Opiatentzug-Symptome

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Aktualisiert am: 25.05.2022
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Opiatentzug-Symptome: alles Wichtige in 30 sec.

  • Risiko einer Opiat- bzw. Opioid-Abhängigkeit bei langjähriger Einnahme oder Missbrauch der Wirkstoffe als Droge.
  • Erste Entzugssymptome meist schon wenige Stunden nach dem Absetzen.
  • Leichte Entzugsbeschwerden: Gähnen, Niesen, übersteigerter Tränenfluss, laufende Nase.
  • Stärkere Entzugsnebenwirkungen: Muskel- und Knochenschmerzen, Bluthochdruck, Magen-Darm-Beschwerden, Fieber.
  • Psychische Entzugssymptome: Schlafstörungen, innere Unruhe, Angstzustände, depressive Stimmungslagen.
  • Entzugssymptome normalerweise nicht lebensgefährlich. Bei Patienten in einer stationären Entzugstherapie werden sie durch eine individuelle Medikation gelindert.
Inhalt

Opiat-Entzug: Unangenehm, aber in der Regel nicht lebensbedrohlich

Unter Opiaten und Opioiden wird eine relativ große Gruppe von Substanzen zusammengefasst, die eine intensive Wirkung auf das zentrale Nervensystem des Menschen ausüben können. Fentanyl, Heroin, Morphin, Tilidin – all diese Stoffe werden entweder therapeutisch zur Behandlung von Schmerzen eingesetzt oder als Rauschmittel missbraucht. Sie bergen ein hohes Abhängigkeitspotenzial.

Endet der Konsum bzw. werden die Medikamente abgesetzt, treten schon kurze Zeit später unangenehme Entzugserscheinungen auf. Normalerweise sind Opiatentzug-Symptome nicht lebensgefährlich – auf sie vorbereitet zu sein, kann den Entzug jedoch erleichtern.

Was sind Opiatentzug-Symptome?

Opiatentzug-Symptome können auch als Entzugserscheinungen oder Absetzerscheinungen bezeichnet werden. Es handelt sich um eine Reihe von körperlichen und psychischen Beschwerden, die auftreten, wenn Opiate und Opioide nach einer längeren Phase der Einnahme abgesetzt werden. Sie gelten zudem als eines von mehreren Anzeichen für eine Abhängigkeit.

Warum treten bei einem Opiatentzug Symptome auf?

Entzugserscheinungen sind eine Folge von körperlichen und/oder psychischen Veränderungen, die durch den andauernden Konsum psychoaktiver Substanzen hervorgerufen wurden.

Wirkmechanismus von Opioiden und Opiaten

Bei Opioiden und Opiaten lässt sich die Entstehung folgendermaßen erklären: Nach der Einnahme überwinden die Substanzen die sogenannte Blut-Hirn-Schranke und setzen ihre Wirkung im zentralen Nervensystem frei. Dort docken sie an Opioid-Rezeptoren an und verändern die Art und Weise, wie Signale im Körper weitergeleitet und verarbeitet werden.

Wirkungsweise von Opioiden und Opiaten

Besonders betroffen ist die Wahrnehmung von Schmerz, darüber hinaus können Heroin und Co. aber auch eine euphorisierende, entspannende Wirkung sowie eine subjektiv wahrgenommene Leistungssteigerung auslösen.

Langfristige Wirkung auf das ZNS

Die Beeinflussung im ZNS bleibt auf Dauer nicht folgenlos:

  • Die chemische Balance im Gehirn wird auf die kontinuierliche Wirkstoffzufuhr angepasst.
  • Darüber hinaus verändern sich die Rezeptoren, an denen die Substanzen andocken.
  • Bleibt die gewohnte Wirkstoffzufuhr aus, bringt dies eine Belastung für den Organismus mit sich, der daraufhin mit Entzugserscheinungen reagiert. Diese werden mitunter auch als Opioid-Entzugssyndrom bezeichnet.

Welche körperlichen Opioid-Entzug-Symptome können auftreten?

Die körperlichen Beschwerden, die beim Absetzen der Medikamente und Rauschmittel auftreten können, sind für die Betroffenen extrem belastend, in den meisten Fällen aber nicht lebensgefährlich. Als Zeichen einer physischen Abhängigkeit können sie sowohl bei Patienten auftreten, die Opioide im Rahmen einer medizinisch begleiteten Schmerztherapie eingenommen haben, als auch bei Konsumenten, die Morphin und Co. zu Rauschzwecken missbrauchen.

