Alkohol bei Erkältung

Lesezeit:
Aktualisiert am: 10.02.2021
Kontinuierlich neue Inhalte im Suchtratgeber Alkohol

Fachlich geprüft

alle Inhalte der Webseite wurden von Ärzten geprüft

Alkohol bei Erkältung: alles Wichtige in 30 sec.

  • Alkohol gilt zu Unrecht als bewährtes Hausmittel bei Erkältung.
  • Schließlich dämpft Ethanol durch seine toxische Wirkung das ohnehin geschwächte Immunsystem.
  • Durch den Alkoholabbau verliert der Körper Energie und die Leber kann nur unzureichend Abwehrstoffe gegen Krankheitserreger bilden.
  • Bei einer Grippe sollten die Symptome daher bereits seit einigen Tagen abgeklungen sein, bis erneut Alkohol konsumiert wird.
  • Alkoholkranke haben aufgrund des Alkoholkonsums ein schwächeres Immunsystem und sind häufiger krank.
  • Dem Immunsystem und der allgemeinen Gesundheit zuliebe sollte deshalb ein Alkoholentzug angestrebt werden.
Inhalt

Bewährtes Hausmittel oder Belastung?

Alkohol wird bereits seit Hunderten von Jahren für verschiedenste Behandlungen in der Medizin eingesetzt. Besonders seine desinfizierenden und antibakteriellen Eigenschaften macht man sich häufig zunutze. Viele Menschen gehen daher bis heute davon aus, dass Alkohol wie eine heiße Zitrone oder Hühnersuppe ein bewährtes Hausmittel zur Bekämpfung von Erkältungssymptomen ist. So nutzen vor allem ältere Männer die Substanz, um eine Influenza zu bekämpfen und vermeintlich den Schlaf zu fördern. Leider bewirken Schnaps, Grog und Glühwein bei einer Erkältung jedoch meist das Gegenteil.

Hilft Alkohol überhaupt bei Erkältung?

In der kalten Jahreszeit leiden viele Menschen unter Husten, Schnupfen, einem kratzigen Hals oder den Symptomen einer echten Grippe mit Fieber, Schüttelfrost und Gliederschmerzen. Während man bei einer Grippe unbedingt zum Arzt gehen sollte, lässt sich eine Erkältung mit verstopfter Nase meist relativ unkompliziert in Eigentherapie behandeln. Helfen können Medikamente wie Nasenspray, Kopfschmerztabletten oder Erkältungssäfte aus der Apotheke. Dazu sollten sich die Erkälteten schonen, viel schlafen, ausreichend Wasser oder Tee trinken, Vitamin C zu sich nehmen und ab und zu einen Spaziergang an der frischen Luft genießen. Viele Menschen entscheiden sich zusätzlich dazu, die eigene Krankheit mit alkoholhaltigen Getränken zu behandeln. Für viele Kranke gilt Hochprozentiges wie Grog oder Schnaps oder ein warmes Bier als beste Medizin gegen bakterielle Infektionen und lästige Erkältungssymptome. Dies ist allerdings ein Trugschluss, denn Alkohol bei Erkältung dämpft das ohnehin geschwächte Immunsystem weiterhin. Lediglich warmes Bier kann einen positiven Effekt erzielen. Schließlich wirken die im Hopfen enthaltenen Bitterstoffe und ätherischen Öle schlaffördernd, den Bitterstoffen wird zusätzlich eine antibakterielle Wirkung zugeschrieben. Dabei sollte eine Biersorte mit geringem Alkoholgehalt gewählt und lediglich ein Glas getrunken werden, um die Immunabwehr nicht unnötig zu belasten und dem Körper nicht zu viel Wasser zu entziehen. Allerdings ist die Wirksamkeit von aufgewärmten Bier bisher noch nicht in groß angelegten Studien bestätigt worden.

Wie wirkt Alkohol bei Erkältung?

Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass der Körper und das Immunsystem bei einer Erkältung durch Alkohol in vielerlei Hinsicht zusätzlich geschwächt werden. Zum einen fördert Ethanol die Durchblutung. Das hat im ersten Moment zwar einen scheinbar positiven Effekt, weil der Körper sich erwärmt und die Kälte, die den Betroffenen während einer Erkältung sprichwörtlich in den Gliedern steckt, dadurch verschwindet. Tatsächlich sorgt die verstärkte Durchblutung aber für hohe Temperaturverluste über die Haut, sodass der Mensch nach dem Alkoholkonsum schneller und stärker auskühlt.

