24 Stunden Direktkontakt

0800 / 55 747 55
aus dem Ausland +49 180 / 55 747 55 Zum Kontaktformular
  • Spezialisierung auf Suchterkrankungen und deren Begleiterkrankungen, wie Burnout, Depression, Angststörungen, etc.
  • langjährig bewährtes Therapiekonzept
  • Deutlich überdurchschnittliche Personalbesetzung
  • BAR-zertifiziert durch den Fachverbund Sucht, letztmals 2019
  • Rund um die Uhr ein Arzt im Haus
  • 8 klimatisierte Zimmer und Therapieräume
  • zugelassenes Krankenhaus im Bereich der Entgiftung

Sucht im Alter: Das unterschätzte Problem

Wenn es um das Thema Suchtkrankheiten geht, kommen den meisten Menschen stereotype Beispiele in den Sinn. Beispielsweise der erfolgreiche Geschäftsmann, der regelmäßig Kokain schnupft, um Bestleistungen erbringen zu können. Der Mittvierziger, der gerade seinen Job verloren hat und immer mehr Alkohol trinkt, um seine Frustration zu vergessen, oder die alleinerziehende Mutter, die regelmäßig Beruhigungsmittel nimmt, um den hektischen Alltag zu bewältigen. An ältere Menschen und Senioren denkt beim Thema Alkoholismus oder Medikamentenabhängigkeit kaum jemand. Dabei nehmen Suchterkrankungen im Alter seit Jahren kontinuierlich zu. Schätzungen zufolge sind rund 14 % der älteren Menschen hierzulande, die in Pflegeeinrichtungen untergebracht sind oder eine häusliche Pflege in Anspruch nehmen, von einer Suchterkrankung betroffen oder weisen Symptome auf, die eine solche Krankheit nahelegen. Umso wichtiger ist es, dass die Sucht im Alter enttabuisiert wird und Senioren die richtigen Hilfsangebote bekommen.

Was sind die Gründe für eine Sucht im Alter?

Gesundheitliche Probleme, Einsamkeit, Langeweile, Existenzängste, psychische Erkrankungen – genauso wie für jüngere Männer und Frauen, gibt es auch für die Sucht im Alter viele Auslöser. Die individuelle Lebensgeschichte spielt eine wichtige Rolle und entscheidet darüber, ob Patienten sich von ihrem Arzt wieder und wieder Beruhigungsmittel verschreiben lassen oder ob sie einen gesundheitsgefährdenden Alkoholkonsum ausbilden. Insgesamt lassen sich als Ursachen und Auslöser für die regelmäßige Einnahme von suchterzeugenden Medikamenten oder für den steigenden Alkoholkonsum einige allgemeine Tendenzen benennen. So zählen in erster Linie die Bewältigung altersbedingter Lebenssituationen wie der Tod des Partners oder der Rentenbeginn und das damit häufig verbundene Gefühl der Sinnlosigkeit zu den hauptsächlichen Gründen, eine Sucht im Alter zu entwickeln.

Medikamentenabhängigkeit im Alter

Sucht im Alter: Medikamentenabhängigkeit im AlterZu viel Alkohol im Alter ist ein Problem, das Frauen und Männer mit zunehmendem Alter fast gleichermaßen betrifft. Bezogen auf eine Medikamentenabhängigkeit sieht die Verteilung allerdings etwas anders aus. Statistiken belegen eindeutig, dass vor allem Frauen ab dem 40. Lebensjahr besonders gefährdet sind, eine Medikamentenabhängigkeit zu entwickeln. Immer noch definieren sich viele Frauen primär über ihre Rolle als Mutter. Sind die Kinder aus dem Haus, finden sie sich plötzlich in einer Situation wieder, in der sie offensichtlich nicht mehr “gebraucht” werden und reagieren auf diese neue Situation vor allem mit psychischen Krankheiten wie Depressionen, Angsterkrankungen oder Schlafstörungen. Viel zu schnell werden in solchen Fällen Medikamente verschrieben, die zwar einerseits für innere Ruhe und guten Schlaf sorgen und die Stimmung heben, andererseits aber auch ein enorm hohes Suchtpotenzial bergen. Dazu zählen hauptsächlich die Benzodiazepine Lorazepam (Tavor®) und Diazepam. Ähnliches gilt für zahlreiche verschreibungspflichtige Schmerzmittel wie Opiate und Opioide, die Frauen ebenfalls deutlich häufiger verordnet werden als Männern. Statistiken zeigen außerdem, dass Bewohner von Pflegeeinrichtungen und Seniorenheimen häufiger Medikamente verschrieben bekommen, als jene Senioren, die in Privathaushalten untergebracht sind. Das legt den Verdacht nahe, dass ältere Menschen in entsprechenden Einrichtungen in vermutlich vielen Situationen eher mit Tabletten sediert werden.

Gerade weil Medikamente im Alter anders wirken und deutlich mehr Risiken mit sich bringen, bedeutet eine Medikamentenabhängigkeit für Menschen ab 60 Jahren einen umso größeren Risikofaktor für die Gesundheit. Ältere, von Medikamenten abhängige Patienten können die Belastungen und Gefahren, denen sie sich aussetzen, häufig nicht richtig einschätzen. Da ihnen die Präparate von ihrem Arzt verordnet werden, gehen sie davon aus, diese Mittel wirklich zu benötigen und setzen die Einnahme häufig trotz vieler Nebenwirkungen fort. Das kann nicht nur zu Organschäden, einer erhöhten Sturzgefahr und anderen Erkrankungen führen, sondern birgt auch das Risiko verschiedene Medikamente einzunehmen, die sich nicht miteinander vertragen. So können opioiderge Schmerzmittel und Benzodiazepine bei gleichzeitiger Einnahme zu lebensbedrohlichen Folgen führen. Wird zusätzlich Alkohol getrunken, steigt das Risiko für eine Atemdepression oder andere potenziell tödliche Wechselwirkungen.

