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Alkoholabusus: Schädlicher Gebrauch von Alkohol kann tödlich sein

Es gibt wohl kaum einen Jugendlichen oder erwachsenen Menschen, der noch nie Alkohol getrunken hat. Man trinkt ihn auf Partys, gemeinsam mit guten Freunden oder auch allein zum Feierabend. Alkohol ist gewissermaßen gesellschaftsfähig und spätestens ab 18 Jahren problemlos erhältlich. Im Gegensatz zur Tabakindustrie, die seit einigen Jahren dazu verpflichtet ist, auf der Vorder- und Rückseite von Zigarettenverpackungen deutliche Warnhinweise zur Gefährlichkeit von Nikotin aufzudrucken, sind solche Warnungen in der Spirituosenbranche nicht obligatorisch. Dabei zählt Alkohol laut einer Studie zweier deutscher Wissenschaftler mit Abstand zu den tödlichsten aller psychotropen Substanzen, noch vor Heroin, Kokain und Nikotin. Ein regelmäßiger Alkoholabusus kann der Gesundheit also schweren Schaden zufügen.

Alkoholabusus Definition

AlkoholabususDer medizinische Begriff Alkoholabusus ist gleichbedeutend mit dem deutlich bekannteren Begriff Alkoholmissbrauch und wird von vielen Ärzten auch vereinfacht als C2-Abusus bezeichnet. Dabei steht der Buchstabe C für Kohlenstoff, die Summenformel lautet C2H5OH. Er gilt als eigene Krankheit und wird laut dem Diagnose-Manual ICD-10 der WHO zu den alkoholbezogenen Störungen gerechnet.

Grundsätzlich spricht man von einem Alkoholabusus im Sinne eines schädlichen Gebrauchs, der bereits zu körperlichen oder psychischen Schädigungen geführt hat. Darüber hinaus muss eine Alkoholabhängigkeit ausgeschlossen sein und der erhöhte Alkoholkonsum entweder seit mindestens vier Wochen bestehen oder mehrmals in den vergangenen zwölf Monaten aufgetreten sein. Der Diagnoseschlüssel der WHO lautet F10.1.

Wie viel Alkohol gilt als unbedenklich?

Da selbst ein moderater Alkoholkonsum durch die Toxizität des Alkohols eine schädigende Wirkung haben kann, ist der Begriff Alkoholabusus etwas irreführend. Schließlich ist es für den Körper am gesündesten, gar keinen Alkohol zu trinken. Da alkoholische Getränke jedoch für Millionen Menschen weltweit zum Alltag dazugehören, gilt es mögliche Schäden des Alkoholkonsums so niedrig wie möglich zu halten. Zu diesem Zweck wurden von der WHO bestimmte Grenzwerte für den Konsum festgelegt. Frauen sollten demnach pro Tag nicht mehr als 20 g reinen Alkohol (rund 0,5 Liter Bier oder 0,25 Liter Wein) zu sich nehmen, und Männer höchstens 30 Gramm Alkohol täglich. Der Gesundheit zuliebe sollte außerdem an mindestens zwei Wochentagen auf alkoholische Getränke verzichtet werden.

Wie wird eine Alkoholabusus-Diagnose gestellt?

Neben der Selbsteinschätzung der Patienten und den bereits beschriebenen ICD-10-Kriterien sind für die Diagnose eines Alkoholabusus die Laborwerte der betroffenen Person ausschlaggebend. Die wichtigsten Alkoholmarker sind:

  • Mittleres corpuskuläres Volumen (MCV), misst das Verhältnis der roten Blutkörperchen zum roten Blutfarbstoff. Ein deutlich erhöhter Wert deutet auf einen chronischen Alkoholkonsum oder eine Alkoholabhängigkeit hin.
  • Kohlenhydrat-defizientes Transferrin (CDT), ein erhöhter CDT-Wert spricht für täglich konsumierte, größere Mengen an Alkohol in den letzten 6 Wochen. Werden mehr als 60 g Alkohol pro Tag getrunken, lässt sich dies durch den CDT-Wert nachweisen.
  • Gamma-Glutamyl-Transferase (GGT), die drei ermittelten Enzyme geben Aufschluss über die Gesundheit der Leber. Im Vergleich zur Norm erhöhte Leberwerte sprechen für eine Leberzell-Schädigung durch Alkohol.

Sonderfall akute Alkoholintoxikation

Obwohl die Alkoholvergiftung (F10.0) laut ICD-10 einen eigenen Diagnoseschlüssel besitzt, ist auch sie dem Alkoholabusus zuzurechnen. Bei ihr handelt es sich allerdings nicht um einen chronischen Alkoholabusus, sondern um einen übermäßigen Alkoholkonsum innerhalb kürzester Zeit. Sie zählt zu den häufigsten Vergiftungsarten in Deutschland und geht je nach Stadium mit unterschiedlichen Symptomen einher, die mit jedem weiteren Stadium in ihrem Schweregrad zunehmen. Ab 2,5 Promille ist eine stationäre Behandlung im Krankenhaus angeraten, ab 4 Promille besteht akute Lebensgefahr. Die Diagnostik ist aufgrund eindeutiger äußerer Symptome relativ leicht zu treffen.

Welchen Trinker-Typen ist ein Patient mit fortgesetztem Alkoholabusus zuzuordnen?

