Cholesterin und Alkohol

Lesezeit:
Aktualisiert am: 05.03.2021
Kontinuierlich neue Inhalte im Suchtratgeber Alkohol

Fachlich geprüft

alle Inhalte der Webseite wurden von Ärzten geprüft

Cholesterin und Alkohol: alles Wichtige in 30 sec.

  • Cholesterin befindet sich in allen menschlichen Körperzellen und nimmt zahlreiche Aufgaben wahr.
  • Unterschieden wird zwischen HDL- und LDL-Cholesterin; ein Übermaß an LDL-Cholesterin im Blut kann zu Arteriosklerose führen.
  • Ein direkter Zusammenhang zwischen Alkohol & Cholesterin besteht nicht, sondern erfolgt indirekt durch die erhöhte Kalorienzufuhr.
  • Auch die Theorie, dass Wein das Risiko einer koronaren Herzkrankheit senkt, lässt sich nicht belegen.
  • Vielmehr sollen die Polyphenole der Trauben dafür verantwortlich sein, so dass Traubensaft deutlich gesünder ist als Wein.
  • Eine Ernährungsumstellung, mehr Bewegung und der Verzicht auf Alkohol und Nikotin können helfen, den Cholesterinspiegel zu senken.
Inhalt

Risiko für Herz und Kreislauf

Fettreiche Lebensmittel, wenig körperliche Aktivität sowie übermäßig viel Stress – auch ohne den Missbrauch von gesundheitsschädlichen Suchtmitteln pflegen viele Menschen alles andere als einen gesunden Lebensstil. Das rächt sich auf lange Sicht. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die unter anderem durch schlechte Ernährung und wenig Bewegung ausgelöst werden, sind hierzulande bereits seit einigen Jahren die häufigste Todesursache. Beinahe die Hälfte aller Frauen und Männer verstirbt demzufolge an chronischen ischämischen Herzkrankheiten, akuten Myokardinfarkten oder Herzinsuffizienz. Alkohol kommt hierbei eine tragende Rolle zu – unter anderem, weil er indirekt den Cholesterinspiegel im menschlichen Blut erhöht.

Was ist Cholesterin und warum sind hohe Cholesterinwerte gefährlich?

Cholesterin ist ein sogenannter Naturstoff, der in allen Zellen des menschlichen Körpers vorzufinden ist und der zahlreiche wichtige Aufgaben übernimmt. Er hilft dabei, die Zellmembranen zu stabilisieren sowie eine gesunde Nervenfunktion aufrecht zu erhalten. Darüber hinaus ist er an der Produktion von Sexualhormonen sowie Vitamin D beteiligt. Für eine differenzierte Betrachtung muss beim Thema Cholesterin zwischen “gutem” und “schlechtem” Cholesterin unterschieden werden. Aus medizinischer Sicht betrifft diese Unterscheidung das HDL-Cholesterin und das LDL-Cholesterin. Bei beiden Varianten ist das Cholesterin mit Eiweißen und Lipiden zu einem Fett-Eiweiß-Komplex verbunden, den low density lipoproteins (LDL) einerseits und den high density lipoproteins (HDL) andererseits. Die Komplexe wiederum sind für den Transport von Cholesterin zuständig. Das LDL-Cholesterin bzw. der LDL-Komplex transportiert den Naturstoff von der Leber durchs Blut in die Körperzellen und das HDL-Cholesterin bzw. der HDL-Komplex sorgt dafür, dass überschüssiges Cholesterin wieder in die Leber zurücktransportiert wird. Wenn also der Cholesterinspiegel bezogen auf das LDL-Cholesterin steigt, bedeutet dies, dass zu viel Cholesterin im Blut vorhanden ist. Dieses kann sich schließlich in den Blutgefäßen absetzen und einlagern, wodurch die Entstehung einer Arteriosklerose begünstigt wird.

Cholesterin und Alkohol: Wie beeinflusst Alkohol das Cholesterin?

Immer wieder kann man in Zeitungen oder medizinischen Berichten nachlesen, dass hohe Cholesterinwerte in westlichen Zivilisationen mittlerweile als regelrechte Volkskrankheit gelten, und dass Alkohol das Cholesterin negativ beeinflusst und das Ansteigen des Cholesterinspiegels begünstigen kann. Ob der Cholesterinspiegel durch Alkohol wirklich erhöht wird, ist allerdings bislang noch umstritten.

