24 Stunden Direktkontakt

0800 / 55 747 55
aus dem Ausland +49 180 / 55 747 55 Zum Kontaktformular
  • Spezialisierung auf Suchterkrankungen und deren Begleiterkrankungen, wie Burnout, Depression, Angststörungen, etc.
  • langjährig bewährtes Therapiekonzept
  • Deutlich überdurchschnittliche Personalbesetzung
  • BAR-zertifiziert durch den Fachverbund Sucht, letztmals 2020
  • Rund um die Uhr ein Arzt im Haus
  • 45 Einzelzimmer, 8 davon klimatisiert
  • zugelassenes Krankenhaus im Bereich der Entgiftung
BAR Zertifikat des Fachverbands Sucht Logo des Fachverbands Sucht LGA InterCert Zertifikat DIN EN ISO 9001:2015
Außenansicht der MyWayBettyFord Klinik

Tablettensucht: Die “Stille Sucht” als Gefahr für Frauen?

Schätzungen zufolge leiden deutschlandweit zwischen 1,4 und 2 Millionen Menschen an einer Medikamentenabhängigkeit; betroffen sind verschiedene Arten von Arzneimitteln. Genaue Zahlen sind wegen der hohen Dunkelziffer allerdings nur schwer zu erheben. Der Blick auf die Statistiken offenbart allerdings noch eine weitere Erkenntnis. Offensichtlich nehmen vor allem Frauen Tabletten in besorgniserregendem Maße ein. Rund 70 % aller Menschen, die an einer Medikamentensucht leiden, sind weiblich. Doch ist die Tablettensucht tatsächlich ein “typisches Frauenproblem” – und falls ja: Warum ist das so?

Was bedeutet Tablettensucht?

“Tablettensucht” ist eine andere Bezeichnung für eine Medikamentenabhängigkeit, die sich allerdings ausschließlich auf die Abhängigkeit von Tabletten (im Gegensatz zu Tropfen, Pflastern oder anderen Darreichungsformen) beschränkt. Die Abhängigkeitserkrankung kann durch verschiedene Medikamente ausgelöst werden.

Tablettensucht welche Tabletten?

Besonders häufig von einer Tablettensucht betroffen sind die folgenden Gruppen von Arzneimitteln:

  • Schmerzmittel
  • Schlafmittel
  • Beruhigungsmittel

Oftmals tritt eine Medikamentensucht im Zusammenhang mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln wie zum Beispiel Benzodiazepinen, Z-Drugs oder Opiaten und Opioiden auf. Diese besitzen ein sehr hohes Suchtpotenzial und können nicht nur in höherer Dosis oder größeren Mengen abhängig machen. Immer öfter werden aber auch frei verkäufliche Medikamente wie Naproxen, Ibuprofen, Dolormin oder Paracetamol als Auslöser eines chronischen Medikamentenmissbrauchs identifiziert.

Wie äußert sich eine Tablettensucht?

Wie äußert sich eine Tablettensucht?Eine Tablettensucht zu erkennen, ist weder für Außenstehende noch für die Betroffenen selbst einfach. Deshalb wird die Medikamentenabhängigkeit häufig als “Stille Sucht” bezeichnet und verläuft über Jahre hinweg unbemerkt. Trotzdem gibt es einige Indizien und Symptome, anhand derer eine Sucht nach Tabletten erkannt werden kann:

  • Craving: Ein unstillbares Verlangen nach der suchtauslösenden Substanz
  • Toleranzentwicklung, bei der die Wirkung der Tabletten bei gleichbleibender Dosis immer weiter nachlässt.
  • Dosissteigerung, wodurch die Abhängigkeit letztendlich noch größer wird.
  • Fortführung der Einnahme trotz gravierender Nebenwirkungen oder belastender Folgeerkrankungen
  • Unterordnung anderer Lebensbereiche zugunsten der Tabletteneinnahme
  • Einnahme der Stoffe, um die vorhandenen Entzugserscheinungen zu lindern

Treten gar suchtinduzierte Probleme in der Familie oder am Arbeitsplatz auf, kann davon ausgegangen werden, dass der Betroffene die jeweiligen Medikamente längst nicht mehr aus medizinischen Gründen einnimmt. Stattdessen leidet er unter einer Abhängigkeit von diesen und die Einnahme erfolgt in erster Linie, um psychische oder körperliche Entzugserscheinungen im Zaun zu halten.

