24 Stunden Direktkontakt

0800 / 55 747 55
aus dem Ausland +49 180 / 55 747 55 Zum Kontaktformular
  • Spezialisierung auf Suchterkrankungen und deren Begleiterkrankungen, wie Burnout, Depression, Angststörungen, etc.
  • langjährig bewährtes Therapiekonzept
  • Deutlich überdurchschnittliche Personalbesetzung
  • BAR-zertifiziert durch den Fachverbund Sucht, letztmals 2020
  • Rund um die Uhr ein Arzt im Haus
  • 45 Einzelzimmer, 8 davon klimatisiert
  • zugelassenes Krankenhaus im Bereich der Entgiftung
BAR Zertifikat des Fachverbands Sucht Logo des Fachverbands Sucht LGA InterCert Zertifikat DIN EN ISO 9001:2015
Außenansicht der MyWayBettyFord Klinik

Alkohol und Corona: Fakten, Risiken und Chancen

Regelmäßiges Händewaschen, geschlossene Geschäfte, das Einhalten eines Mindestabstands, ein Kontaktverbot in Deutschland und zahlreiche Ausgangssperren im Ausland: Corona bzw. COVID 19 hält die Welt in Atem. Dank der ergriffenen Vorsichtsmaßnahmen ist die Gefahr einer Ansteckung zwar gesunken; ein Ende der Pandemie ist trotz allem nicht in Sicht. So ist es nachvollziehbar, dass die Angst vor dem Virus und die Verunsicherung der Menschen bisweilen mannigfaltige Formen annehmen können. Eine davon ist die Behauptung, dass hochprozentiger Alkohol gegen das Coronavirus hilft. Aber ist das wirklich so?

Weitverbreiteter Mythos: Alkohol hilft gegen Corona

“Drinking alcohol does not protect you against COVID-19 and can be dangerous” – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) findet klare Worte zum Thema Alkohol und Corona. Entgegen dem bekannten Song von Herbert Grönemeyer ist Alkohol eben kein Fallschirm oder Rettungsboot, sondern erleichtert dem Virus den Zugang zum Köper. Schließlich sind Menschen mit einem hohen Alkoholkonsum aus verschiedenen Gründen besonders anfällig für eine Erkrankung mit COVID-19.

Dämpfung des Immunsystems

Alkohol hat eine unterdrückende Wirkung auf das körpereigene Immunsystem und lähmt die sogenannten Fresszellen, die bei der Bekämpfung von Viren, Bakterien und anderen Erregern eine große Rolle spielen. Die Produktion körpereigener Botenstoffe – hauptsächlich Interferon – wird ausgebremst, so dass dem Immunsystem gewissermaßen das Signal zum Angriff fehlt. Ebenso werden durch Alkohol vermehrt Vitamin C, Kalium und Phosphat ausgeschieden, denen eine die Abwehr stärkende Wirkung zugeschrieben wird.

Minderung der Schlafqualität

Alkohol verändert die Qualität und Dauer des Tiefschlafs. Darüber hinaus fördern die durch den Alkoholabbau entstehenden toxischen Abbauprodukte, gesteigerter Harndrang, starkes Schwitzen und Durst das vermehrte Aufwachen in der zweiten Nachthälfte und verhindern so das Durchschlafen. Unter dem Strich sind Alkohol und Schlaf, bzw. eine gute Schlafqualität eher gegensätzlich, so dass die betroffenen Personen durch den Alkoholkonsum an Kraft und Leistungsstärke für den Kampf gegen die Corona-Viren verlieren.

Schwächung durch Begleit- und Folgeerkrankungen

Alkohol und Corona

Hand in Hand mit einem erhöhten Alkoholkonsum gehen oft Begleit- oder Folgeerkrankungen. Es liegt auf der Hand, dass der menschliche Organismus bei Bluthochdruck, chronischer Bronchitis oder Leberschäden nicht adäquat auf das Virus reagieren kann, so dass die Krankheit mit großer Wahrscheinlichkeit einen schwereren Verlauf als bei gesunden Personen nimmt.

Die verbreitete Annahme, dass Alkohol gegen Corona schützt, ist also im wahrsten Sinne des Wortes eine Schnapsidee und die Teilnahme an virtuellen Trinkgelagen und eine vermehrte Heimtrinkerei sind nicht zu empfehlen. Vielmehr gilt es, die Immunabwehr zu stärken und den Körper auch ohne Impfstoff bestmöglich auf das neuartige Coronavirus vorzubereiten.

Alkohol selbst kann lediglich in Desinfektionsmitteln das Coronavirus abtöten und die das Erbgut von SARS-CoV-2 schützende Fettschicht durch seine fettlösende Wirkung schädigen. Genau diese Wirkung beschreibt auch Gesundheitsminister Jens Spahn mit seiner Aussage, dass Corona-Viren “alkoholsensibel” seien.

