Drogenentzugsklinik

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Aktualisiert am: 25.03.2021
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Welche Klinik ist die Beste für mich?

Egal, ob Heroin, Kokain oder Cannabis: Nach dem Rausch kommt meist das böse Erwachen. Der Abhängige kann sich an nichts anderem mehr erfreuen als am Drogenkonsum und dem damit verbundenen Höhenflug. Das Leben ist von der Droge gezeichnet und im schlimmsten Falle wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz stigmatisiert. Wenn der Suchtkranke den Drogenkonsum durch einen kalten Entzug eigenständig beenden will, scheitert er aufgrund der quälenden Entzugserscheinungen oft kläglich. Der Albtraum scheint einfach kein Ende nehmen zu wollen. Ein Drogenentzug unter ärztlicher Aufsicht kann neue Perspektiven eröffnen und den Patienten dabei unterstützen, seine Drogensucht dauerhaft loszulassen. Aber wie gehen die Betroffenen am besten vor und wie finden sie die passende Klinik für ihren Drogenentzug?

Welche Entzugsbehandlung ist die richtige?

Ein gelungener Neuanfang hängt vom gewählten Behandlungskonzept und der durchführenden Klinik ab und unterscheidet sich je nach Einrichtung maßgeblich. Der wohl grundlegendste Unterschied besteht zwischen einer Suchttherapie in einer Privatklinik und den Leistungen der Rentenversicherung bzw. der gesetzlichen Krankenkassen.

Therapie in einer privaten Drogenentzugsklinik

Eine Drogenentzugsklinik ist eine private Suchtklinik, in welcher der Drogenabhängige unterstützt von einem multiprofessionellen Team eine qualifizierte Entzugsbehandlung durchführt. Diese besteht aus einer Entgiftung, einer Entwöhnungstherapie und einer umfangreichen Rückfallprävention. Die Detoxikation erfolgt als warmer Entzug, d. h. die Entzugserscheinungen werden engmaschig überwacht und medikamentös gelindert. In Gruppen- und Einzelgesprächen werden die psychischen Ursachen der Drogensucht aufgearbeitet und der Betroffene erlernt neue Lösungsansätze. Er öffnet sich im geschützten Rahmen der Klinik erstmals seiner Problematik und erlangt mit Hilfe seiner Ärzte und Therapeuten Schritt für Schritt die Kontrolle über sein Leben zurück. Die Aufenthaltsdauer in der Drogenentzugsklinik umfasst in der Regel mehrere Wochen und variiert in Abhängigkeit von der konsumierten Droge und der persönlichen Lebenssituation. Bei Mehrfachabhängigkeiten – beispielsweise einer zusätzlichen Abhängigkeit von Alkohol – oder psychischen Begleiterkrankungen ist von vornherein mit einem längeren stationären Aufenthalt zu rechnen.

Private Fachkliniken wie die My Way Betty Ford Klinik in Bad Brückenau richten sich ausschließlich an Privatpatienten und Selbstzahler. Die Anmeldung kann meist telefonisch, schriftlich oder persönlich erfolgen. Im Anschluss werden während einer individuellen Beratung der Aufnahmetermin und die Kostenübernahme besprochen. So können Privatpatienten die Kosten für den Aufenthalt bei ihrer Krankenkasse geltend machen; übernommen werden häufig jedoch nur die Kosten für die Entgiftung. Der Kostenübernahmeantrag wird in der Regel von der Entzugsklinik gestellt. Nach Abschluss aller Formalien erhält der Patient eine verbindliche schriftliche Aufnahmebestätigung.

