Oxazepam

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Aktualisiert am: 26.03.2021
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Oxazepam: alles Wichtige in 30 sec.

  • Oxazepam ist ein Abbauprodukt von Diazepam und gehört zu den mittellang wirksamen Benzodiazepinen.
  • Der Wirkstoff besitzt eine anxiolytische und sedierende Wirkung und wird vor allem bei Angst- und Schlafstörungen verordnet.
  • Er überwindet die Blut-Hirn-Schranke, dockt an den GABA-Rezeptoren an und blockiert so Angst und Unruhe.
  • Nebenwirkungen können Kopfschmerzen, Schwindel, niedriger Blutdruck, Magen-Darm-Probleme und Benommenheit sein.
  • Das Mittel besitzt ein hohes Suchtrisiko und sollte daher so kurz wie möglich eingenommen werden.
  • Eine Sucht kann nur durch einen qualifizierten Entzug mit Entgiftung, Entwöhnung und ambulanter Nachsorge beendet werden.
Inhalt

Mittel gegen Angst & Unruhe mit zahlreichen Risiken

Ängste und Sorgen aufgrund familiärer, beruflicher oder finanzieller Schwierigkeiten kennt letztlich jeder Mensch. Viele Betroffene leiden unter Schlafstörungen oder Angst- und Panikattacken. Häufig wird der Wirkstoff Oxazepam zur Behandlung dieser Symptome verabreicht, der allerdings mit vielen Nebenwirkungen und einem hohen Abhängigkeitsrisiko verbunden ist. Die Einnahme sollte daher nur nach fachärztlicher Anordnung und nur kurzfristig nach einer sorgfältigen Risiko-Nutzen-Abwägung erfolgen.

Was ist Oxazepam und wofür wird es angewendet?

Oxazepam ist ein aktiver Metabolit von Diazepam und gehört zu den mittellang wirksamen Benzodiazepinen. Der 1965 entwickelte Wirkstoff weist alle charakteristischen Effekte auf, die auch andere Benzodiazepine mit sich bringen. Er besitzt eine anxiolytische sowie eine sedierende Wirkung und wird vor allem bei Angststörungen und Schlafstörungen mit Durchschlafschwierigkeiten verschrieben. Aufgrund der unerwünschten Wirkungen gibt es in Deutschland Medikamente mit Oxazepam nur auf Rezept.

Wie sieht die Oxazepam-Wirkung aus?

Oxazepam ist als psychoaktive Substanzen einzustufen, die im zentralen Nervensystem ihre volle Wirkung entfaltet. Dort binden sie sich an die GABA-Rezeptoren und imitieren dadurch den körpereigenen GABA-Neurotransmitter, der normalerweise für eine ausgeglichene und entspannte Stimmung sorgt. Durch das Andocken an die Rezeptoren wird die Weiterleitung von innerer Unruhe und Erregungszuständen ausgebremst, sodass der Patient sich wieder entspannen kann. Allerdings dienen Medikamente mit dem Wirkstoff Oxazepam lediglich der symptomatischen Therapie und behandeln keineswegs die Ursachen der Angst- oder Schlafstörung. Daher sollte das Benzodiazepin immer an eine therapeutische Behandlung der ursächlichen Problematik gekoppelt sein.

Oxazepam-Dosierung: Wann und wie nimmt man Oxazepam?

Schlaftabletten-Abhängigkeit: Welche Schlaftabletten machen abhängig?

Medikamente mit Oxazepam werden normalerweise als Tabletten zur oralen Einnahme verschrieben. Es gibt sie mit unterschiedlichen Dosierungen und unter verschiedenen Handelsnamen. Besonders bekannt sind Oxazepam Hexal®, Oxazepam-ratiopharm®, Oxazepam-neuraxpharm®, Praxiten® und durazepam®. Die Tabletten sind meist mit einer Dosis von 10 mg oder 50 mg des Wirkstoffs ausgezeichnet. Je nach Indikation wird ärztlich die Dosis festgelegt.

Tabletten mit einer Dosierung von 50 mg werden für gewöhnlich im Krankenhaus eingesetzt und nicht für den Privatgebrauch verschrieben. Grundsätzlich ist die Dosis so niedrig wie möglich zu halten und nur nach Absprache mit dem Arzt einzunehmen. Eine eigenmächtige Steigerung der Dosis kann die Gefahr für schwerwiegende Nebenwirkungen und die Ausbildung einer Abhängigkeit erhöhen. Die maximal empfohlene Tagesdosis liegt normalerweise bei 60 mg. Weil der Wirkungseintritt gegenüber anderen Benzodiazepinen mit ähnlicher Wirkung eher verzögert ist, eignen sich Medikamente wie Oxazepham-ratiopharm® nicht zur akuten Behandlung von Angststörungen. Bei geschwächten sowie älteren Patienten wird eine besonders vorsichtige Dosierung angeraten.

Oxazepam-Nebenwirkungen: Welche Nebenwirkungen haben Oxazepam-Tabletten?

Benzodiazepine bringen eine Reihe von Nebenwirkungen mit sich, die sich in der Regel vor allem in den ersten Tagen der Behandlung zeigen. Sobald die Einzeldosis exakt angepasst und genau eingestellt ist, reduzieren sich die Oxezapem-Nebenwirkungen jedoch häufig. Besonders ältere Menschen und Kinder sind gefährdet, nach der Einnahme der Tabletten sogenannte paradoxe Reaktionen zu erleiden. Diese können mit verstärkten Unruhe- und Angstzuständen, aber auch mit Halluzinationen, Aggressionen oder Suizidversuchen einhergehen. Darüber hinaus können die Medikamente eine bisher verdeckte Depression ans Licht bringen.

