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Cannabis und Alkohol: Mischkonsum mit gefährlichen Folgen

Cannabis ist in Deutschland noch immer eine illegale Droge, die allerdings unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen den Ruf genießt, ungefährlich zu sein. Dieser Eindruck wird durch die Legalisierung von Cannabis in vielen Ländern und US-Bundesstaaten und durch den legitimierten Einsatz bei bestimmten Krankheitsbildern noch verstärkt. Immer mehr Jugendliche geben an, bereits einen Joint ausprobiert zu haben oder sogar regelmäßig zu kiffen. Besonders gering scheint die Hemmschwelle meist auf Partys oder in Gesellschaft Gleichaltriger zu sein. Hier kommt es häufig auch zu einem sogenannten Mischkonsum, bei dem Cannabis gemeinsam mit Alkohol konsumiert wird. Die Folgen dieser oft fälschlicherweise harmlos eingestuften Kombination können Betroffene schlimmstenfalls ein Leben lang begleiten.

Wie wirken Cannabis und Alkohol separat?

Cannabis und Alkohol sind Rauschmittel, die auf das zentrale Nervensystem des menschlichen Körpers einwirken. Wie genau die Wirkung ausfällt, ist von der konsumierten Alkoholmenge sowie vom THC-Gehalt im Cannabis abhängig. Grundsätzlich haben die beiden Substanzen jedoch einen gegenteiligen Effekt. Während beim Cannabis die Entspannung und die sedierende Wirkung überwiegen, löst Alkohol bei den meisten Konsumenten zunächst eine euphorische Hochstimmung aus. Je mehr sie trinken, umso redseliger, hemmungsloser und selbstbewusster werden die Betroffenen. Erst nach weiterer Alkoholzufuhr kippt die enthemmende Wirkung des Alkohols in die gegenteilige Richtung.

Cannabis und Alkohol warten aber nicht nur mit den erwünschten Wirkungen auf, sondern können eine Reihe gesundheitlicher Risiken und Nebenwirkungen hervorrufen. Allem voran sind der schleichend einsetzende Kontrollverlust und Leistungseinbußen zu erwähnen. Wer kifft oder sich betrinkt, verliert schnell die Beherrschung über den eigenen Körper, fällt durch wirre Gedankengänge oder eine undeutliche Sprache auf. Zudem sorgt Alkohol für einen erhöhten Blutdruck, belastet die Leber und erhöht das Risiko für schwerwiegende Erkrankungen. Cannabis birgt durch den Konsum von Joints noch eine weitere Gefahr. Schließlich werden durch das Verbrennen des Tabaks toxische und potenziell krebserregende Stoffe freigesetzt, die den Körper zusätzlich belasten.

Ebenso können beide Substanzen negative Auswirkungen auf die Strukturen im Gehirn haben. So hat ein dauerhafter Alkoholkonsum Umstrukturierungen im präfrontalen Cortex zur Folge und kann die Nervenzellenkörper, d.h. die sogenannte Graue Substanz, massiv schädigen. Die Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen über die Auswirkungen von Cannabis auf das Gehirn/Gedächtnis fallen ähnlich erschreckend aus. Beide Drogen beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit des Gehirns – auch lange Zeit nach Beendigung des Konsums. Inwiefern die Schäden reparabel sind, wird derzeit in der medizinischen Forschung noch untersucht.

Warum werden Alkohol und Cannabis zusammen konsumiert?

Beim genauen Hinsehen scheinen Marihuana und Alkohol gegensätzliche Wirkprinzipien aufzuweisen. Umso mehr stellt sich die Frage, warum beide Substanzen so häufig gemeinsam eingenommen werden. Das liegt in der Regel am Setting, sprich an der konkreten Konsumsituation. Viele Jugendliche und junge Erwachsene rauchen Marihuana am liebsten in Gesellschaft. Nur wenige Konsumenten nehmen die Droge ganz allein zu sich. Zu gesellschaftlichen Anlässen wie etwa bei Partys oder Sit-Ins wird häufig Alkohol konsumiert. Dieser senkt die Hemmschwelle, sodass auch Personen, die normalerweise nicht kiffen, sich dazu hinreißen lassen THC einzunehmen. Darüber hinaus neigen viele Cannabis-Raucher dazu, sich nach einem stärkeren und intensiveren High zu sehnen, denn bei Cannabis tritt mit der Zeit ein Gewöhnungseffekt auf. Von der Kombination aus Alkohol und THC erhoffen sich die Betroffenen einen intensiveren Rausch.

