Alkohol und Corona

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Aktualisiert am: 26.03.2021
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Alkohol und Corona: alles Wichtige in 30 sec.

  • Der Mythos „Alkohol hilft gegen Corona“ ist weit verbreitet; jedoch ist das Gegenteil der Fall.
  • Alkohol schwächt das Immunsystem, mindert die Schlafqualität und kann Begleit- und Folgeerkrankungen hervorrufen.
  • Dennoch ist der Alkoholkonsum durch den Lockdown gestiegen; viele Menschen greifen zur Flasche, um Trost zu finden.
  • Homeoffice und Kurzarbeit begünstigen den Alkoholkonsum, schließen fehlen die gesellschaftlichen Kontrollmechanismen.
  • Besser wäre es, das Coronavirus als Neubeginn zu betrachten und sich mit sich selbst und dem eigenen Konsum auseinanderzusetzen.
  • Die beste Zeit für einen vom sozialen Umfeld unbemerkten Entzug ist jetzt!
Inhalt

Fakten, Risiken und Chancen

Regelmäßiges Händewaschen, geschlossene Geschäfte, das Einhalten eines Mindestabstands, ein Kontaktverbot in Deutschland und zahlreiche Ausgangssperren im Ausland: Corona bzw. COVID 19 hält die Welt in Atem. Dank der ergriffenen Vorsichtsmaßnahmen ist die Gefahr einer Ansteckung zwar gesunken; ein Ende der Pandemie ist trotz allem nicht in Sicht. So ist es nachvollziehbar, dass die Angst vor dem Virus und die Verunsicherung der Menschen bisweilen mannigfaltige Formen annehmen können. Eine davon ist die Behauptung, dass hochprozentiger Alkohol gegen das Coronavirus hilft. Aber ist das wirklich so?

Weitverbreiteter Mythos: Alkohol hilft gegen Corona

Alkohol und Corona“Drinking alcohol does not protect you against COVID-19 and can be dangerous” – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) findet klare Worte zum Thema Alkohol und Corona. Entgegen dem bekannten Song von Herbert Grönemeyer ist Alkohol eben kein Fallschirm oder Rettungsboot, sondern erleichtert dem Virus den Zugang zum Köper. Schließlich sind Menschen mit einem hohen Alkoholkonsum aus verschiedenen Gründen besonders anfällig für eine Erkrankung mit COVID-19.

Dämpfung des Immunsystems

Alkohol hat eine unterdrückende Wirkung auf das körpereigene Immunsystem und lähmt die sogenannten Fresszellen, die bei der Bekämpfung von Viren, Bakterien und anderen Erregern eine große Rolle spielen. Die Produktion körpereigener Botenstoffe – hauptsächlich Interferon – wird ausgebremst, so dass dem Immunsystem gewissermaßen das Signal zum Angriff fehlt. Ebenso werden durch Alkohol vermehrt Vitamin C, Kalium und Phosphat ausgeschieden, denen eine die Abwehr stärkende Wirkung zugeschrieben wird.

Minderung der Schlafqualität

Alkohol verändert die Qualität und Dauer des Tiefschlafs. Darüber hinaus fördern die durch den Alkoholabbau entstehenden toxischen Abbauprodukte, gesteigerter Harndrang, starkes Schwitzen und Durst das vermehrte Aufwachen in der zweiten Nachthälfte und verhindern so das Durchschlafen. Unter dem Strich sind Alkohol und Schlaf, bzw. eine gute Schlafqualität eher gegensätzlich, so dass die betroffenen Personen durch den Alkoholkonsum an Kraft und Leistungsstärke für den Kampf gegen die Corona-Viren verlieren.

Schwächung durch Begleit- und Folgeerkrankungen

Hand in Hand mit einem erhöhten Alkoholkonsum gehen oft Begleit- oder Folgeerkrankungen. Es liegt auf der Hand, dass der menschliche Organismus bei Bluthochdruck, chronischer Bronchitis oder Leberschäden nicht adäquat auf das Virus reagieren kann, so dass die Krankheit mit großer Wahrscheinlichkeit einen schwereren Verlauf als bei gesunden Personen nimmt.
Die verbreitete Annahme, dass Alkohol gegen Corona schützt, ist also im wahrsten Sinne des Wortes eine Schnapsidee und die Teilnahme an virtuellen Trinkgelagen und eine vermehrte Heimtrinkerei sind nicht zu empfehlen. Vielmehr gilt es, die Immunabwehr zu stärken und den Körper auch ohne Impfstoff bestmöglich auf das neuartige Coronavirus vorzubereiten.
Alkohol selbst kann lediglich in Desinfektionsmitteln das Coronavirus abtöten und die das Erbgut von SARS-CoV-2 schützende Fettschicht durch seine fettlösende Wirkung schädigen. Genau diese Wirkung beschreibt auch Gesundheitsminister Jens Spahn mit seiner Aussage, dass Corona-Viren “alkoholsensibel” seien.