Zum anderen raubt der Alkoholabbau dem Körper Energie. Damit das zell- und nervenschädigende Ethanol abgebaut werden kann, muss vor allem die Leber eine hohe Arbeitsleistung erbringen. Gleichzeitig ist sie gefordert, wichtige Abwehrstoffe zu produzieren, damit Bakterien und Viren keine Chance haben sich auszubreiten. Ist das Stoffwechselorgan mit dem Abbau von Alkohol beschäftigt, kann es sich um diese für ein funktionierendes Immunsystem so wichtige Aufgabe nicht ausreichend kümmern.

Zudem wird die Funktionsweise des Immunsystems nachhaltig gestört bzw. blockiert – und das gleich auf mehreren Ebenen. Zum einen werden die Monozyten, die gewissermaßen als Vorstufe der Makrophagen (Fresszellen) angesehen werden, in ihrer Wirksamkeit ausgebremst. Da die Monozyten sowohl für die spezifische als auch für die unspezifische Immunabwehr zuständig sind, ist dieser Effekt doppelt nachteilig. Sie bekämpfen weder bereits bekannte Krankheitserreger, noch werden sie gegen bislang noch unbekannte, potenziell schädliche Eindringlinge aktiv. Darüber hinaus sorgt der Alkohol dafür, dass die Monozyten die Produktion wichtiger Botenstoffe einstellen bzw. deutlich herunterfahren. Das betrifft vor allem die Herstellung von Zytokinen, zu denen u. a. die Interferone gehören. Diese sind als Botenstoffe dafür zuständig, die Produktion von Proteinen bzw. Eiweißen anzuregen, die für die Bekämpfung von viralen Infekten benötigt werden. Ist die Produktion gestört, stehen dem Körper nicht genügend Mittel zur Verfügung, um sich gegen Erkältungs- und Influenza-Viren (Grippe-Viren) zur Wehr zu setzen.

Wann darf man Alkohol nach einer Grippe trinken?

Der Konsum von Alkohol bei Grippe oder Erkältung ist also möglichst zu vermeiden. Bereits die ersten Anzeichen einer Erkältung sollten ernst genommen und bei Heiserkeit, trockenen Schleimhäuten oder erkältungstypischen Kopfschmerzen auf alkoholische Drinks verzichtet werden. Dies hilft dem Körper die Infektion zu bekämpfen, bevor sie zu einer ausgereiften Erkältung oder Grippe auswachsen kann. Spätestens jedoch, wenn die Nase dicht und der grippale Infekt vollständig da ist, sollten Betroffene komplett auf Ethanol verzichten, um schnell wieder gesund zu werden. Auch bei Fieber ist Alkohol kontraindiziert. Ist die Grippe schließlich wieder abgeklungen, heißt es zusätzlich ein paar Tage zu warten, bevor Wein oder Bier wieder genossen werden dürfen. Schließlich kann die Grippe auch ohne Symptome noch länger im Körper vorhanden sein. Wer sein Immunsystem jetzt erneut durch Alkohol schwächt, läuft Gefahr, dass die Viren aufs Neue stärker werden.

Schwaches Immunsystem und steigender Suchtdruck

Da das Immunsystem von Alkoholkranken meist chronisch geschwächt ist, sind sie weitaus anfälliger für Husten, Schnupfen oder andere Symptome grippaler Infekte, was im Alltag zu massiven gesundheitlichen Problemen führen kann. Schließlich können sie im Gegensatz zu nicht alkoholsüchtigen Menschen durch ihren enormen Suchtdruck bei einer Erkältung oder einer Grippe nicht problemlos auf Alkohol verzichten. So spüren sie ein unstillbares Verlangen nach dem Trinken und leiden unter körperlichen wie psychischen Entzugssymptomen. In einer solchen Situation ist doppelte Vorsicht geboten. Einerseits können sich hohes Fieber und andere typische Symptome von Grippe oder Erkältung verschlimmern, wenn weiterhin Alkohol getrunken wird. Andererseits ist es möglich, dass schwere und mitunter lebensgefährliche Entzugserscheinungen wie Krampfanfälle auftreten, wenn die Betroffenen auf das Suchtmittel verzichten. Umso wichtiger ist es, dass Menschen, die an einer Alkoholsucht leiden, nicht erst bei Komplikationen einen Arzt aufsuchen, sondern sich gleich mit den richtigen Medikamenten behandeln lassen.

Darüber hinaus sollte den Betroffenen bewusst sein, dass besonders im fortgeschrittenen Lebensalter zusätzlich zur Alkoholabhängigkeit weitere schwerwiegende Erkrankungen auftreten können, die den Körper gemeinsam mit der Sucht doppelt belasten. Der eigenen Gesundheit zuliebe, lohnt es sich also, über einen professionellen Alkoholentzug nachdenken. Ebenso werden in einer Klinik für Alkoholtherapie die psychischen Ursachen der Sucht im Rahmen einer umfangreichen psychotherapeutischen Betreuung aufgearbeitet. Während dieser Entwöhnung lernen Alkoholkranke, wie sie künftig ohne das Suchtmittel auskommen können.

