving) des Patienten nach der rauscherzeugenden Substanz zu behandeln. Wird dieser Schritt ausgelassen, wird ein abstinentes Leben nahezu unmöglich. Auf Basis einer kognitiven Verhaltenstherapie, Systemtherapie oder tiefenpsychologisch fundierten Therapie lernen die Betroffenen, wie sie mit dem Suchtdruck im Alltag umgehen können. Darüber hinaus erfolgt eine breit angelegte Aufarbeitung der Suchtursachen. Ebenso werden mögliche Begleiterkrankungen und die für den chronischen Schmerz ursächliche Erkrankung behandelt.

Ambulante Nachsorge

Nach dem Fentanyl-Entzug ist es wichtig, die Learnings und Erkenntnisse des Entzugs im Alltag zu stabilisieren. Schließlich ist der Weg in eine suchtfreie Zukunft mit dem Klinikaufenthalt nicht beendet. Jeder weitere Tag fordert die Mithilfe der Suchtkranken und viele Situationen können zu einem Rückfall verführen. Umso wichtiger, dass Betroffene sich Hilfe suchen und diese auch nach dem stationären Aufenthalt in Anspruch nehmen. Dies erfolgt in der Regel durch den Besuch eines ambulanten Nachsorgetherapeuten, in einer Therapiegruppe und/oder durch die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe.

Auch in der My Way Betty Ford Klinik ist ein ganzheitlicher Entzug von Opiaten und Opioiden möglich, darunter ein Fentanyl-Entzug. Für unsere Klinik sprechen eine überdurchschnittlich hohe Personalbesetzung, das langjährig bewährte und vom Fachverband Sucht zertifizierte Therapiekonzept und die intensive psychotherapeutische Aufarbeitung der Suchtursachen. Tag und Nacht ist mindestens ein Arzt im Haus, der während der Entgiftung regelmäßig die Vitalparameter überprüft; ein Bezugstherapeut begleitet den Suchtkranken durch die gesamte Therapie. Für weitere Fragen zu unseren Behandlungen und unserer Suchtklinik sprechen Sie uns bitte an!

Sie haben Interesse an unserem Angebot?
Jetzt unverbindliches Beratungsgespräch anfordern

Wissenschaftlicher Beirat

  • Unabhängige Beratung durch namhafte Mediziner der Suchtmedizin und Psychotherapie
  • Kontinuierliche Qualitätsverbesserungen unseres langjährig bewährten Therapiekonzepts
  • Regelmäßige Mitarbeiterschulungen gemäß neuesten suchtmedizinischen Erkenntnissen

Über den wissenschaftlichen Beirat

Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats der MyWayBettyFord Klinik





    Bitte beachten Sie unsere Angaben zum Datenschutz.