Grundsätzlich besteht bei einem Menschen mit einem hohen Alkoholkonsum nicht zwangsläufig eine Alkoholabhängigkeit. Solange die betroffene Person ihren Alkoholkonsum noch kontrollieren kann und noch kein Suchtgedächtnis entwickelt hat, liegt höchstwahrscheinlich noch keine Suchterkrankung vor. Dennoch kann sich der jeweilige Konsument in einer Vorstufe der Alkoholsucht befinden und sollte daher sein Trinkverhalten schnellstmöglich überdenken. Meist handelt es sich um sogenannte Alpha– oder Beta-Trinker, die sich zwar in einer voralkoholischen Phase befinden, den Alkoholismus bei rechtzeitiger Veränderung der Trinkmuster aber noch abwenden können. Der Übergang zur Abhängigkeit ist fließend bzw. ein Kontinuum und somit schwer festzulegen. Umso wichtiger ist es, das Trinkverhalten und die Begleiterscheinungen, wie eventuell auftretende Entzugserscheinungen, rechtzeitig zu überprüfen.

Welche Auswirkungen hat ein chronischer Alkoholabusus?

Die Folgen eines langjährigen riskanten Alkoholkonsums können je nach Patient gravierend sein. Neben der Entstehung einer Alkoholsucht mit körperlicher und psychischer Abhängigkeit, besteht auch für den Körper und die Psyche ein hohes gesundheitliches Risiko.

Körperliche Folgen

Es kann zu Erkrankungen wie einer Leberzirrhose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Korsakow-Syndrom und Beschwerden des Magen-Darm-Trakts kommen. Besteht eine Schwangerschaft, führt ein erhöhter Alkoholkonsum mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem fetalen Alkoholsyndrom.

Psychische Folgen

Ebenso besteht das Risiko, durch übermäßigen Alkoholkonsum eine psychische Störung auszubilden. Es ist erwiesen, dass sich Alkohol und Depression gegenseitig bedingen. Schließlich wird durch einen erhöhten Alkoholkonsum die Ausschüttung von Glückshormonen gesteigert, so dass der Körper die eigene Serotonin-Produktion herunterfährt. Dadurch bedingt kommt es nach dem Abklingen der alkoholischen Wirkung zunächst zu einem Serotoninmangel, der für trübe Stimmung und Leeregefühle sorgt. Langfristig kann dadurch bei den Betroffenen – je nach persönlicher Disposition und Lebenssituation – eine Depression ausgelöst werden. Man spricht dann von einer Begleiterkrankung (Komorbidität).

Soziale Folgen

Es ist bekannt, dass sich unter Alkoholeinfluss die persönliche Stimmung verändern kann. So werden manche Betroffene aggressiv, andere weinerlich und wieder andere gleichgültig. Es liegt auf der Hand, dass dadurch auf Dauer auch das soziale Umfeld beeinträchtigt werden kann. Selbst die eigene Familie und gute Freunde nehmen negative Verhaltensänderungen auf Dauer nicht unbeschränkt hin, so dass es schlimmstenfalls zum Ende einer Beziehung oder einer engen Freundschaft kommen kann. Weiterhin sind die Arbeitsfähigkeit und die Verkehrstüchtigkeit eingeschränkt, was unter Umständen zu weiteren Problemen führen kann.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Die wenigsten Menschen, die regelmäßig alkoholische Getränke zu sich nehmen, denken bei der Einnahme neuer Medikamente daran, den Beipackzettel zu lesen. Andernfalls wüssten sie, dass viele Medikamente nicht in Kombination mit Alkohol eingenommen werden dürfen. Dies gilt insbesondere für Benzodiazepine und Opioide. Je nach Medikament und Wirkstoff kann es zu einer verstärkten Wirkung, einem verzögerten Alkoholabbau, einer verlangsamten Verstoffwechselung oder toxischen Metaboliten kommen.

Wie verläuft die Therapie eines Alkoholabusus?

Welche Therapie die richtige ist, hängt immer vom Einzelfall ab. So können in leichteren Fällen, und wenn noch keine Alkoholabhängigkeit besteht, kontrolliertes Trinken und das Führen eines Trinktagebuchs durchaus ausreichend sein, um zu einem moderaten Alkoholkonsum zurückzukehren. In schweren Fällen ist es sinnvoll, einen qualifizierten Alkoholentzug in einer Alkoholentzugsklinik in Betracht zu ziehen. Da in der Regel noch keine körperliche Abhängigkeit entstanden ist, genügt es in den meisten Fällen, sich mit den Ursachen des Konsums auseinanderzusetzen und alternative Lösungsstrategien zu entwickeln. Hier spricht man auch von einer Entwöhnungstherapie.

Im Falle eines Erleichterungstrinkers (Alpha-Trinker), der Alkohol zum Stressabbau zu sich nimmt, werden Verhaltensweisen trainiert, um belastende Situationen auch ohne Alkohol überstehen zu können. Der Gesellschaftstrinker (Beta-Trinker) muss lernen, dass nicht jeder gesellschaftliche Anlass zum Alkoholkonsum führen muss.

Auch in der My Way Betty Ford Klinik ist es möglich, einen Alkoholabusus therapeutisch zu bearbeiten und zur Abstinenz oder zumindest einem moderaten Trinken zurückzukehren. Für uns sprechen insbesondere unsere langjährige Erfahrung in der Therapie alkoholbezogener Störungen: Sei es ein Alkoholmissbrauch, chronischer Alkoholismus oder das Entzugssyndrom mit und ohne epileptische Anfälle. Darüber hinaus bieten wir unseren Patienten eine sehr intensive psychotherapeutische Betreuung mit je 5 Einzel- und Gruppengesprächen pro Woche, einen persönlichen Bezugstherapeuten und ein sehr angenehmes Ambiente mit Hotelcharakter. Für weitere Informationen oder einen Besichtigungstermin stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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