Behandlung in einer öffentlichen Einrichtung

Nach ICD10 und aktueller deutscher Rechtsprechung gilt die Drogenabhängigkeit als Krankheit, so dass die Kosten für eine Entgiftungs- und Entwöhnungsbehandlung bei einer positiven Entzugs-Prognose und Versorgungsverträgen mit den zuständigen Kostenträgern meist übernommen werden. Im Vergleich zu einer privaten Entzugsklinik für Drogen verlaufen hier allerdings die akutmedizinische Entgiftung und die Entwöhnung in zwei separaten Schritten. Der körperliche Entzug erfolgt auf der Drogenentzugsstation eines psychiatrischen, internistischen oder neurologischen Krankenhauses oder kann in seltenen Fällen bei geringem Risiko, hoher Motivation und einem unterstützenden Patienten-Umfeld auch ambulant stattfinden. Die Drogenentwöhnung kann in einer anerkannten Fachambulanz, einer Tagesklinik oder einer spezialisierten Fachklinik vonstattengehen und je nach Einzelfall bis zu mehreren Monaten dauern. Die Kostenübernahme wird bei der Rentenversicherung beantragt. Dem Antrag müssen zusätzlich ein ärztliches Kurzgutachten und ein Sozialbericht der Beratungsstelle oder eines Sozialarbeiters der behandelnden Klink beigefügt werden. Dabei sollte beachtet werden, dass die Bewilligung der Kosten und die Bestätigung des Entwöhnungsplatzes deutlich länger dauert als die reine Entgiftung. Um größere zeitliche Lücken zwischen den beiden Entzugsphasen zu vermeiden, sollte der körperliche Entzug erst dann durchgeführt werden, wenn die Entwöhnung bereits genehmigt wurde.

Falls eine Entwöhnung durch persönliche oder familiäre Gründe nicht möglich oder bereits mehrfach fehlgeschlagen ist, kann bei Opiatabhängigen alternativ eine substitutionsgestützte Behandlung mit Methadon zum Tragen kommen. Das Ziel dieser Therapie ist es, ein möglichst gesundes Überleben des Patienten zu sichern. Genehmigt wird die Substitution allerdings nur dann, wenn die Abhängigkeitserkrankung mit anderen Mitteln nicht erfolgreich behandelt und dies auch entsprechend dokumentiert werden kann. Die gesetzlichen Grundlagen der Behandlung werden vom Betäubungsmittelgesetz (BtMG), der Betäubungsmittelverschreibungsverordnung (BtMVV) und dem Arzneimittelgesetz (AMG) vorgegeben. Die Vermittlung in eine Substitutionstherapie kann durch Ärzte, Apotheker, Beratungsstellen der Drogenhilfe oder sogenannte Clearing-Stellen erfolgen und erfordert eine umfassende Diagnostik und Indikationsstellung. Damit die Therapiekosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, muss der durchführende Mediziner die Mindestanforderungen einer suchtmedizinischen Qualifikation nachweisen und vor Behandlungsbeginn eine Behandlungsvereinbarung mit dem Patienten abschließen.

Weshalb besitzt der Entzug in einer privaten Klinik für Drogenabhängige die besseren Erfolgschancen?

Der Entzug ist hart, im Alleingang kaum zu schaffen und kann zu lebensgefährlichen Entzugserscheinungen führen. So leiden Heroinabhängige an Krämpfen, Zitteranfällen, Fieber oder Schüttelfrost. Die Symptome sind quälend, halten oft mehrere Tage an und scheinen nur noch durch den nächsten „Schuss“ beendet werden zu können. Während der Heroinabhängige zunächst eher körperlich leidet, wähnt sich der Kokainsüchtige während des Entzugssyndroms am absoluten Tiefpunkt seines Lebens und verfällt in massive Depressionen bis hin zur Suizidgefahr. Das seelische Verlangen nach dem Suchtmittel kann auch nach einer erfolgreichen körperlichen Entgiftung noch Jahre andauern und nicht selten in einem Rückfall enden. So ist das Rückfallrisiko in der Phase zwischen Entzug und Entwöhnung besonders hoch. Auch die meisten Todesfälle ereignen sich zu diesem Zeitpunkt. Eine grundlegende Entwöhnung und die Behandlung konsumfördernder Begleiterkrankungen in einer Drogentherapie-Klinik ist also immens wichtig und sollte sich nahtlos an den körperlichen Entzug anschließen.