Ihr Kontakt zur My Way Betty Ford Privatklinik

In der My Way Betty Ford Klinik entgiften Alkoholiker durch entsprechende Medikamente und unter erfahrener medizinischer Aufsicht besonders sanft und schonend. Ebenso wird die Immunabwehr gestärkt. Wir bieten Ihnen konkret:

  • ein langjährig bewährtes und zertifiziertes Therapiekonzept
  • die Entgiftung und Entwöhnung in einem Behandlungsschritt
  • maximale Diskretion und Anonymität durch Aliasnamen
Person steigt eine Treppe herauf und hält eine Fahne in der Hand. Auf einem Schild steht JA zum suchtfreien Leben.






    Lesen Sie auch

    Ab wann ist man Alkoholiker?

    Alkoholabhängigkeit

    Alkoholabbau

    Alkoholabhängigkeit nach ICD-10

    Alkoholsucht-Hilfe

    Alkoholsucht-Test

    Alkoholsucht bekämpfen

    Aktuelle Seminare zum Thema Alkoholsucht

    Fortbildungsveranstaltung “Sucht & Depression” am 12.11.2022 in Berlin

    Jetzt informieren

    Pressemitteilung „My Way Betty Ford Klinik® erneut als Top-Rehaklinik ausgezeichnet“

    Jetzt informieren

    Pressemitteilung „MY WAY BETTY FORD KLINIK® MIT NEUER CHEFÄRZTIN: DR. MED. VANESSA GRASSNICKEL“

    Jetzt informieren

    Pressemitteilung „REZERTIFIZIERUNG DER MY WAY BETTY FORD KLINIK® ERNEUT ERFOLGREICH“

    Jetzt informieren

    Pressemitteilung „MY WAY BETTY FORD KLINK® als Top-Rehaklinik ausgezeichnet“

    Jetzt informieren

    Pressemitteilung „ERNEUT ERFOLGREICHE REZERTIFIZIERUNG DER MY WAY BETTY FORD KLINIK®“

    Jetzt informieren

    NEUES MITGLIED IM WISSENSCHAFTLICHEN BEIRAT DER MY WAY BETTY FORD KLINIK®

    Jetzt informieren

    Fortbildungsveranstaltung “Sucht & Depression” am 27.03.2021 in Hamburg

    Jetzt informieren

    MITTEILUNG „UPDATE DER MY WAY BETTY FORD KLINIK® ZU COVID-19“

    Jetzt informieren

    Pressemitteilung „Erfolgreiche Rezertifizierung der My Way Betty Ford Klink®“

    Jetzt informieren

    Pressemitteilung „Die My Way Betty Ford Klinik® jetzt mit Wissenschaftlichem Beirat“

    Jetzt informieren

    Stellungnahme: Beeinflusst ein Ausgang während der Therapie den Therapieerfolg

    Jetzt informieren

    Aktuelle Fachbeiträge zum Thema Alkoholsucht

    Suchtverhalten wird häufig durch psychische Erkrankungen ausgelöst

    Jetzt informieren

    Legalisierter Cannabis-Konsum und das Risiko chronischer Psychosen

    Jetzt informieren

    (K)ein Leben mit Drogen: Wenn Wahn und Beziehungslosigkeit das Leben bestimmen

    Jetzt informieren

    Coitus und Sucht – ein Teufelskreis aus Versagensängsten und Erfolgsdruck

    Jetzt informieren

    Dreiphasiges Therapie-Modell für einen erfolgreichen Drogenentzug

    Jetzt informieren

    Betty Ford Klinik fordert situationsgerechten Umgang mit Co-Abhängigkeit

    Jetzt informieren

    Meist verleugnet oder bagatellisiert: Sucht ist ein gefährliches gesellschaftliches Tabu

    Jetzt informieren

    Fachlich geprüft

    alle Inhalte der Webseite wurden von Ärzten geprüft

    Wissenschaftlicher Beirat

    • Unabhängige Beratung durch namhafte Mediziner der Suchtmedizin und Psychotherapie
    • Kontinuierliche Qualitätsverbesserungen unseres langjährig bewährten Therapiekonzepts
    • Regelmäßige Mitarbeiterschulungen gemäß neuesten suchtmedizinischen Erkenntnissen

    Über den wissenschaftlichen Beirat





      Bitte beachten Sie unsere Angaben zum Datenschutz.