Kokain-Entzug-Tipps

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Aktualisiert am: 24.03.2021
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Kokain-Entzug-Tipps: alles Wichtige in 30 sec.

  • Ein Kokain-Entzug ist zur Behandlung der Kokainsucht unerlässlich, aber aufgrund der Entzugssymptome mit einer hohen Rückfallgefahr verbunden.
  • Wichtig ist es daher, sich umfassend über den Entzugsablauf zu informieren und professionelle Hilfe anzunehmen.
  • Auch die Angehörigen können den Suchtkranken unterstützen und sollten in die Therapie eingebunden werden.
  • Wichtig ist es, den Blick in die Zukunft zu richten und sich vorzustellen, wie schön das Leben ohne die Droge sein kann.
  • Ablenkung und Sport können ebenfalls helfen, mit den Entzugserscheinungen besser fertig zu werden.
  • Der Aufbau von Strukturen vermittelt Halt und Sicherheit.
Inhalt

Effektive Unterstützung auf dem Weg in die Abstinenz

Ein Kokain-Entzug ist buchstäblich der letzte Ausweg, um eine Kokainsucht in den Griff zu bekommen. Aufgrund des hohen Suchtdrucks (Craving) ist es allerdings selbst bei einer großen Abstinenzmotivation schwierig, den Entzug in all seinen Phasen über Wochen bis zum Ende durchzustehen und dauerhaft auf den Konsum von Kokain zu verzichten. Zwar wissen die Betroffenen um die Notwendigkeit des Entzugs, fühlen sich durch die Entzugssymptome aber derart in ihrer Lebensqualität eingeschränkt, dass sie schnell dazu neigen, erneut zur Droge zu greifen. Dies gilt umso mehr, wenn der Abhängige in Form eines kalten Entzugs allein versucht, vom Kokain wegzukommen. Um die Kokainsucht und die komplexe Wirkung von Kokain dauerhaft zu überwinden, sollten daher alle nur möglichen Hilfen in Anspruch genommen werden.

Kokain-Entzug-Tipp 1: Informationen über den Ablauf des Entzugs

Kokainabhängiger Sitzt Am Boden

Um mit den Entzugssymptomen von Kokain besser umgehen zu können, ist es empfehlenswert, sich bereits im Vorfeld der Behandlung über den Ablauf, mögliche Nebenwirkungen des Entzugs und die entsprechenden Therapiemöglichkeiten zu informieren. Auf diese Weise erfahren die betroffenen Personen, dass der Entzug von der Droge Kokain in drei unterschiedlichen Phasen (Crash Phase, Entzugsphase und Löschungsphase) verläuft, und dass es nach der zweiten Phase langsam wieder bergauf geht. Sie wissen, dass bestimmte Symptome während der Entzugstherapie völlig normal sind, von allen Patienten durchlitten und durch Medikamente abgemildert werden können. Demzufolge kann der Abhängige das Entzugssyndrom deutlich besser einordnen. Um sich nicht unnötig der Angst auszusetzen, ist es allerdings wichtig, ausschließlich auf seriöse Informationen zurückzugreifen, beispielsweise durch die Beratung von Suchtberatungsstellen / Suchtkliniken oder den Besuch einer Selbsthilfegruppe.

Kokain-Entzug-Tipp 2: Professionelle Unterstützung annehmen

Selbst, wenn es auf den ersten Blick einfacher erscheint, die Droge auf eigene Faust abzusetzen, sollten Kokainabhängige immer stationär entziehen. Schließlich können in einer Klinik die für den Entzug so typische depressive Verstimmung und die extreme Müdigkeit mit wirksameren Mitteln gelindert werden als bei einem ambulanten Entzug. Darüber hinaus stehen rund um die Uhr geschulte Ansprechpartner zur Verfügung, die in Notfällen sofort Hilfe leisten und den Abhängigen bei Halluzinationen, Angst und Aggressionen durch einen sogenannten Talk down beruhigen können. Der Kokainentzug in einer Entzugsklinik ist also zum einen deutlich erfolgreicher und zum anderen deutlich sicherer.

Kokain-Entzug-Tipp 3: Einbindung der Angehörigen

Neben einer adäquaten ärztlichen und therapeutischen Hilfe steht und fällt der Erfolg eines Kokainentzugs auch mit dem sozialen Umfeld. Schließlich sind es meist die Angehörigen und enge Freunde, die den Suchtkranken dazu bewogen haben, sich mit seiner Krankheit auseinanderzusetzen und die ersten Schritte gemeinsam mit ihm gegangen sind. Diese Hilfe sollte auch während des Entzugs in Anspruch genommen werden.

Bei einem stationären Entzug kann die Familie auf Wunsch des Betroffenen auch in die Behandlung eingebunden werden. Viele Kliniken bieten hierzu gemeinsame therapeutische Sitzungen oder Angehörigenseminare an, in denen ein geeigneter Umgang mit dem Suchtkranken vermittelt wird. Bei schwierigen familiären Konstellationen sind z. B. auch Familienaufstellungen möglich, die manche Kliniken anbieten.