Warum ist eine Medikamentensucht gefährlich?

Der regelmäßige Missbrauch von Tabletten kann für den Suchtkranken zahlreiche verheerende Folgen haben. So muss bei langfristiger Einnahme bei fast allen Arzneimitteln von belastenden Nebenwirkungen sowie Folgeerkrankungen ausgegangen werden. Selbst frei verkäufliche Präparate wie Naproxen, Ibuprofen oder Dolormin können langfristig gefährlich werden. Neben Leberschäden, Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich und einer dauerhaften Nierenschädigung, bis hin zur Dialysepflichtigkeit, können Bewegungs- und Gangunsicherheiten auftreten. Das betrifft vor allem ältere Menschen, die beispielsweise verschreibungspflichtige Arzneimittel wie Benzodiazepine einnehmen. Abhängig davon, welche Wirkstoffe und Mittel konkret eingenommen werden, können sogar psychische Störungen wie Depressionen ausgelöst werden. Neben diesen vielseitigen körperlichen Problemen entstehen für Menschen, die süchtig nach Medikamenten sind, parallel dazu häufig Schwierigkeiten im Job oder im sozialen Umfeld. Das kann bis hin zur sozialen Isolation, dem gesellschaftlichen Absturz oder sogar in die Beschaffungskriminalität führen.

Warum missbrauchen Millionen Betroffene Medikamente?

Psychotrope Substanzen und Rauschmittel, also Stoffe, welche die Wahrnehmung des Menschen verändern, werden häufig als Problemlöser missbraucht. Genauso wie Alkohol oder Drogen sollen Medikamente dabei helfen, eine unangenehme Situation oder einen belastenden Zustand zu verringern. Ob Stress, innere Unruhe, Schlafstörungen oder schmerzhafte Beschwerden – Arzneimittel können dazu führen, dass sich die Betroffenen endlich entspannen und quälende Sorgen an Bedeutung verlieren.

Wer ist von einer Tablettensucht betroffen?

Statistiken zufolge leiden vornehmlich Frauen unter den Symptomen einer Medikamentenabhängigkeit. Knapp 70 % aller Erkrankten gehören dem weiblichen Geschlecht an. Bereits bei Jugendlichen ist die ungleiche Verteilung der Tabletteneinnahme zwischen Jungen und Mädchen offensichtlich. Einzelne Untersuchungen haben gezeigt, dass 20 % aller Mädchen zwischen 14 und 16 Jahren beinahe täglich zu Schmerzmitteln greifen. Noch auffälliger sind die Zahlen bei älteren Menschen. Tatsächlich sind insgesamt zwei Drittel aller medikamentensüchtigen Frauen über 65 Jahre alt. Man kann jedoch davon ausgehen, dass die Weichen für die Ausbildung dieser Suchterkrankung bei den meisten Betroffenen bereits deutlich früher gestellt wurden. Hinsichtlich sozialer Schicht, Bildungsgrad oder anderen Parametern können jedoch keine signifikanten Merkmale für die Entstehung einer Abhängigkeit nach starken Schmerzmitteln oder Schlaftabletten ausgemacht werden.

Warum leiden vor allem Frauen an einer Tablettensucht?

Der Grund, weshalb Frauen im Gegensatz zu Männern weniger nach alkoholischen Getränken, Cannabis oder anderen illegalen Substanzen und dafür häufiger zu Medikamenten greifen, liegt vor allem an der weiblichen Sozialisierung. Abhängigkeiten, Anpassungsfähigkeit und Einfühlungsvermögen spielen bis heute eine wesentliche Rolle. Betrunken zu sein oder sich offensichtlich dem Drogenrausch hinzugeben, passt mit diesem traditionellen Rollenbild nicht zusammen. Der Rausch nach der Einnahme von Medikamenten ist dagegen deutlich unauffälliger, stiller und damit auch besser zu tarnen. Frauen, die gelernt haben, dass sie immer funktionieren und sich anpassen müssen, können dieses Ziel vermeintlich mithilfe der Arzneimittel erreichen und so letztendlich auch ihr eigenes Selbstbild aufrechterhalten.