Globaler Lockout als Herausforderung für alkoholaffine Menschen

Menschen mit einer chronischen Alkoholsucht und trockene Alkoholiker gelangen durch die weltweiten Corona-Maßnahmen oft an ihre Grenzen. Die Angst um die eigene Gesundheit, die Einschränkung sozialer Kontakte, Existenzsorgen und das unfreiwillige Beisammensein mit der Familie bzw. die Isolierung alleinstehender Personen machen hilflos und erzeugen psychischen Stress, der häufig durch den Griff zur Flasche betäubt wird. Besonders gefährdet sind auch die sogenannten Problemtrinker (Alpha-Trinker), die nach der WHO-Definition zwar noch keine Alkoholiker sind, aber den Alkohol als Problemlöser nutzen. So warnen die Weltgesundheitsorganisation und verschiedene Suchtforscher bereits vor dem durch das Covid-19-Virus gestiegenen Gebrauch alkoholischer Getränke.

Alkohol während Corona: Scham- und Schuldgefühle machen Pause

Die zum Schutz der Bevölkerung erlassenen Maßnahmen begünstigen aber auch in anderer Hinsicht das Trinken. Da soziale Regularien und die Schranken des Arbeitslebens durch die erzwungene Isolierung wegfallen, ist es plötzlich ganz einfach, heimlich zu trinken. Schließlich wird die Flasche auf dem Schreibtisch im Homeoffice nicht gesehen, geschweige denn kommentiert. Auch die berüchtigte Fahne fällt außer den Angehörigen niemanden mehr auf, so dass die Hemmschwelle für den Konsum von Schnaps, Wein oder Bier auf ein Minimum sinkt.

Alkoholverbot ist keine Alternative

Obwohl die WHO vor den möglichen Folgen des Alkoholkonsums in Bezug auf das Coronavirus warnt, ist ein generelles Alkoholverbot während der Corona-Krise keine Alternative. Zu gefährlich wären die Folgen für Menschen mit einer Alkoholsucht, die dadurch zu einem kalten Entzug mit zum Teil lebensgefährlichen Entzugserscheinungen gezwungen wären. Betroffen von einer solchen Regelung wären allein in Deutschland rund 1,77 Millionen Alkoholsüchtige (Stand 2019). Schlussendlich liegt es in der Hand eines jeden Einzelnen, seinen Alkoholkonsum kritisch zu überdenken und – wenn möglich – die Reißleine zu ziehen.

Coronavirus als Neubeginn

Laut Zukunftsforscher Matthias Horx löst sich die “Welt as we know” durch das Coronavirus gerade auf und schafft Platz für etwas völlig Neues. Durch die Entschleunigung entsteht Zeit für sich selbst, das Hinterfragen traditioneller Denkweisen und eine gesunde Neugier auf die Zukunft nach Corona. Für Alkoholkranke birgt die Krise die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben ohne Alkohol. Hilft Alkohol wirklich, um glücklicher zu sein? Was gewinne ich durch eine Abstinenz? Wie profitiert der Körper durch Enthaltsamkeit? Setzen Sie sich bewusst mit Ihrer Sucht und den infrage kommenden Therapiemaßnahmen auseinander! In der jetzigen Situation bietet sich Ihnen die Möglichkeit, einen Entzug nahezu unbemerkt vom sozialen Umfeld durchzuführen.

Sicherer Alkoholentzug trotz Coronavirus in der My Way Betty Ford Klinik

Die Patientenversorgung unserer Alkoholentzugsklinik ist auch während des SARS-CoV-2 Virus nicht beeinträchtigt. Schließlich tun wir alles, um unsere Patienten wirkungsvoll zu schützen. So werden Suchtkranke aus Risikogebieten, Menschen mit möglichen Symptomen oder Personen, die Kontakt mit einem Covid-Kranken hatten, während des Ansteckungsrisikos nicht in unsere Klinik aufgenommen. Darüber hinaus findet ein ausführliches Aufnahmegespräch mit entsprechenden Untersuchungen – darunter auch Fiebermessen – statt. Besuche sind nur außerhalb des Klinikgeländes möglich; die Zimmer und öffentlichen Bereiche werden regelmäßig mit Desinfektionsmitteln behandelt.

Grundsätzlich besteht ein Alkoholentzug in unserer Suchtklinik aus einer Entgiftungsbehandlung und einer Entwöhnung inklusive der Behandlung möglicher Begleiterkrankungen. Die Therapie wird individuell auf jeden einzelnen Suchtkranken angepasst. Dies gilt sowohl für die Entzugsmedikation als auch die psychotherapeutische Behandlung und die Begleitangebote. In je 5 Einzel- und Gruppengesprächen pro Woche setzen sich die Betroffenen mit den Suchtursachen auseinander und erarbeiten “gesunde” Lösungsstrategien für einen Alltag ohne Alkohol. Am Ende des Entzugs werden eine Rückfallprävention mit eventueller Belastungsprobe durchgeführt und ein tragfähiges Nachsorgekonzept erstellt. Gerne stehen wir Ihnen für weitere Informationen oder einen Besichtigungstermin in unserer Klinik in Bad Brückenau zur Verfügung.

Sie haben Interesse an unserem Angebot?
Jetzt unverbindliches Beratungsgespräch anfordern

Wissenschaftlicher Beirat

  • Unabhängige Beratung durch namhafte Mediziner der Suchtmedizin und Psychotherapie
  • Kontinuierliche Qualitätsverbesserungen unseres langjährig bewährten Therapiekonzepts
  • Regelmäßige Mitarbeiterschulungen gemäß neuesten suchtmedizinischen Erkenntnissen

Über den wissenschaftlichen Beirat

Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats der MyWayBettyFord Klinik





    Bitte beachten Sie unsere Angaben zum Datenschutz.