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Rückfallprävention: Nie wieder zurück in die Sucht

Rückfälle gehören bei vielen Suchtkranken trotz erfolgreicher Therapie zur Regel. Besonders schwierig ist meist das erste Jahr nach dem Entzug. Andere Patienten leben nach einem professionellen Entzug sogar viele Jahre abstinent, bevor sie plötzlich vom Verlangen übermannt werden und doch wieder zum Suchtmittel greifen. Eine zielgerichtete Rückfallprävention unterstützt Alkohol- und Drogenabhängige in genau diesen Situationen. Dabei können verschiedene Methoden und Konzepte zum Einsatz kommen.

Warum ist eine Rückfallprävention wichtig?

Der regelmäßige missbräuchliche Konsum eines Suchtmittels führt bei den Betroffenen zu Umstrukturierungen im Gehirn. Hierbei bildet sich das sogenannte Suchtgedächtnis aus, das sich trotz eines erfolgreichen Entzugs nicht mehr löschen lässt. Somit bleiben die einmal entstandenen Umstrukturierungen normalerweise für immer bestehen. Das bedeutet, dass auch die Sucht bzw. die Abhängigkeit vom jeweiligen Suchtmittel niemals vollständig verschwindet. Schließlich kann das Suchtgedächtnis jederzeit getriggert und dadurch reaktiviert werden. In der Rückfallprävention lernen Betroffene, wie sie mit diesem Wissen produktiv und selbstbewusst umgehen und sich auf einen eventuellen Rückfall vorbereiten.

Welche Ziele verfolgt die Rückfallprävention bei einer Suchterkrankung?

Die Rückfallprävention bei einer Substanzabhängigkeit hat zwei Ziele. Zum einen soll sie den Abhängigen dabei helfen, einen Rückfall zu vermeiden. Hierbei zielen die Maßnahmen vor allem darauf ab, Vorzeichen und Alarmsignale zu erkennen und konstruktiv aufzulösen.

Das zweite Ziel betrifft Situationen, in denen ein Rückfall bereits eingetreten ist. Hier sollen entsprechende Maßnahmen dafür sorgen, den Zustand der Abstinenz schnellstmöglich wiederherzustellen, so dass die Suchtkranken nicht wieder regelmäßig das Suchtmittel konsumieren.

Welche Methoden werden zur Rückfallprävention genutzt?

Methoden der RückfallpräventionBei einem Alkoholabhängigen oder Drogenabhängigen einen Rückfall zu verhindern bzw. dabei zu helfen, dass ein aufgetretener Rückfall nicht erneut die Suchtspirale in Gang setzt, ist ein überaus komplexes Thema. Nach Meinung von Experten gibt es bislang keine Strategie, die bei allen Alkoholikern oder Drogensüchtigen wirksam ist und garantiert zu den gewünschten Effekten führt. Deshalb wird das Thema Prävention in Kliniken und therapeutischen Einrichtungen oft in Form von Modulen abgearbeitet. Dadurch können die Patienten verschiedene Strategien und Maßnahmen ausprobieren und für sich den bestmöglichen Weg entdecken.

S.T.A.R. – Das strukturierte Trainingsprogramm zur Alkohol-Rückfallprävention

Dieses Trainingsprogramm wurde von Joachim Körkel und Christine Schindler unter anderem auf Basis des sozial-kognitiven Rückfallmodells von Marlatt entwickelt und orientiert sich an verschiedenen verhaltenstherapeutischen Prinzipien. S.T.A.R. wird heute in vielen Kliniken und Einrichtungen für das Thema Rückfallprävention genutzt. Ein Rückfall-Präventionsmanual leitet Therapeuten und Patienten durch insgesamt 15 Module, bei denen unter anderem die folgenden Themen auf dem Plan stehen:

  • Informationen über das Thema Rückfall bzw. Rückfälligkeit
  • Vor- und Nachteile von Abstinenz
  • Risikosituationen
  • Bewältigung sozialer Situationen und unangenehmer Gefühle
  • Ausgewogener Lebensstil
  • Der konkrete Umgang mit dem Rückfall

Die Arbeit in den einzelnen Modulen ist durch verschieden große Anteile an Theorie und Praxis gekennzeichnet. Die Alkoholabhängigen erhalten nicht nur zahlreiche Informationen, sondern müssen auch praktische Übungen durchführen sowie verschiedene Themen eigenständig bearbeiten. Eine wichtige Rolle bei der Arbeit spielen Anschaulichkeit und Perspektivwechsel sowie die Kommunikation der eigenen Gefühle.

MBRP – Mindfulness-based relapse prevention

Beim MBRP-Programm handelt es sich um eine achtsamkeitsbasierte Rückfallprävention bei Substanzabhängigkeit. Diese Methode ist ein relativ neuer Ansatz, der in immer mehr Kliniken und therapeutischen Einrichtungen genutzt und erfolgreich eingesetzt wird. So fokussiert sich Achtsamkeit in der Suchttherapie auf das bewusste Erleben und Wahrnehmen des Körpers sowie der Gedanken- und Gefühlswelt. Mithilfe der achtsamen Wahrnehmung sollen Alkoholabhängige und andere Suchtkranke lernen, mögliche Suchtauslöser und die durch sie aktivierten Verhaltensmuster schneller zu erkennen. Gleichzeitig hilft die bewusstere Wahrnehmung dabei, alternative Wege und Möglichkeiten für Denk- und Handlungsmuster zu erkennen und zu nutzen. Beim Thema Achtsamkeit und Suchttherapie geht es demnach darum, dass die Patienten innere Erfahrungen bewusst erleben, richtig deuten und dadurch Rückfälle verhindern. Dabei werden verschiedene Methoden und Übungen genutzt:

  • Bodyscan
  • Urge Surfing (Wellenreiten)
  • Nüchtern Atmung

Andere typische Rückfallpräventionsmethoden, -übungen und -kurse

Neben dem MBRP-Programm und dem strukturierten Trainingsprogramm S.T.A.R. gibt es weitere Rückfallpräventionskonzepte. Eine wichtige Rolle spielen häufig Rollenspiele, die einen Wechsel der Perspektive ermöglichen und auf bestimmte Szenarien vorbereiten sollen. Ein Beispiel hierfür ist das sogenannte Ablehnungstraining. Hier spielen die Betroffenen Szenen nach, in denen beispielsweise Alkohol konsumiert wird und lernen gegenüber Freunden oder auch Fremden konsequent zu bleiben und sich selbst vor einem erneuten Trinken zu schützen. Weitere Maßnahme und Übungen sind:

  • Tonbandaufzeichnungen
  • Expositionsübungen
  • Erstellen eines Notfallplans

Wer profitiert von einer Rückfallpräventionstherapie?

Alkoholabhängige, Drogen- und Medikamentensüchtige, aber auch Menschen mit stoffungebundenen Abhängigkeitserkrankungen können von einer kognitiv-verhaltenstherapeutischen oder einer achtsamkeitsbasierten Rückfallpräventionstherapie profitieren. Allerdings sollten bei einer substanzgebundenen Abhängigkeit die Entgiftung und die Entwöhnung bereits erfolgreich abgeschlossen sein. Erst wenn die Betroffenen die Abstinenz erreicht haben, können sie daran arbeiten, diese aufrecht zu erhalten.

Wo findet die Präventionstherapie statt?

Eine Rückfallprävention können Menschen mit einer Alkoholabhängigkeit oder einer anderen Sucht in vielen verschiedenen Einrichtungen absolvieren. In einigen privaten Suchtkliniken wird das jeweilige Programm zur Vorbeugung eines Rückfalls bereits in die stationäre Behandlung integriert. Patienten lernen hier also schon während des Entzugs, wie sie mit eventuellen Reizauslösern, dem Verlangen und einem möglichen Rückfall umgehen können. Finden Entzug und Entwöhnung in einer öffentlichen Klinik bzw. Rehaklinik statt, ist die Rückfallprävention in der Regel nicht inkludiert. Stattdessen müssen die Betroffenen häufig im Anschluss an die Entwöhnung Rückfallpräventionsangebote in Tageskliniken oder alternativen psychiatrischen Einrichtungen annehmen oder regelmäßig einen Nachsorgetherapeuten besuchen.

Rückfälle vermeiden: Aktive Mithilfe ist gefordert

Wer nach Alkohol oder einem anderen Rauschmittel süchtig ist, kann und muss aktiv mitwirken, um Rückfälle zu vermeiden. Gespräche mit anderen Betroffenen, eine langfristige Psychotherapie sowie die Recherche in verschiedenen Büchern und Ratgebern sind genauso entscheidend wie die individuelle Abstinenzmotivation und die Selbstfürsorge. Wenn diese fehlen, greifen Betroffene häufig schneller wieder zum Suchtmittel, als es ihnen lieb ist. Deshalb ist es wichtig, dass suchtkranke Menschen sich schon vor dem Beginn eines professionellen Entzugs darüber im Klaren sind, dass eine erfolgreiche Behandlung ihrer Erkrankung nur durch eigenes Mitwirken funktionieren kann. Nur wer bereit ist, sein Denken und Handeln bewusst zu überdenken und sich von schädlichen Verhaltens- und Denkmustern zu lösen, kann langfristig in eine gesunde und substanzfreie Zukunft blicken.

In der My Way Betty Ford Klinik ist die Rückfallprävention ein fester Bestandteil des Behandlungsprogramms – sowohl bei Alkoholabhängigen als auch bei Medikamenten- und Drogensüchtigen. Gerne beantworten wir Fragen zu unserem ganzheitlichen Therapieangebot, das Ihnen die bestmöglichen Startvoraussetzungen für ein Leben in Abstinenz bietet. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

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Was ehemalige Patienten über uns sagen

"[...] Der gesamte Aufenthalt hat mich sehr zufriedengestellt. Dem Alkoholproblem wurde offen entgegen gewirkt. Die sehr erfahrenen Therapeuten und Ärzte haben mir sehr geholfen. Der Aufenthalt in der Klinik war sehr positiv. [...]"
"[...] Die Betty Ford Klinik hat mir entscheidend geholfen meine Alkoholsucht hinter mir zu lassen. Vom Hausmeister bis hin zur Pflege und Verwaltung hat jeder dazu beigetragen, dass ich sehr positiv gestimmt die Klinik verlassen habe. [...]"

Die Therapieformen unserer Entzugsklinik
haben sich weltweit bewährt

Wir wenden in unserer Sucht- und Entzugsklinik eine Therapieform an, die sich bereits unzählige Male auf der ganzen Welt bewähren konnte. Dabei handelt es sich um ein Therapiekonzept, das durch eine sehr hohe Anzahl an Einzeltherapien in erster Linie ganzheitlich und individuell orientiert ist und durch viele interessante Zusatzangebote ergänzt wird.





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