Alkoholentwöhnung-Dauer

Lesezeit:
Aktualisiert am: 04.05.2022
Kontinuierlich neue Inhalte im Suchtratgeber Alkohol

Fachlich geprüft

alle Inhalte der Webseite wurden von Ärzten geprüft

Alkoholentwöhnung-Dauer: alles Wichtige in 30 sec.

  • Die Dauer der Alkoholentwöhnung ist immer individuell und hängt von verschiedenen Einflussfaktoren ab.
  • Dazu zählen u. a. Begleiterkrankungen, Mehrfachabhängigkeiten, Dauer und Höhe des Konsums sowie das soziale Umfeld.
  • Auch die Wahl der durchführenden Einrichtung spielt eine große Rolle.
  • In privaten Suchtkliniken verläuft die Entwöhnung meist deutlich intensiver und komprimierter als in öffentlichen Einrichtungen.
  • Je nach Klinik & Suchthistorie dauert die Auseinandersetzung mit den Suchtursachen mehrere Wochen bis Monate.
  • Für eine nachhaltige Abstinenz ist es wichtig, sich die individuell erforderliche Zeit zu nehmen, um Rückfälle zu vermeiden.
Inhalt

Wenn die Aufarbeitung der Suchtauslöser Zeit benötigt

Die Alkoholentwöhnung oder auch Suchtrehabilitation (bei öffentlichen Kostenträgern) ist der zweite Schritt eines qualifizierten Entzugs und folgt auf die körperliche Entgiftung. Dies gilt nicht nur für den Entzug von Alkohol, sondern auch für alle anderen Suchtmittel. Sie ermöglicht den Betroffenen, das Schema ihrer Sucht zu erkennen und aufzuarbeiten und die durch die Suchttherapie erlangte Abstinenz langfristig im Alltag zu etablieren. Damit dies gelingt, braucht es in erster Linie Zeit und Geduld. Schließlich ist die Alkoholsucht eine multifaktorielle Erkrankung, d. h. sie entsteht durch ein Geflecht der unterschiedlichsten Gründe.

Wie lange dauert eine stationäre Alkoholentwöhnung?

Im Vergleich zum körperlichen Entzug, bei dem nach rund zwei bis drei Wochen die körperlichen Symptome überstanden sind, benötigt die Entwöhnung in der Regel – je nach durchführender Klinik und Patient – mehrere Wochen bis Monate. Die voraussichtliche Alkoholentwöhnung-Dauer ist allerdings individuell und lässt sich erst genauer eingrenzen, wenn alle suchtrelevanten Faktoren bekannt sind. Darüber hinaus spielt es eine Rolle, ob die Entwöhnung in einer privaten Suchtklinik Alkohol oder einer Rehaklinik der Rentenversicherung durchgeführt wird.

Private Entzugskliniken

Privatkliniken führen in der Regel Entgiftung und psychische Entwöhnung in einem gemeinsamen Setting durch. Je nach Ausprägung der körperlichen Entzugserscheinungen und dem allgemeinen Gesundheitszustand beginnt der Betroffene bereits während der ersten Phase der Therapie (Entgiftung), sich mit den Gründen seiner Abhängigkeit auseinanderzusetzen. Dies spart Zeit, ist deutlich intensiver und kann den Patienten von den Alkoholentzug-Symptomen ablenken. Für die Behandlung, welche die Entgiftung und die Entwöhnung umfasst, sollten betroffene Personen von mindestens vier Wochen ausgehen. Bei ausgeprägten Begleiterkrankungen und einem langjährigen Konsum kann es sein, dass die Behandlung verlängert wird.

Öffentliche Kostenträger

Findet die Entwöhnung über die Rentenversicherung statt, muss sie zunächst beim zuständigen Träger beantragt werden. Der Entscheid über die Bewilligung, d. h. die Wartezeit, dauert meist mehrere Wochen. In dieser Zeit besteht ein hohes Risiko für Rückfälle, denn der Betroffene hat zwar seine körperliche Abhängigkeit durch eine Entgiftung überwunden, die psychische Abhängigkeit ist aber in der Regel noch nicht behandelt. Dementsprechend kann das Verlangen nach alkoholischen Getränken häufig wieder auftreten, so dass die Wahrung der Abstinenz mitunter sehr schwierig ist. Wird die Reha bewilligt, liegt die Dauer der Alkoholentwöhnung abhängig von der Indikation zwischen drei und sechs Monaten.

Mit welcher Dauer ist bei einer ambulanten Alkoholentwöhnung zu rechnen?

Alternativ können die Betroffenen ambulant in einer psychosozialen Beratungs- und Behandlungseinrichtung oder in einer Tagesklinik vom Alkohol entwöhnen. Während ersteres meist berufsbegleitend ein- bis zweimal pro Woche stattfindet, beinhaltet die ganztägig ambulante Behandlung einen teilstationären Aufenthalt zwischen sechs und acht Stunden pro Werktag. Es liegt auf der Hand, dass der Aufenthalt in einer Tagesklinik fokussierter und kürzer verläuft als eine Suchtrehabilitation, die sich ähnlich wie eine ambulante Psychotherapie über mehrere Wochen hinzieht.