Merkmale einer Medikamentensucht im Alter:

  • die Einnahme erfolgt häufig schon seit vielen Jahren
  • eine Verringerung der Dosis oder ein Absetzen führt zu Rebound-Effekten und Entzugserscheinungen
  • hohe Verbreitung einer Niedrigdosis-Abhängigkeit

Alkoholismus im Alter

Regelmäßig große Mengen Alkohol zu konsumieren, ist für Betroffene aller Altersgruppen problematisch. Schließlich ist es von einem riskanten Alkoholkonsum nur noch ein kleiner Schritt in die Alkoholsucht. Tendenzen aus Studien und Umfragen deuten allerdings darauf hin, dass der generelle Alkoholkonsum mit steigendem Lebensalter geringer wird. Diese Aussage ist jedoch relativ zu sehen, weil die Fähigkeit den Alkohol im Körper abzubauen, im Alter abnimmt. Je älter man wird, umso schlechter verträgt man demzufolge Alkohol.

Als Ursache für einen erhöhten Alkoholkonsum im Alter können oftmals Einsamkeit und Langeweile ausgemacht werden. Darüber hinaus glauben viele ältere Suchtkranke mit Alkohol ihre Schlafqualität verbessern, die Nerven beruhigen oder sich von trübsinnigen Gedanken ablenken zu können. Diese Effekte sind jedoch nur kurzweilig spürbar. Spätestens wenn dauerhaft zu viel Alkohol getrunken wird, verkehrt sich die gewünschte Wirkung ins Gegenteil. Viele Senioren mit stark erhöhtem Alkoholkonsum sind allerdings nicht erst im hohen Alter alkoholabhängig geworden. Oftmals hatten die Trinkmuster über Jahre oder Jahrzehnte hinweg Zeit sich zu verfestigen und werden im Rentenalter fortgesetzt.

Wie bei der Medikamentenabhängigkeit steigt durch den Konsum von Alkohol im Alter die Sturzgefahr drastisch an. Ebenso verringern sich die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit enorm: Die kognitiven Fähigkeiten lassen nach, Krankheiten häufen sich, auch wegen einer verringerten Immunwehr, die Funktion der Organe ist eingeschränkt. Lebererkrankungen, aber auch Hirnschäden und Krebserkrankungen werden begünstigt.

Merkmale einer Alkoholsucht im Alter:

  • Rückgang exzessiven Trinkverhaltens
  • kleine Mengen Alkohol werden über den Tag verteilt
  • es wird bevorzugt allein getrunken
  • Alkohol wird teilweise auch in Form von Medikamenten konsumiert

Was tun bei Medikamentenabhängigkeit oder Alkoholsucht im Alter?

Wer im Alter regelmäßig große Mengen Alkohol trinkt oder Beruhigungsmittel, Schmerztabletten oder Medikamente gegen Schlafstörungen nimmt, sollte schnellstmöglich therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen. Allerdings gestaltet sich dies im Alter oft deutlich schwieriger als in jüngeren Jahren. So sind viele Betroffene einerseits der Meinung, dass sich ein Entzug in ihrem Alter nicht mehr lohnen würde; andererseits möchten Angehörige, Betreuer oder Ärzte suchtkranke Senioren nicht bevormunden. Besteht eine schwere Demenz, ist der Patient in der Regel allein nicht mehr handlungsfähig und befindet sich vielfach in einer Pflegeeinrichtung oder einem Altersheim. Auch in diesem Falle sind die Hilfe und Unterstützung der Familie gefragt, um den älteren Patienten zu einem Entzug oder andersartiger Hilfe zu bewegen.

Es wäre ein Fehler, sich mit der der Sucht dauerhaft abzufinden und zu resignieren. Schließlich gibt es für ein möglichst suchtmittelfreies Leben keine Altersgrenze. Ein qualifizierter Medikamenten- oder Alkoholentzug in einer Suchtklinik bringt in jedem Lebensalter ein Plus an Lebensqualität. Soziale Isolation und Einsamkeit lassen nach, weil sich der Alltag nicht mehr ausschließlich um die Einnahme von Tabletten oder den Konsum von Alkohol dreht. Belastende Nebenwirkungen können verringert werden, der Patient kann sich durch zahlreiche, den Entzug begleitende Zusatzangebote neuen Ideen und Interessen öffnen und sich in der Gruppe mit Gleichgesinnten austauschen. Die Therapie selbst besteht aus einer körperlichen Entgiftung und einer psychischen Entwöhnung, in der die Suchtursachen aufgearbeitet und durch alternative Lösungsstrategien ersetzt werden. Wichtig ist es, die ersten Schritte so schnell wie möglich mit dem eigenen Arzt, einem nahestehenden Verwandten oder direkt mit einer Klinik zu besprechen. Gern stehen auch wir von der My Way Betty Ford Klinik Ihnen bei Suchtfragen mit weiterführenden Informationen zur Seite.

Sie haben Interesse an unserem Angebot?
Jetzt unverbindliches Beratungsgespräch anfordern





Bitte beachten Sie unsere Angaben zum Datenschutz.