Was ist Codein?
Codein oder auch Methylmorphin ist ein natürliches Opiat, welches aus dem Milchsaft des Schlafmohns gewonnen wird und als medizinischer Wirkstoff auf das Hustenzentrum des menschlichen Körpers einwirkt. Zusätzlich besitzt es eine gewisse analgetische Potenz, die jedoch im Vergleich zu anderen Opiaten, wie etwa Morphium, sehr niedrig ist. Deshalb wird Codein nur selten als Schmerzmittel verschrieben und falls doch, nie als alleiniger Wirkstoff, sondern meist in Kombination mit Paracetamol oder anderen nicht-opioiden Analgetika. Bis in die späten 1990er Jahre kam Codein auch als Substitutionspräparat in der Heroin-Therapie zum Einsatz. Mittlerweile ist die Behandlung jedoch weitestgehend eingestellt worden, weil Methadon dank der längeren Wirkdauer bessere Erfolge verspricht.
Codein bindet als Opiat an spezifische Rezeptoren im zentralen Nervensystem und beeinflusst dadurch die Reiz- und Signalübertragung. Im Vergleich zu ähnlich wirkenden Arzneistoffen, ist die Bindungsfähigkeit an die Opioid-Rezeptoren jedoch deutlich schwächer. Sobald Codein in der Leber eintrifft, findet dort unter Einfluss des Enzyms CYP2D6 eine sogenannte Demethylierung statt. Hierbei wird der Metabolit Morphin aus dem Codein herausgelöst. Codein ist dementsprechend eine Prodrug, die ihre volle Wirkung erst nach der Verstoffwechselung entfaltet. Die husten- und schmerzlindernde Wirkung erfolgt hauptsächlich durch den Metaboliten Morphin, der deutlich stärker und länger an den Rezeptoren wirkt. Die Beeinträchtigung der Reizweiterleitung führt außerdem zu einem Gefühl der Dämpfung. Je nach Dosierung können überdies stimmungsaufhellende Effekte festgestellt werden.