Selbst, wenn eine berufsbegleitende Sucht-Reha für den ein oder anderen abhängigen Patienten zunächst verlockend erscheinen mag, sollte bedacht werden, dass ambulante bzw. teilstationäre Entwöhnungsbehandlungen in der Regel weniger erfolgreich sind, da die Betroffenen während einer ambulanten Behandlung den gewohnten Suchttriggern ausgesetzt sind und es dadurch leichter zu Rückfällen kommt. Darüber hinaus kann die Auseinandersetzung mit der Suchthistorie sehr anstrengend sein, verdrängte Traumata an die Oberfläche holen und auf diese Weise die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen.

Welche persönlichen Faktoren beeinflussen die Alkoholentwöhnung-Dauer?

Eine Sucht entsteht in der Regel nicht von heute auf morgen, sondern über viele Jahre hinweg. Während dieser Zeitspanne sind die Betroffenen zahlreichen Einflüssen ausgesetzt, die in ihrer Summe eine Suchtentstehung begünstigen können. Dazu zählen u. a.

Das soziale Umfeld

Es gibt Familien, Freundschaften und Kollegenkreise, in denen das Trinken von Alkohol – sei es zum Feierabend oder in Gesellschaft – gewissermaßen zum guten Ton gehören. Umgekehrt existieren Umfelder, in denen Alkoholkonsum nicht, oder so gut wie nie vorkommt. Wird der Betroffene tagtäglich mit dem Konsum ihm nahestehender Personen konfrontiert, fällt es im gewohnten Umfeld deutlich schwerer, abstinent zu bleiben. Daher sollten sowohl die Entgiftung als auch die Entwöhnung stationär durchgeführt werden. Während der Entwöhnungsbehandlung gilt es, den Suchtkranken hinreichend zu sensibilisieren, um Rückfälle in alte Trinkmuster zu verhindern. Wenn der zunächst avisierte Aufenthalt dazu nicht ausreicht, sollte die Entwöhnung verlängert werden, was in privaten Alkoholentzugskliniken normalerweise problemlos möglich sein sollte. Auch bei der stationären Sucht-Reha gibt es auf Antrag Möglichkeiten der Verlängerung. Hierzu sprechen Sie am besten den behandelnden Reha-Arzt an. Gleiches gilt, wenn ein konfliktbeladenes Umfeld die Wahrung der Abstinenz erschwert.

Begleiterkrankungen / Komorbiditäten

Menschen, die regelmäßig große Mengen Alkohol trinken, haben ein größeres Risiko, an einer Depression, Angststörung oder einer anderen psychischen Störung zu erkranken. Auch der entgegengesetzte Fall ist denkbar – die Betroffenen beginnen ihre Sorgen und Kümmernisse in einem Glas Wein oder Bier zu „ertränken“, bis es zu einer Suchtentwicklung kommt. In beiden Szenarien sollten Alkoholabhängigkeit und psychische Erkrankung gemeinsam behandelt werden, um ein Wechselspiel zwischen den Krankheitsbildern zu verhindern. Bei stark ausgeprägten Begleiterkrankungen kann es sein, dass die Behandlung verlängert werden muss, um der jeweiligen Komorbidität gerecht zu werden.

Mehrfachabhängigkeiten

Nikotin und Alkohol, Alkohol und Cannabis, Kokain und Alkohol oder MDMA und Alkohol: Viele Alkoholkranke konsumieren Alkohol mit anderen Substanzen. Auch der Mischkonsum von Tavor® und Alkohol kann vorkommen. Unabhängig von der jeweiligen Kombination müssen immer mehrere Wirkstoffe gemeinsam entzogen werden. Besonders Nikotin und Alkohol wirken synergistisch und können nach dem Entzug eine Suchtverlagerung auf den jeweils anderen Stoff hervorrufen. Die Entwöhnung sollte also auf jeden Fall so lange dauern, dass die Betroffenen das Verlangen nach beiden Substanzen in den Griff bekommen.

Länge und Höhe des Konsums

Je länger und höher der Konsum, desto länger dauert meist auch die Behandlung. Dies gilt sowohl für die Entgiftung als auch für die Entwöhnung. Einem langjährigen Alkoholiker emotional zu verdeutlichen, dass eine Abstinenz der einzige Weg zu einem gesunden, selbstbestimmten Leben ist, kann unter Umständen mehrere Monate dauern. Der Betroffene hat sich zu lange auf die Substanz fokussiert, um dieses Verhalten schnell ablegen zu können. Trotzdem ist jede Sucht durch die Entwicklung des Suchtgedächtnisses eine „Lebenskrankheit“ und kann nie vollständig geheilt werden.