Kokain-Entzug-Tipp 4: Positiver Blick in die Zukunft

Um mit den psychischen Wirkungen des Entzugs besser klarzukommen, lohnt sich der Blick in eine suchtfreie Zukunft. Malen Sie sich aus, was ohne die illegale Substanz auf einmal alles möglich wird. Dies gilt sowohl aus gesundheitlicher als auch aus finanzieller Sicht. Führen Sie eine Art „Hoffnungsbuch“, in dem Sie Ihre positiven Gedanken festhalten oder visualisieren sie diese in einem Bild. Auf diese Weise setzen Sie sich intensiv mit der Zukunft auseinander und haben außerdem bei Motivationsdurchhängern die Möglichkeit, sich durch das Lesen oder das Betrachten in eine positivere Stimmung zu versetzen.

Kokain-Entzug-Tipp 5: Ablenkung vom Suchtdruck

Frau sagt "Nein" zu Drogen

Menschen, denen langweilig ist, neigen dazu, sich verstärkt selbst wahrzunehmen, was im Falle eines Entzugssyndroms nicht ideal ist. Nicht umsonst gibt es in den meisten Entzugskliniken zahlreiche begleitende Therapien, die von Kunst- und Musiktherapien über Bewegungstherapien bis hin zu Entspannungsübungen reichen. Auf diese Weise beschäftigen sich die Patienten sinnvoll eingebettet in eine Therapie und lernen sich zu entspannen. Sie erfahren, dass es außer der Droge noch andere Dinge im Leben gibt, die Spaß machen können oder beruhigen können. Die Patienten lernen sich selbst besser kennen. Personen, die ihre Entzugsbehandlung ambulant durchführen, können in der Regel zwar nicht auf ein ganz so breites Angebotsspektrum wie in einer Klinik zurückgreifen, haben aber dennoch Möglichkeiten, sich ausreichend Ablenkung vom Alltag zu verschaffen – Sei es durch das Lesen eines spannenden Buches, einen Ausflug in die nahe Umgebung oder den Besuch eines Sportkurses. Oft hat der Patient in der Sucht das Interesse an den Hobbies verloren und muss diese erst wiederentdecken.

Kokain-Entzug-Tipp 6: Sport zur Unterstützung

Sport aktiviert den Stoffwechsel, unterstützt die Entgiftung und stärkt die physische und psychische Leistungsfähigkeit. Darüber hinaus werden durch die körperliche Anstrengung Endorphine freigesetzt, die zusätzlich zur medikamentösen Unterstützung Depressionen und Schlafprobleme lindern können. Findet der Sport im Freien statt, sorgen die frische Luft und die Natur bei vielen Menschen dafür, dass der Kopf freier von Sorgen und Ängsten wird.

Kokain-Entzug-Tipp 7: Strukturen aufbauen

Abhängigkeiten sind dafür bekannt, die Ordnung des Lebens aufzulösen, schließlich dreht sich früher oder später alles um das Suchtmittel. Dies gilt nicht nur für die Sucht nach Kokain, sondern auch für das Verlangen nach Alkohol oder anderen Substanzen. Während der Therapie ist es daher wichtig, die alltägliche Struktur wiederherzustellen. Ein fester Tagesplan mit Aktivität und Ruhe kann das Zurechtfinden im Alltag fördern und während der Zeit des Umbruchs Halt und Sicherheit vermitteln.

Fazit

Durch den von Kokain völlig gestörten Neurotransmitter-Stoffwechsel im Gehirn ist es für Konsumenten nicht leicht, die Droge loszulassen. Schließlich gieren Körper und Seele regelrecht nach dem guten Gefühl, das ihnen die Droge vermeintlich vermittelt. Dennoch ist es zum Erhalt der körperlichen und psychischen Gesundheit und zur Vermeidung sozialer Risiken unabdingbar, eine vollständige Entgiftung und Entwöhnung durchzuführen. Geben Sie daher bitte nicht auf! Eine Änderung des Verhaltens und eine Abstinenz von Kokain sind bei einer professionellen Kokain-Hilfe trotz des starken Verlangens möglich.

Ihr Kontakt zur My Way Betty Ford Privatklinik

Als ausschließlich auf Sucht spezialisierte Klinik wissen wir um die Schwierigkeiten des Kokain-Entzugs und begleiten Sie gerne auf dem Weg in ein kokainfreies Leben. Dabei verläuft der Entzug so sanft und schonend wie möglich. Wir bieten Ihnen:

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  • die Entgiftung und Entwöhnung in einem Behandlungsschritt
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Person steigt eine Treppe herauf und hält eine Fahne in der Hand. Auf einem Schild steht JA zum suchtfreien Leben.





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