Genau an diesem Punkt zeigt sich der entscheidende Vorteil einer Drogenentzugsklinik in privater Hand, denn im Vergleich zur Drogenentzugsstation eines Krankenhauses finden hier die Entwöhnung und die Entgiftung gleichzeitig statt. Die Entwöhnungstherapie muss nicht gesondert beantragt werden und der Patient arbeitet mit denselben Ärzten und Therapeuten zusammen, zu denen er bereits Vertrauen aufgebaut hat. Während Abhängige bei öffentlichen Einrichtungen meist mehrere Wochen auf einen Entgiftungs- bzw. Entwöhnungsplatz warten müssen, in dieser Zeit häufig einen erneuten Therapiewiderstand aufbauen und einer erhöhten Rückfallgefahr ausgesetzt sind, geht es in einer privaten Suchtklinik für Drogen nahtlos mit einer ganzheitlichen Therapie weiter, in der alle Aspekte der Suchterkrankung behandelt werden.

Darüber hinaus ist in einer privaten Entzugsklinik für Drogen von vornherein eine Adaptionsphase inkludiert, die den Patienten bestmöglich auf die Rückkehr in den Alltag vorbereitet und ihn auch bei „Therapiedurchhängern“ adäquat auffängt. Menschliche Zuwendung, umfassendes Verständnis und der Austausch mit Menschen in einer vergleichbaren Situation geben ihm neue Hoffnung für die Zukunft und die Kraft, den Drogenentzug auch wirklich durchzuhalten. Durch ein umfangreiches Nachsorge-Netzwerk ist der Abhängige auch nach der stationären Behandlung nicht auf sich allein gestellt, sondern besitzt nach wie vor eine stabile Basis im Kampf gegen das Suchtmittel.

Wie finde ich die richtige private Drogenentzugsklinik?

Die Entscheidung für einen qualifizierten Drogenentzug in einer privaten Suchtklinik für Drogen ist gefallen? Nun gilt es, die passende Klinik für die Drogentherapie zu finden.

Klinik-Wahl

Zunächst sollten sich die Betroffenen einen Überblick über mögliche Drogenkliniken verschaffen und eine Liste mit in Frage kommenden Einrichtungen zusammenstellen. Eine erste Orientierungshilfe bieten Suchtberatungsstellen und ggf. vorhandene Patientenbewertungen auf unabhängigen Internet-Portalen wie Klinikbewertungen.de. Eventuell sind auch Informationen auf der Website, Presseartikel oder Fachbeiträge der betreffenden Kliniken vorhanden, die einen Überblick über die fachliche Expertise und das Therapiekonzept vermitteln.

Klinik-Besichtigungen

Die Behandlung der Drogensucht dauert in der Regel mehrere Wochen und sollte in einer Entzugsklinik für Drogen stattfinden, in der sich die Patienten wohl und geborgen fühlen. In den allermeisten Privatkliniken gibt es die Möglichkeit, einen Besichtigungstermin zu vereinbaren und auch das Gespräch mit den behandelnden Ärzten zu suchen. Hier ist es sinnvoll, sich vorab eine Liste möglicher Fragen zusammenzustellen und diese auch konkret anzusprechen. Ebenfalls thematisiert werden können mögliche Entzugs-Ängste.

Auswahlkriterien

Möglicherweise kommen nach den Klinikbesichtigungen zwei oder drei Drogenentzugskliniken in Frage. Folgende Kriterien bzw. Fragen können die Endauswahl erleichtern:

  • Ist die Klinik ausschließlich auf Suchterkrankungen spezialisiert?
  • Hat sich das Therapiekonzept bewährt? Gibt es evtl. Zertifizierungen?
  • Sind Akut-Aufnahmen und ein diskreter Entzug möglich?
  • Gibt es einen Fahrdienst, der den Transport übernehmen könnte?
  • Werden die Angehörigen in die Therapie einbezogen?
  • Werden auch Begleiterkrankungen der Sucht behandelt?

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