Leichtere Opioid-Entzug-Symptome

  • Gähnen
  • Niesen
  • Mydriasis (Weitstellung der Pupillen)
  • Gänsehaut
  • rinnende Nase
  • Tränenfluss

Belastende körperliche Entzugserscheinungen

  • Zittern
  • Hitzewallungen und starkes Schwitzen
  • Appetitlosigkeit
  • mäßige bis starke Muskel- und Knochenschmerzen
  • Fieber
  • Bluthochdruck und Herzrasen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Muskelkrämpfe
  • Durchfall

Gefährliche Entzugssyndrome

Bei einem besonders stark ausgeprägten Entzugssyndrom kann starkes Schwitzen in Kombination mit Durchfall und Erbrechen eine Schocksymptomatik herbeiführen. Diese wiederum kann lebensbedrohlich werden und bedarf einer ärztlichen Behandlung. Allein deshalb sollten Substanzen wie Fentanyl oder Heroin niemals in einem kalten Entzug, also ohne medizinisch-therapeutische Begleitung, abgesetzt werden.

Wechselwirkungen mit anderen Substanzen

Wichtig: Wer nicht nur Opioide und Opiate regelmäßig einnimmt, sondern weitere Drogen und/oder Alkohol konsumiert, muss aufgrund möglicher Wechselwirkungen damit rechnen, dass sich die körperlichen Symptome verschlimmern und eventuell unvorhersehbare Ausmaße annehmen. Das Risiko für lebensgefährliche Entzugserscheinungen steigt – eine ärztliche Behandlung ist in solchen Fällen unumgänglich.

Welche psychischen Opioidentzug-Symptome können auftreten?

Bei Patienten, die opioide Medikamente im Rahmen einer ärztlich überwachten Therapie einnehmen, treten meist keine oder nur schwach ausgeprägte psychische Opioidentzug-Symptome auf. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sie die Wirkstoffe meist nur in geringer Dosis oder in retardierter Form einnehmen.

Wer die psychotropen Substanzen zu Rauschzwecken konsumiert, nimmt dagegen häufiger größere Mengen ein – das fördert eine psychische Abhängigkeit. Beim Entzug drohen dann schwerwiegende Nebenwirkungen:

  • innere Unruhe
  • Ängstlichkeit und Panikattacken
  • Schlafstörungen
  • depressive Verstimmung
  • psychotische Zustände

Hinzu kommt ein intensives, kaum überwindbares Verlangen nach einer erneuten Einnahme der Wirkstoffe. Oft sind gerade die psychischen Entzugssymptome derart belastend, dass Betroffene rückfällig werden. Durch das abrupte Absetzen bei einem kalten Entzug kann es zu einer subjektiv wahrgenommenen Intensitätssteigerung der Beschwerden kommen.

Wann setzen bei einem Entzug von Opiaten und Opioiden die Symptome ein?

Kommt es im Rahmen eines Entzugs zu einem Entzugssyndrom, treten die ersten Beschwerden meist schon kurze Zeit nach der letzten Dosis auf. Die Stärke der Entzugssymptome und die Dauer der Beschwerden werden von mehreren individuellen Faktoren bestimmt. In welcher Dosis und über welchen Zeitraum die psychotropen Substanzen eingenommen wurden, ist genauso entscheidend wie die individuelle Disposition, die Entzugsform und ob eventuelle Begleitdrogen bzw. Alkohol involviert sind.

  • 4 Stunden nach der letzten Heroininjektion: erste psychische Beschwerden.
  • 4-6 Stunden nach dem Absetzen von Wirkstoffen wie Tilidin: körperliche Entzugssymptome.
  • Nach 24-72 Stunden: meist Höhepunkt der Entzugsbeschwerden.

Was kann man gegen Opiat-Entzugssymptome tun?

Patienten, die unter ärztlicher Aufsicht entziehen, werden während des Entzugs medikamentös unterstützt. Dadurch werden die Entzugssymptome so stark minimiert, dass sie nur noch als wenig oder gar nicht belastend wahrgenommen werden.

Zur Behandlung der psychischen Beschwerden werden meist Neuroleptika und trizyklische Antidepressiva gegeben. Körperliche Entzugserscheinungen lassen sich gut mit Clonidin behandeln. Derartige Medikamente können jedoch nur im Rahmen eines professionellen Entzugs in einer entsprechenden Klinik verabreicht werden.

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