Fest steht aber, dass eine Alkoholabhängigkeit grundsätzlich negative Auswirkungen auf den LDL-Cholesterinspiegel haben kann. Dafür können verschiedene Mechanismen verantwortlich sein. So gibt es neben Cholesterin zahlreiche weitere Lipide, also Fette im Körper, deren Anzahl unter anderem durch einen erhöhten Alkoholkonsum ansteigen kann. Bestes Beispiel hierfür sind die Triglyceride. Hierbei handelt es sich gewissermaßen um Speicherfettzellen, die ungenutzte Energie aus Nahrungsmitteln einlagern, um diese etwa zwischen zwei Mahlzeiten freisetzen zu können. Je häufiger der Mensch überschüssige Kalorien zu sich nimmt, umso mehr Triglyceride werden gebildet. Mit steigendem Triglyceridspiegel wächst zugleich die Gefahr einer Arteriosklerose. Wenn überdies noch der Cholesterinspiegel erhöht ist, vergrößert sich das Risiko für koronare Herzerkrankungen um ein Vielfaches. Noch gravierender wird die Gefahr, wenn Betroffene gleichzeitig auch unter Bluthochdruck leiden – eine Erkrankung, die bei Menschen, die viel Alkohol trinken, vermehrt vorkommt.

Ein direkter Zusammenhang von Alkohol und Cholesterin ist in den meisten Fällen nicht zu erkennen. Schließlich enthalten die meisten alkoholischen Getränke, anders als andere Lebensmittel und mit Ausnahme einiger Liköre, kein Cholesterin. Die Beeinflussung des Cholesterinspiegels durch Alkohol erfolgt entsprechend eher indirekt über die Triglyceride, also die zusätzlichen Kalorien, die über den Alkohol konsumiert und anschließend eingelagert werden.

Hat Alkohol nur negative Auswirkungen auf die Cholesterinwerte?

Wenn es um die sogenannte Hypercholesterinämie, also die dauerhafte Erhöhung der Cholesterinwerte im Sinne einer Fettstoffwechselstörung, und den Einfluss von Alkoholkonsum geht, scheiden sich sprichwörtlich die Geister. Während viele Mediziner bereits seit Jahren davon überzeugt sind, dass die Ernährung bzw. ungesunde Lebensmittel eine wichtige Rolle spielen und große Mengen Alkohol das Cholesterin im Körper erhöhen können, zeigen viele Studien ein anderes Bild. So gibt es Untersuchungen, die herausgefunden haben, dass ein moderater Alkoholkonsum einen vermeintlich positiven Effekt auf die Leistungsfähigkeit des HDL-Cholesterins haben kann. Erhöhte Werte beim HDL-Cholesterin sollen dabei helfen, die LDL-Cholesterinwerte im Blut, also die schlechten Werte, zu senken.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Untersuchungen, die belegen sollen, dass beispielsweise ein Glas Wein pro Tag das Risiko an einer koronaren Herzkrankheit zu erkranken, reduziert. Zur Untermauerung dieser Studien wird häufig das sogenannte französische Paradoxon herangezogen. Dieses beschreibt die Situation im Süden Frankreichs, wo die Zahl der Menschen, die an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, trotz einer Ernährung mit vielen gesättigten Fettsäuren, sehr gering ist. Viele Studien schreiben dies der positiven Wirkung des Rotweins zu, der hier praktisch täglich konsumiert wird.

Tatsächlich sind die meisten Mediziner aber inzwischen der Meinung, dass nicht der Wein selbst, sondern die darin enthaltenen Polyphenole für den positiven Effekt verantwortlich sind. Hierbei handelt es sich um einen Stoff, der ursprünglich in der Haut der Weintrauben vorkommt. Um die positiven Effekte der Polyphenole nutzen zu können, würde es dementsprechend genügen Traubensaft zu trinken. Eine weitere häufig angeführte Hypothese besagt, dass die im Rotwein enthaltenen Antioxidantien die Oxidation von LDL-Cholesterin verhindern. Oxidiertes LDL-Cholesterin steht schließlich im Verdacht, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen noch signifikanter zu erhöhen.

Cholesterin und Alkohol: Wie können Alkoholiker ihren Alkoholkonsum und ihren Cholesterinspiegel senken?