Fazit

Die meisten Menschen möchten ihren Alkoholentzug und damit auch die Alkoholentwöhnung so schnell wie möglich hinter sich bringen. Dennoch ist es nicht sinnvoll, die Dauer der Alkoholentwöhnung zu verkürzen. Geben Sie sich, Ihrem Körper und Ihrer Seele die benötigte Zeit, um vom Alkohol loszukommen. Die Folgen einer zu kurzen Therapie oder eines kalten Alkoholentzugs (ohne Entwöhnung und ohne medikamentöse Unterstützung) können äußerst gefährlich und belastend sein. Es kann zu Rezidiven und einer gewissen „Therapieresistenz“ kommen, was durch eine ernsthafte und zeitnah beginnende Alkoholentwöhnung deutlich vermindert werden kann.

Ihr Kontakt zur My Way Betty Ford Privatklinik

Wir unterstützen Sie sowohl bei der Alkoholentgiftung als auch bei der Alkoholentwöhnung. Beide Behandlungen sind entweder gekoppelt in einem qualifizierten Alkoholentzug durchführbar oder als separate Therapien, beispielsweise bei einem Alkoholmissbrauch, der in vielen Fällen keine Alkoholentgiftung erfordert. Wir bieten Ihnen konkret:

  • ein langjährig bewährtes und zertifiziertes Therapiekonzept
  • die Entgiftung und Entwöhnung in einem Behandlungsschritt
  • maximale Diskretion und Anonymität durch Aliasnamen
Person steigt eine Treppe herauf und hält eine Fahne in der Hand. Auf einem Schild steht JA zum suchtfreien Leben.






    Lesen Sie auch

    Alkoholentwöhnung

    Alkoholentwöhnung-Klinik

    Alkoholproblem-Klinik

    Alkohol-Entgiftung

    Alkoholentgiftung-Klinik

    Ab wann ist man Alkoholiker?

    Abstinenzmotivation

    Aktuelle Seminare zum Thema Alkoholentzug

    Suchtverhalten wird häufig durch psychische Erkrankungen ausgelöst

    Jetzt informieren

    Legalisierter Cannabis-Konsum und das Risiko chronischer Psychosen

    Jetzt informieren

    (K)ein Leben mit Drogen: Wenn Wahn und Beziehungslosigkeit das Leben bestimmen

    Jetzt informieren

    Coitus und Sucht – ein Teufelskreis aus Versagensängsten und Erfolgsdruck

    Jetzt informieren

    Dreiphasiges Therapie-Modell für einen erfolgreichen Drogenentzug

    Jetzt informieren

    Betty Ford Klinik fordert situationsgerechten Umgang mit Co-Abhängigkeit

    Jetzt informieren

    Meist verleugnet oder bagatellisiert: Sucht ist ein gefährliches gesellschaftliches Tabu

    Jetzt informieren

    Aktuelle Seminare zum Thema Alkoholentzug

    Fortbildungsveranstaltung “Sucht & Depression” am 12.11.2022 in Berlin

    Jetzt informieren

    Pressemitteilung „My Way Betty Ford Klinik® erneut als Top-Rehaklinik ausgezeichnet“

    Jetzt informieren

    Pressemitteilung „MY WAY BETTY FORD KLINIK® MIT NEUER CHEFÄRZTIN: DR. MED. VANESSA GRASSNICKEL“

    Jetzt informieren

    Pressemitteilung „REZERTIFIZIERUNG DER MY WAY BETTY FORD KLINIK® ERNEUT ERFOLGREICH“

    Jetzt informieren

    Pressemitteilung „MY WAY BETTY FORD KLINK® als Top-Rehaklinik ausgezeichnet“

    Jetzt informieren

    Pressemitteilung „ERNEUT ERFOLGREICHE REZERTIFIZIERUNG DER MY WAY BETTY FORD KLINIK®“

    Jetzt informieren

    NEUES MITGLIED IM WISSENSCHAFTLICHEN BEIRAT DER MY WAY BETTY FORD KLINIK®

    Jetzt informieren

    Fortbildungsveranstaltung “Sucht & Depression” am 27.03.2021 in Hamburg

    Jetzt informieren

    MITTEILUNG „UPDATE DER MY WAY BETTY FORD KLINIK® ZU COVID-19“

    Jetzt informieren

    Pressemitteilung „Erfolgreiche Rezertifizierung der My Way Betty Ford Klink®“

    Jetzt informieren

    Pressemitteilung „Die My Way Betty Ford Klinik® jetzt mit Wissenschaftlichem Beirat“

    Jetzt informieren

    Stellungnahme: Beeinflusst ein Ausgang während der Therapie den Therapieerfolg

    Jetzt informieren

    Fachlich geprüft

    alle Inhalte der Webseite wurden von Ärzten geprüft

    Wissenschaftlicher Beirat

    • Unabhängige Beratung durch namhafte Mediziner der Suchtmedizin und Psychotherapie
    • Kontinuierliche Qualitätsverbesserungen unseres langjährig bewährten Therapiekonzepts
    • Regelmäßige Mitarbeiterschulungen gemäß neuesten suchtmedizinischen Erkenntnissen

    Über den wissenschaftlichen Beirat





      Bitte beachten Sie unsere Angaben zum Datenschutz.