Was ist der Auslöser dafür, dass Frauen nach Tabletten süchtig werden?

Die Gründe, weshalb Menschen von Medikamenten abhängig werden, können sehr vielschichtig sein. Grundsätzlich lassen sich jedoch Überforderung, Unterforderung, psychische Erkrankungen, Trauer, Stress oder Ängste genauso wie Einsamkeit als die häufigsten Ursachen ausmachen, aufgrund derer Frauen Tabletten nehmen. Auch psychische oder sexuelle Traumata in der Kindheit können dafür verantwortlich sein, dass erwachsene Frauen später eine Medikamentensucht entwickeln. Ein häufig wiederkehrendes Muster zeigt sich zudem bei Frauen mittleren Alters. Wenn die mittlerweile erwachsenen Kinder von zu Hause ausziehen, stürzen viele Mütter in ein scheinbar bodenloses Loch. Oftmals entwickeln sie im Zuge dessen verschiedene Leiden wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder ein allgemeines Unwohlsein. Um die Beschwerden zu lindern, werden meist zunächst frei verkäufliche Arzneimittel wie Dolormin oder Naproxen eingenommen. Später lassen sich die Betroffenen vom Arzt ein Mittel gegen die Probleme mit dem Schlaf oder die innere Unruhe verschreiben. Weil diese Behandlung scheinbar gut funktioniert, werden oft die vorgegebene Behandlungsdauer nicht eingehalten, die Dosis erhöht oder der Arzt gewechselt, damit der dauerhafte Missbrauch nicht auffällt und weitergeführt werden kann.

Was können Frauen gegen eine Tablettensucht unternehmen?

Frauen und Männer, die von Medikamenten abhängig sind und sich allein nicht mehr aus der Suchtspirale befreien können, sollten schnellstmöglich professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Ein abruptes Absetzen kann wegen zu erwartender Rebound-Effekte und Entzugserscheinungen wie epileptischen Anfällen nicht empfohlen werden. In der My Way Betty Ford Klinik bieten wir suchtkranken Menschen beider Geschlechter einen ganzheitlichen und individuellen Medikamentenentzug an.

Im Rahmen eines fraktionierten Entzugs können Sie die Tabletten, von denen Sie abhängig sind, in unserer Medikamentenentzug-Klinik langsam und ohne belastende Nebenwirkungen absetzen. Während dieser sogenannten Detoxikation (Entgiftung) steht Ihnen rund um die Uhr ein Arzt als Ansprechpartner zur Verfügung. In der angeschlossenen Entwöhnungstherapie lernen Sie zudem, die Ursachen für Ihre Medikamentensucht zu erkennen und arbeiten diese gemeinsam mit unseren Ärzten und Therapeuten auf. Dadurch gelingt es Ihnen, wieder auf eigenen Beinen zu stehen und die psychische Abhängigkeit im Rahmen unserer vielfach bewährten ganzheitlichen Behandlungsmethode zu überwinden. Gern lassen wir Ihnen weitere Informationen zukommen. Sprechen Sie uns einfach an!

Sie haben Interesse an unserem Angebot?
Jetzt unverbindliches Beratungsgespräch anfordern

Wissenschaftlicher Beirat

  • Unabhängige Beratung durch namhafte Mediziner der Suchtmedizin und Psychotherapie
  • Kontinuierliche Qualitätsverbesserungen unseres langjährig bewährten Therapiekonzepts
  • Regelmäßige Mitarbeiterschulungen gemäß neuesten suchtmedizinischen Erkenntnissen

Über den wissenschaftlichen Beirat

Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats der MyWayBettyFord Klinik





    Bitte beachten Sie unsere Angaben zum Datenschutz.