Die Ernährung umzustellen und gesunde Lebensmittel sowie ungesättigte Fettsäuren und zahlreiche Ballaststoffe in den eigenen Speiseplan einzubauen, kann helfen, die Cholesterinwerte dauerhaft zu senken und die Gefahr für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verringern. Auch mehr Bewegung, weniger Stress und der Verzicht auf Nikotin können positive Auswirkungen haben. Das alles hilft jedoch nur bedingt, solange der Alkoholkonsum nicht reduziert wird. Dies gilt insbesondere für Menschen mit einer Alkoholabhängigkeit. Wer übermäßig viel Alkohol trinkt, kann seinen Gesundheitszustand langfristig nur verschlechtern. Liegt ein Alkoholismus vor, hilft nur ein konsequenter Alkoholentzug.

Ihr Kontakt zur My Way Betty Ford Privatklinik

Durch eine medikamentengestützte Entgiftung, eine individuelle Psychotherapie und zahlreiche begleitende Therapien unterstützen wir Sie bei der Überwindung Ihrer Alkoholsucht. Zusätzlich reduzieren Bewegungstherapien, Sportangebote und Coachings im Bereich Ernährung den Body-Mass-Index und das Risiko für Ihr Herz-Kreislauf-System. Wir bieten Ihnen:

  • ein langjährig bewährtes und zertifiziertes Therapiekonzept
  • die Entgiftung und Entwöhnung in einem Behandlungsschritt
  • maximale Diskretion und Anonymität durch Aliasnamen
Person steigt eine Treppe herauf und hält eine Fahne in der Hand. Auf einem Schild steht JA zum suchtfreien Leben.






    Lesen Sie auch

    Ab wann ist man Alkoholiker?

    Alkohol

    Alkoholabhängigkeit

    Alkoholabhängigkeit nach ICD-10

    Alkoholmissbrauch

    Alkoholsucht bekämpfen

    Alkoholsucht-Hilfe

    Aktuelle Seminare zum Thema Alkoholentzug

    Fortbildungsveranstaltung “Sucht & Depression” am 09.07.2022 in Stuttgart

    Jetzt informieren

    Pressemitteilung “MY WAY BETTY FORD KLINK® als Top-Rehaklinik ausgezeichnet”

    Jetzt informieren

    Pressemitteilung “ERNEUT ERFOLGREICHE REZERTIFIZIERUNG DER MY WAY BETTY FORD KLINIK®”

    Jetzt informieren

    NEUES MITGLIED IM WISSENSCHAFTLICHEN BEIRAT DER MY WAY BETTY FORD KLINIK®

    Jetzt informieren

    Fortbildungsveranstaltung “Sucht & Depression” am 27.03.2021 in Hamburg

    Jetzt informieren

    MITTEILUNG „UPDATE DER MY WAY BETTY FORD KLINIK® ZU COVID-19“

    Jetzt informieren

    Pressemitteilung “Erfolgreiche Rezertifizierung der My Way Betty Ford Klink®”

    Jetzt informieren

    Pressemitteilung “Die My Way Betty Ford Klinik® jetzt mit Wissenschaftlichem Beirat”

    Jetzt informieren

    Stellungnahme: Beeinflusst ein Ausgang während der Therapie den Therapieerfolg

    Jetzt informieren

    Aktuelle Fachbeiträge zum Thema Alkoholentzug

    Suchtverhalten wird häufig durch psychische Erkrankungen ausgelöst

    Jetzt informieren

    Legalisierter Cannabis-Konsum und das Risiko chronischer Psychosen

    Jetzt informieren

    (K)ein Leben mit Drogen: Wenn Wahn und Beziehungslosigkeit das Leben bestimmen

    Jetzt informieren

    Coitus und Sucht – ein Teufelskreis aus Versagensängsten und Erfolgsdruck

    Jetzt informieren

    Dreiphasiges Therapie-Modell für einen erfolgreichen Drogenentzug

    Jetzt informieren

    Betty Ford Klinik fordert situationsgerechten Umgang mit Co-Abhängigkeit

    Jetzt informieren

    Meist verleugnet oder bagatellisiert: Sucht ist ein gefährliches gesellschaftliches Tabu

    Jetzt informieren

    Fachlich geprüft

    alle Inhalte der Webseite wurden von Ärzten geprüft

    Wissenschaftlicher Beirat

    • Unabhängige Beratung durch namhafte Mediziner der Suchtmedizin und Psychotherapie
    • Kontinuierliche Qualitätsverbesserungen unseres langjährig bewährten Therapiekonzepts
    • Regelmäßige Mitarbeiterschulungen gemäß neuesten suchtmedizinischen Erkenntnissen

    Über den wissenschaftlichen Beirat





      Bitte beachten Sie unsere Angaben zum Datenschutz.