Zu den klassischen Nebenwirkungen, die bei der Einnahme von benzodiazepinergen Arzneimitteln auftreten, gehören:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden
  • Schläfrigkeit, Benommenheit und Müdigkeit (auch am Tage)
  • Hautreaktionen
  • Senkung des Blutdrucks
  • Gefahr einer Atemdepression

Darüber hinaus gibt es einige weitere Nebenwirkungen, wie eine Muskelschwäche und Bewegungsstörungen, Gedächtnislücken und verlängerte Reaktionszeiten. Wenn Sie nach der Einnahme von Bromazepam Nebenwirkungen bei sich bemerken, sollte Sie diese unbedingt mit dem behandelnden Arzt besprechen.

Welche Gegenanzeigen gibt es bei Oxazepam?

Wer ein Medikament einnimmt, welches psychoaktive Wirkstoffe enthält, die auf das zentrale Nervensystem des Menschen beruhigend oder dämpfend wirken, sollte mit der gleichzeitigen Einnahme anderer psychoaktiver Substanzen vorsichtig sein, denn die Wechselwirkungen zwischen den Stoffen sind nur selten vorhersehbar. Es ist daher anzuraten, dass Patienten während der Behandlung mit dem Arzneimittel unbedingt auf den Konsum von Alkohol verzichten. Weil Alkohol ebenfalls sedierend wirkt, kann er die dämpfende Wirkung der Benzodiazepine noch verstärken. Auch andere Benzodiazepine sowie Schlaf- und Schmerzmittel sollten mit Oxazepam-ratiopharm® oder Oxazepam Hexal® nicht kombiniert werden.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Vorerkrankungen, für die eine Behandlung mit diesem Arzneistoff eine Kontraindikation darstellt bzw. wo eine sehr strenge Risiko-Nutzen-Abwägung obligat ist:

  • Bestehende Abhängigkeitserkrankung
  • Myasthenia gravis
  • Chronische Atemwegserkrankungen
  • Schlafapnoe-Syndrom

Besondere Vorsicht gilt auch im Zusammenhang mit einer Depression. So sollten Oxazepam-Tabletten nicht isoliert eingenommen werden, um eine Depression oder von Depressionen begleitete Angstzustände zu behandeln. Andernfalls kann es dazu kommen, dass sich die Symptome der Depression noch verstärken. Während der Schwangerschaft und der Stillzeit sollten Arzneimittel mit Oxazepam angesichts der möglichen schädigenden Nebenwirkungen für das ungeborene Kind nicht eingenommen werden.

Achtung:

Besondere Vorsicht gilt auch im Zusammenhang mit einer Depression. So sollten Oxazepam-Tabletten nicht isoliert eingenommen werden, um eine Depression oder von Depressionen begleitete Angstzustände zu behandeln. Andernfalls kann es dazu kommen, dass sich die Symptome der Depression noch verstärken. Während der Schwangerschaft und der Stillzeit sollten Arzneimittel mit Oxazepam angesichts der möglichen schädigenden Nebenwirkungen für das ungeborene Kind nicht eingenommen werden.

Wie schnell macht Oxazepam abhängig?

Ist ein Alkoholentzug zu Hause sinnvoll?

Wenn das plötzliche Absetzen des Medikaments Entzugserscheinungen verursacht oder Patienten immer höhere Dosierungen benötigen, um die gewünschte Wirkung des Arzneimittels wahrnehmen zu können, ist mit großer Wahrscheinlichkeit von einer bereits bestehenden physischen oder psychischen Abhängigkeit auszugehen. Schließlich ist bei Benzodiazepinen die Gefahr einer Suchtentwicklung besonders groß, weil diese Medikamente direkt im Gehirn wirken. Wer täglich über wenige Wochen eine oder mehrere Tabletten Oxazepam-rationpharm® oder vergleichbare Arzneimittel einnimmt, riskiert schon bei der vom Arzt verordneten Dosis die Entwicklung einer Medikamentensucht. Der oftmals schleichende Prozess, mit dem sich die psychische und körperliche Abhängigkeit manifestiert, sorgt dafür, dass die Betroffenen selbst ihre Krankheit zunächst gar nicht erkennen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Suchtkranken vom verordnenden Arzt nicht über das Abhängigkeitsrisiko aufgeklärt wurden. Bisweilen werden aber auch typische Sucht-Merkmale, wie etwa eine Toleranzentwicklung, die Verstärkung von Nebenwirkungen oder Folgeerkrankungen und Entzugserscheinungen, billigend in Kauf genommen.

Wie wird eine Oxazepam-Abhängigkeit behandelt?

Wer von Benzodiazepinen abhängig ist, kann den Medikamentenkonsum meist nicht allein beenden. Je länger die Behandlung mit dem Medikament andauert, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine wirksame Therapie nur noch in einer Suchtklinik durchgeführt werden kann. Hier steht neben dem rein körperlichen Entzug und der geistigen Entwöhnung auch die zugrundeliegende Krankheit im Fokus. Woraus resultieren die Angststörungen, die zur Einnahme der Arzneimittel geführt haben? Worauf ist die innere Unruhe zurückzuführen, welche als Indikation für die Verabreichung der Medikamente ausschlaggebend war? Diese und weitere Fragen müssen im Rahmen einer Therapie geklärt werden. Ob affektive Störung, Persönlichkeitsstörung oder posttraumatische Belastungsstörung – nur wenn die Wurzeln einer seelischen Erkrankung festgestellt und an alternativen Strategien – statt einer Einnahme von Tabletten mit dem Ziel der chemischen Beruhigung/Betäubung – gearbeitet wird, haben Körper und Geist die Option, sich wieder frei und gesund zu entfalten.

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