Was sind die negativen Folgen beim Mischkonsum von Alkohol und Cannabis?

Studien haben herausgefunden, dass Menschen, die gleichzeitig Cannabis und Alkohol konsumieren, mit enormen Leistungseinbußen zu rechnen haben. Dabei nimmt vor allem die Reihenfolge einen maßgeblichen Einfluss. Findet zunächst ein ausgiebiger Alkoholkonsum statt und konsumieren die Betroffenen anschließend THC, erhöht sich die THC-Konzentration im Blut. Das bedeutet, dass der Rausch der Droge nach vorherigem Alkoholkonsum deutlich stärker ist. Wird dagegen zuerst Marihuana konsumiert, verstärkt sich das Gefühl betrunken zu sein. Der Körper wird durch die maximierte Rauschwirkung stark belastet. Übelkeit und Erbrechen sowie Schwindel und Orientierungsstörungen stellen sich ein. Je nachdem, welche Menge an THC und Alkohol die Betroffenen zu sich genommen haben, kann schlimmstenfalls ein Kreislaufkollaps auftreten, Alkoholvergiftungen werden in Kauf genommen.

Auch wenn der gemischte Konsum von Haschisch und alkoholhaltigen Getränken regelhaft nicht zum totalen Zusammenbruch führt, ist das Risiko schwerwiegender Folgen groß. Viele Menschen, die Alkohol trinken und gleichzeitig Haschisch rauchen, neigen zur Selbstüberschätzung und legen ein gefährliches Risikoverhalten an den Tag. Das kann insbesondere im Straßenverkehr für die eigene Person und andere Verkehrsteilnehmer lebensgefährlich werden.
Darüber hinaus muss beim Mischkonsum von Cannabis und Alkohol mit negativen Konsequenzen für die psychische Gesundheit gerechnet werden. So steigt mit dem Genuss beider Drogen das Risiko für Depressionen, Angst- und Panikattacken, Halluzinationen, Wahnvorstellungen und Psychosen. Für die jeweilige Ausprägung können unter anderem die Höhe der Dosis und die Häufigkeit des Konsums wichtige Einflussfaktoren sein.

Was ist gefährlicher: Alkohol oder Cannabis?

Geringe Mengen Marihuana können ausreichen, um eine verdeckte, also bis dahin nicht offensichtliche Schizophrenie hervorzurufen. Selbst ein moderater Konsum von Alkohol kann zu strukturellen Veränderungen im Gehirn führen, strapaziert die Gesundheit der Leber und erhöht die Gefahr an Krebs zu erkranken. Schädlich für die geistige und körperliche Gesundheit sind dementsprechend beide Stoffe. Zudem bergen sowohl Alkohol als auch Cannabis ein erhöhtes Risiko für die Ausbildung einer physischen wie auch psychischen Abhängigkeit.

In der My Way Betty Ford Klinik behandeln wir sowohl Patienten, die einen hohen, regelmäßigen Cannabiskonsum praktizieren, als auch Suchtkranke, die unter einer Alkoholsucht oder einer Mehrfachabhängigkeit leiden. Unseren Erfahrungen zufolge haben es Menschen mit einem sogenannten multiplen Substanzgebrauch besonders schwer, zurück in ein suchtfreies und gesundes Leben zu finden. Dennoch spricht der Therapieerfolg unseres individuellen Behandlungsmodells für sich. Mithilfe einer ggf. medikamentös gestützten Entgiftung und einer anschließenden umfassenden psychotherapeutischen Behandlung in unserer Suchtklinik lernen Alkohol- und Cannabis-Konsumenten, wie sie sich nachhaltig von den schädlichen Rauschgiften abwenden und ihr Leben wieder selbst in die Hand nehmen. Ebenso sind eine intensive empathische Betreuung während des Cannabis- bzw. Alkoholentzugs, eine umfassende Angehörigenarbeit und die Erstellung eines Nachsorgekonzepts selbstverständlich für uns.

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