Globaler Lockdown als Herausforderung für alkoholaffine Menschen

Menschen mit einer chronischen Alkoholsucht und trockene Alkoholiker gelangen durch die weltweiten Corona-Maßnahmen oft an ihre Grenzen. Die Angst um die eigene Gesundheit, die Einschränkung sozialer Kontakte, Existenzsorgen und das unfreiwillige Beisammensein mit der Familie bzw. die Isolierung alleinstehender Personen machen hilflos und erzeugen psychischen Stress, der häufig durch den Griff zur Flasche betäubt wird. Besonders gefährdet sind auch die sogenannten Problemtrinker (Alpha-Trinker), die nach der WHO-Definition zwar noch keine Alkoholiker sind, aber den Alkohol als Problemlöser nutzen. So warnen die Weltgesundheitsorganisation und verschiedene Suchtforscher bereits vor dem durch das Covid-19-Virus gestiegenen Gebrauch alkoholischer Getränke.

Scham- und Schuldgefühle machen Pause

Die zum Schutz der Bevölkerung erlassenen Maßnahmen begünstigen aber auch in anderer Hinsicht das Trinken. Da soziale Regularien und die Schranken des Arbeitslebens durch die erzwungene Isolierung wegfallen, ist es plötzlich ganz einfach, heimlich zu trinken. Schließlich wird die Flasche auf dem Schreibtisch im Homeoffice nicht gesehen, geschweige denn kommentiert. Auch die berüchtigte Fahne fällt außer den Angehörigen niemanden mehr auf, so dass die Hemmschwelle für den Konsum von Schnaps, Wein oder Bier auf ein Minimum sinkt.

Alkoholverbot ist keine Alternative

Obwohl die WHO vor den möglichen Folgen des Alkoholkonsums in Bezug auf das Coronavirus warnt, ist ein generelles Alkoholverbot während der Corona-Krise keine Alternative. Zu gefährlich wären die Folgen für Menschen mit einer Alkoholsucht, die dadurch zu einem kalten Entzug mit zum Teil lebensgefährlichen Entzugserscheinungen gezwungen wären. Betroffen von einer solchen Regelung wären allein in Deutschland rund 1,77 Millionen Alkoholsüchtige (Stand 2019). Schlussendlich liegt es in der Hand eines jeden Einzelnen, seinen Alkoholkonsum kritisch zu überdenken und – wenn möglich – die Reißleine zu ziehen.

Coronavirus als Neubeginn

Laut Zukunftsforscher Matthias Horx löst sich die “Welt as we know” durch das Coronavirus gerade auf und schafft Platz für etwas völlig Neues. Durch die Entschleunigung entsteht Zeit für sich selbst, das Hinterfragen traditioneller Denkweisen und eine gesunde Neugier auf die Zukunft nach Corona. Für Alkoholkranke birgt die Krise die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben ohne Alkohol. Hilft Alkohol wirklich, um glücklicher zu sein? Was gewinne ich durch eine Abstinenz? Wie profitiert der Körper durch Enthaltsamkeit? Setzen Sie sich bewusst mit Ihrer Sucht und den infrage kommenden Therapiemaßnahmen auseinander! In der jetzigen Situation bietet sich Ihnen die Möglichkeit, einen Entzug nahezu unbemerkt vom sozialen Umfeld durchzuführen.

Der Ablauf des Alkoholentzugs

 

Grundsätzlich besteht ein Alkoholentzug aus einer Entgiftungsbehandlung und einer Entwöhnung inklusive der Behandlung möglicher Begleiterkrankungen. Die Therapie wird individuell auf jeden einzelnen Suchtkranken angepasst. Dies gilt sowohl für die Entzugsmedikation als auch die psychotherapeutische Behandlung und die Begleitangebote. In je 5 Einzel- und Gruppengesprächen pro Woche setzen sich die Betroffenen mit den Suchtursachen auseinander und erarbeiten “gesunde” Lösungsstrategien für einen Alltag ohne Alkohol. Am Ende des Entzugs werden eine Rückfallprävention mit eventueller Belastungsprobe durchgeführt und ein tragfähiges Nachsorgekonzept erstellt.

Ihr Kontakt zur My Way Betty Ford Privatklinik

Die Versorgung unserer Patienten ist durch Corona nicht beeinträchtigt. Menschen mit möglichen Symptomen oder Krankenkontakt werden während des Ansteckungsrisikos nicht in unsere Klinik aufgenommen. Entsprechende Untersuchungen und die regelmäßige Desinfektion von Zimmern und öffentlichen Bereichen sind selbstverständlich für uns. Wir bieten Ihnen:

  • ein langjährig bewährtes und zertifiziertes Therapiekonzept
  • die Entgiftung und Entwöhnung in einem Behandlungsschritt
  • maximale Diskretion und Anonymität durch Aliasnamen
Person steigt eine Treppe herauf und hält eine Fahne in der Hand. Auf einem Schild steht JA zum suchtfreien Leben.






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